Satireecke
Werden Fußballverweigerer diskriminiert?

© Alexander Klaus pixelio.de
Fußballsmog-Alarm
In WM-Zeiten haben es «Fußballverweigerer» nicht leicht. Der Sport dominiert den öffentlichen Raum, und ein Entrinnen scheint kaum möglich. Es wird Zeit, dass sich Widerstand regt. Roland Rottenfußer sprach mit Miroslav Struntz, dem Vorsitzenden des Vereins für Nichtfußballfan-Schutz (VNFS).
Für Reiche gibt's keine Klimakatastrophe

© Manu Schweiger pixelio.de
Die Kuppel
Wir schreiben das Jahr 2060. Überall in Mitteleuropa herrscht wegen der Erderwärmung Wüstenklima. Im bayerischen Oberland stöhnen die Menschen unter Dürre, Hunger und Überbevölkerung – verursacht auch durch zahlreiche Migranten aus den Küstenregionen, die vor dem rapide angestiegenen Meeresspiegel ins Landesinnere flüchteten. Überall in Mitteleuropa? Nein, eine Gruppe Wohlhabenden hat sich unter die Kuppel geflüchtet, eine riesige Kunststoffglocke, die ein Gebiet von 25 Quadratkilometern umspannt und 5 Kilometer in den Himmel ragt. Innerhalb der Kuppel schaffen gewaltige Klimaanlagen ein erträgliches Klima. Wer es sich leisten kann, lebt komfortabel in einem künstlichen Paradies, vergleichbar einem überdimensionierten Vergnügungsbad mit Restaurant, Wellness-Oasen und Parklandschaften. Eine kleine Armee von Sicherheitskräften schirmt das Paradies vor dem Pöbel ab, der allzu gern der Hölle draußen entfliehen würde.
Eine schwarze Mediensatire

© Margot Kessler pixelio.de
Die Redaktionskonferenz
Mitwirkende: Ron, Chefredakteur der SozialLiberalenZeitung (SLZ). Chantal, Redakteurin Wirtschaftsressort. Siggi, Redakteur Innenressort. Augusto, Redakteur Außenressort. Dr. Spender, ein geheimnisvoller Gast.
Bürgersteigmaut

© knipseline pixelio.de
Kein Pardon für Mautpreller
Nach der Privatisierung der städtischen Bürgersteige wollen die Betreiber schärfer gegen Personen vorgehen, die sich der Mautpflicht zu entziehen versuchen. Strenge Verhaltensregeln sollen die Benutzung so genannter »PayWalks« sicherer machen.
Die Fülle ist in dir
Lohnersatzleistungsersatzleistung
Das Amt für Lohnersatzleistungen schloss um Punkt 12 Uhr mittags. Uwe und ich standen aber schon um 10.45 vor dem klobigen fünftstöckigen Gebäude aus unverputztem roten Ziegel mit den unübersehbar langen Fensterreihen.

© Rainer Sturm pixelio.de
Wir konnten uns also gute Chancen ausrechnen, noch an die Reihe zu kommen. Uwe brauchte die Sozialhilfe unbedingt. Seit das Behindertenheim wegen Geldmangels geschlossen hatte und ich ihn quasi über Nacht bei mir aufnehmen musste, damit er nicht auf der Straße landete, war ich allein für seinen Lebensunterhalt aufgekommen. Bei Uwe lag eine seltene Chromosomenaberration vor, was in der Praxis mit einer leichten Debilität einherging, z.B. mit Sprachstörungen und einer – freundlich ausgedrückt – etwas langsamen Auffassungsgabe.
Satirische Andacht

© Dieter Schütz pixelio.de
Wettstreit der Religionen
Viele Menschen tragen lebenslang Fragen mit sich herum, auf die sie keine oder nur ungenügende Antworten bekommen. Ulrike Bodmer hat im Laufe der Jahre die Antworten gesammelt, die die Religionen (und andere Sinngeber) ihr geboten haben, und sie zu einer Art „Monolog mit der Welt“ zusammengestellt. Satirische Seitenhiebe sind dabei nur zufällig und nicht beabsichigt.
Die Marktführer

© Dieter Schütz pixelio.de
Die Zukunft der Verhörtechnik ist deutsch
Wachstum für den Wirtschaftsstandort Deutschland - ist es nicht das, was wir alle in Innersten ersehnen? Längst kann das notwendige Wachstum aber nicht mehr allein mit solchen Waren und Dienstleistungen geschaffen werden, die die Menschen tatsächlich benötigen. Was Not tut sind also neue, weltmarktfähige Produkte, die die wenigen Sektoren mit immer noch steigender Nachfrage bedienen können. Ein solcher Wachstumsmarkt ist zweifellos die Sicherheits- und Verhörtechnologie. Angesichts einer neuen globalen Bedrohungslage kann kein Industrieland es sich länger leisten, hier Schlusslicht zu bleiben ...
Die Markenkinder

