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Die geomantischen Einflüsse in Niedertaufkirchen

Artikel - Spiritualität/Mystik

Die Idee der Gemeingüter
St. Martin: Fresko aus dem Kloster Beuron

Urkraftquelle, Drachen- und Seelenwege

Das Connection-Haus in Niedertaufkirchen befindet sich nur wenige Schritte von der St. Martins-Kirche entfernt und befindet sich damit in der unmittelbaren Einflußsphäre dieses Platzes. Geomantisch betrachtet wirken hier drei Phänomene ein, die dem Kirchenbau auf seinem Sporn eine spezifische Atmosphäre verleihen, die Urkraftquelle, der Drachenweg und der Seelenweg

Die Urkraftquelle

Im Chorbereich der Kirche befindet sich ein geomantisches Phänomen, das in der Terminologie des Geomanten Marko Pogacnik als »Urkraftquelle« bezeichnet wird (Das gleiche Phänomen wird von der Geomantin Johanna Markl »Drachennest« genannt). Eine Urkraftquelle wirkt im ätherischen Organismus der Erdensphäre. Es handelt sich um einen unmittelbaren Ausdruck des Erdbewusstseins. Das Konzept der »Urkraftsphäre« entspringt einer Philosophie, die die Erde als ganzheitliches Wesen betrachtet: Neben der physischen Realität besitzt die Erde eine ätherische Ebene (oder ätherischen Körper) und eine eigene geistige Sphäre. In dieser ist der Erdorganismus in seiner vollständig heilen Ganzheit präsent - ganz ähnlich der indischen Idee des »om shanti« (Das Wesen des Selbst ist Frieden). Auf der Urkraftebene ist die Erde heil und ganz. Urkraftquellen sind punktuelle Felder, an denen diese Präsenz, dieser Seinszustand, spür- und erlebbar wird. Radiästhetisch können diese Phänomene durch spezifische Wellenlängen erfasst werden, die mit bestimmten ätherischen Kräften in Zusammenhang gebracht werden.

Die Idee der Gemeingüter
Seelenwege: Zeitgenössische Malerei aus Haiti,
die christliche Elemente und schamanische Elemente enthält

Der Drachenweg

Auch die sogenannten Drachenwege werden im philosophischen Konzept der Geomantie der Urkraftebene der Erde zugeordnet (sie gehören zu den Urkraftphänomenen). In der räumlichen Betrachtung handelt es sich um mäandrierende Zonen, die häufig vor allem vorchristliche Sakralorte untereinander verbinden. Historisch wurden diese oft als alte Pilgerpfade genutzt.

»Äußerlich« (insofern man in der Geomantie überhaupt von »Äußerlichkeit« sprechen kann) stellen sich Drachenwege als im Querschnitt meist halbkreisförmige Röhrensysteme dar, in denen die Präsenz des Erdäthers (nach den 4 Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft) vorherrschend ist. Bewegt man sich längere Zeit entlang eines Drachenweges, so werden zu nächst oftmals eigene körperliche Bedürfnisse bewusst. Verweilt man länger darauf und in dieser Erfahrung, so erlebt man einen Seinszustand, der jenseits dieser erlebten Körperlichkeit existiert und eine Analogie zur Urkraftebene des Erdwesens darstellt. Der hier auffindbare Drachenweg kreuzt den Standort der Kirche in etwa Nord-Süd. Im Norden kann er bis nach Neumarkt-St.Veit verfolgt werden, im Süden bis Südosten bis zur Gnadenkapelle in Altötting.

Mythologisch begegnet uns im Bild des Drachen ein Wesen, das die Urkraftebene unmittelbar zum Ausdruck bringt: Es besteht selbst aus den 4 Elementen: Reptilienkörper (Erde), Löwenpranken und Feueratem (Feuer), Fischschuppen (Wasser) und Flügel (Luft). Der Drache ist damit auch eine Verkörperung des »5. Elementes«, der Quinta Essentia: Des Äthers. Das Connection-Haus befindet sich dicht am östlichen Rand dieses geomantischen Phänomens und damit weiterhin in dieser Einflußsphäre.

Der Seelenweg

In unserer abendländisch-christlichen Kultur werden Jenseitsräume vor allem kosmisch angesiedelt. Bewusstseinsbestandteile in Erdennähe gelten als »unerlöst«. Ein solches Konzept ist jedoch nicht in allen Kulturen und Religionen präsent. Vor allem in eher schamanisch-naturreligiös ausgerichteten Kulturen kennt man auch sehr erden- (oder diesseits-) nahe Seelen- oder Ahnenräume, die untereinander in Verbindung stehen. Der Religionswissenschaftler Mircea Eliade beschreibt daher auch zwei vorrangige »Seelenwege«: Den vertikalen Seelenweg, der mythologisch im Bild der Himmelsleiter, eines Lichtstrahls oder des Weltenbaumes beschrieben wird, und den horizontalen Seelenweg. Aus dem Brauchtum kennt man sogenannte »Seelenlichter«. Dies sind bildstockartige Gebilde, die eine brennende Kerze bergen. Im österreichischen Waldviertel kann man solche Seelenlichter linear angeordnet über viele Kilometer immer wieder entdecken. Neben der Michaelskirche in Wasserburg/Inn befindet sich ebenfalls ein solches »Seelenlicht«. Diese Bauten sollten »den Seelen Verstorbener den Weg weisen«. Sie befinden sich entlang eben solcher »Seelenwege«.

Auch die Martinskirche in Niedertaufkirchen wird von einem solchen Seelenweg gekreuzt. Auch das Patrozinium des Heiligen Martin verweist darauf. Der St-Martins-Tag am 11. November liegt in der Zeit der »Seelenfeste (Allerheiligen, Allerseeelen, aus dem keltischen kommend: Halloween). Dies war eine »Unzeit«, in der der Schleier, der Vorhang, zwischen Dies- und Jenseits zerriss, weshalb zu Halloween die Geister umherwandern und »gefüttert« werden müssen. Auch das St. Martinsfest gehört in diese Tradition, denn der voran reitende Reiter mit der laternentragenden Kinderschar ist niemand anders als Odin/Wotan, der die »Wilde Jagd« anführt und die Seelen mit ihrem Seelenlicht hinter sich herzieht (auch in der christlichen Ikonografie wird die Seele eines Menschen meist als Kind dargestellt). Der den Mantel teilende St. Martin verweist daher vielmehr auf das Zerschneiden oder Zerreißen des Schleiers zwischen Dies- und Jenseits als auf die christliche Tugend des Teilens und der Nächstenliebe (mal ehrlich: Was will man schon mit einem »halben Mantel«?).

Somit verweisen die vorherrschenden geomantischen Phänomene und die Kirchensymbolik auf einen heiligen Raum, der vor allem durch seine »transkörperliche« Wirkung beschrieben werden kann: Hier wird der Mensch zu seinem innersten Kern, zu seinem innersten Wesen, jenseits der Persona und jenseits der Körperlichkeit geführt und erlebt dadurch etwas in sich, das als »ewig« bezeichnet werden kann. Auch auf das Connection-Haus wirkt sich dieser Einfluss noch aus.

Stefan Brönnle

Dipl. Ing. Stefan Brönnle, Studium der Landespflege, Schwerpunkt Landschaftsökologie an der TU München. Ausbildung in Qi Gong, Taijiquan, Radiästhesie, Technical Remote Viewing (TRV), Focusing, sowie verschiedenen Wahrnehmungstechniken, 1993 - 2006 Mitbegründer und langjähriger Vorstand von HAGIA CHORA - Schule für Geomantie. Ausbildungsleitung von mehr als 8 Ausbildungen in Geomantie, seit 2006 gemeinsam mit Sibylle Krähenbühl Leitung des Institutes INANA. Vorträge, Seminare, Reisen, Ausbildungen im Themenfeld der Geomantie, Zwillerpreisträger 2008

Autor der Bücher:

  • Landschaften der Seele (1994 Kösel, 2006 Schirner)
  • Die Kraft des Ortes (1998 Falken, 2009 Neue Erde)
  • Der Paradiesgarten (2001 AT Verlag)
  • Das Haus als Spiegel unserer Seele (2007 Neue Erde)
  • Grenzenlose Sinne (2008 Neue Erde)
  • Der Mensch im Kraftfeld der Technik (2009, Neue Erde)
  • Heiliger Raum (2010 Neue Erde)

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