© Stephanie Hofschlaeger pixelio.de
Einblicke in das Erziehungssystem der Zukunft
Es war einmal – das funktionierende Gemeinwesen. Dem unter dem Schuldendruck stöhnenden Staat kann heutzutage nicht mehr zugemutet werden, zum Ausgleich für die wachsenden Geldsummen, die er dem Steuerzahler abknöpft, tatsächlich eine Gegenleistung zu erbringen: zum Beispiel ein kostenfreies, funktionierendes Erziehungssystem zur Verfügung zu stellen. Wer aber soll dann unsere Kinder erziehen? Der hoffnungsvolle Blick richtet sich wie so oft auf die Wirtschaft. Großen Markenfirmen gelingt es ja auf rätselhafte Weise, große Teile der von den Arbeitenden erwirtschafteten Geldströme auf sich zu lenken. Was läge da näher, als dass Unternehmer mehr Verantwortung übernehmen – auch für die Erziehung unseres Konsumentennachwuchses? Freilich, eine Kindheit im herkömmlichen Sinn wäre unter dem wachsenden Druck eines neuen globalen Standortwettbewerbs ineffizient und dürfte somit bald der Vergangenheit angehören.
Entwurf eines innovativen Justizsystems

Bild: © Freelancer, pixelio.de
Belohnen statt Strafen
Zeit: In der nahen Zukunft. In dem (fiktiven) Zwergstaat Nirgendstein, in einer unzugänglichen Bergregion an der Grenze zwischen Österreich und Italien gelegen, wurde seit der Justizreform von 2012 das Strafprinzip zur Gänze durch ein Belohnungsprinzip abgelöst. Es gibt ein Belohnungsgesetzbuch und eine Belohnungsprozessordnung. Der Nirgendsteiner Polizeiapparat wacht 24 Stunden täglich – ausgestattet mit modernsten Fahndungsmethoden – darüber, dass keine belohnenswerte Tat eines Bürgers unbelohnt bleibt. Neben Geldbelohnungen sind wird den Belobigten von Richtern auch der Aufenthalt in extra dafür konzipierten Belohnungszentren (analog zu Gefängnissen) auf Staatskosten ermöglicht. Reporter Roland Rottenfußer, zunächst skeptisch, reiste nach Nirgendstein, um den dortigen Justizminister Tomaso Moro über das innovative Justizsystem des Landes zu befragen: Wir veröffentlichen zentrale Passagen aus dem Interview:
Offline

Bild: © Gerd Altmann, pixelio.de
Offline
Die Streikwelle der letzten Wochen, die von der GMD (Gewerkschaft Medizinische Diestleistungen) organisiert worden war, war mit einem Triumph für die organisierte Arbeitnehmerschaft zu Ende gegangen. Statt, wie von den Arbeitgebervertretern gefordert, um 19,5 %, waren die Löhne und Gehälter für alle Krankenhausangestellten nur um 12,5 % verringert worden. Außerdem konnte durch das Verhandlungsgeschick von GMD-Chef Trutz Zaage eine geplante Arbeitszeitverlängerung auf 48 Wochenstunden abgewendet werden. Die Arbeitszeit der 250.000 Beschäftigten wurde nur um 2 Stunden auf 45,5 Wochenstunden angehoben. „Ein Kompromiss, mit dem alle leben können. Die ökonomischen Notwendigkeiten in Zeiten eines global sich verschärfenden Wettbewerbs sind mit vitalen Arbeitnehmerinteressen durchaus vereinbar“, sagte Zaage unter dem Beifall der Delegierten. „Nur durch unseren konsequenten Widerstand konnten wir die Arbeitgeber in die Knie zwingen. Der Trend zu Arbeitszeitverlängerungen ohne vollen Gehaltsausgleich bei gleichzeitiger Lohnerniedrigung ohne vollen Freizeitausgleich konnte durch den unbeugsamen Kampfgeist der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerinnen … äh …verlangsamt werden.“
Reportage über den Tod Gottes
Der »Instant-Illuminator« kann Erleuchtung per Knopfdruck erzeugen
»In einem Augenblick, durch Knopfdruck, erreichen Sie, was früher nur großen Meistern und Heiligen nach Jahrzehnten härtester Askese und Selbstdiszplin möglich war«. So vollmundig klingt die Werbung für den geheimnisvollen »Instant-Illuminator« der Firma Awakening Now, die sich an connection vor einigen Wochen wegen einer Werbekooperation gewandt hatte.
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