Nachruf Sai Baba
Artikel - Spiritualität/Mystik

Sai Baba 2006. Foto: sda
Help ever – Hurt never
Am 24. April 2011 ist der indische Guru Sathya Sai Baba im Alter von 84 Jahren
an Herz- und Lungenversagen gestorben. Die Zahl seiner Anhänger verschiedener Kasten und Religionen
in aller Welt wird auf rund 25 Millionen geschätzt. Ein sehr persönlicher Nachruf von
Christine Janson
Als ich die Nachricht vom frühzeitigen Ableben von Sai Baba erfuhr – er hatte seinen Tod ja erst für das Jahr 2020 angekündigt –, war ich nicht traurig. Dabei habe ich drei Jahre meines Lebens in seinem Ashram in Puttaparthi, Indien verbracht. Ich war aber auch nicht mehr wütend, wie noch einige Jahre zuvor. Normalerweise trauert man, wenn jemand stirbt, der einem mal so nahe stand. Was war passiert?
Puttaparthi
Mitte der 90ger Jahre holte ich meine Freundin Leela Isani vom Flughafen ab, sie kam gerade von einer ihrer Indienreisen zurück und hatte längere Zeit bei Sai Baba verbracht, den sie liebevoll Swami nannte. Sie wirkte so glücklich, dass ich mir schwor: »Das nächste Mal komme ich mit!« Ein halbes Jahr später war es dann soweit, und ich hatte keine Ahnung, auf welches Abenteuer ich mich dort einlassen würde. Es fing schon damit an, dass zu dieser Zeit eine Pestepidemie in Indien herrschte und wir erst über Umwege in seinen Ashram kamen. Mein erster Eindruck von Sai Baba war überwältigend. Ich sah ihn zum ersten Mal in seinem Ashram in Whitefield in der Nähe von Bangalore, er schien durch den Tempel zu schweben, und in seiner orangefarbenen Robe und dem schwarzen Kraushaar war er unverwechselbar. Ihn umgab eine Aura von Heiligkeit – so wie ich mir damals einen Erleuchteten vorstellte. Mich faszinierte seine Lehre und Sprüche wie: »Help ever – hurt never« und »Helfende Hände sind wichtiger als Lippen, die beten«, prägten sich tief bei mir ein. Einige Tage später folgten wir ihm nach Puttaparthi in seinen riesigen Ashram, in dem Tausende von Menschen Platz fanden. Dort besuchte ich auch sein Museum der Weltreligionen, in dem gezeigt wurde, dass alle Religionen letztendlich gleichwertig sind und auf den Pfeilern von Mitgefühl, Liebe, Gewaltlosigkeit und Vertrauen aufgebaut sind.
Wunder der Wunscherfüllung
Sai Baba war für seine Wunder bekannt, er konnte Vibhuti (heilige Asche) aus seinen Händen fließen lassen und auch Ringe und andere Gegenstände materialisieren. Wenn er bei anderen Wunder bewirkt, wieso sollte das bei mir nicht klappen? Ich übergab ihm während des Darshans einen Brief, in dem ich ihn um einen Ehemann bat. Ich hatte das mehr aus Spaß getan; zwei Wochen später aber verliebte ich mich in Goa in einen attraktiven Amerikaner, den ich dann sogar heiratete.
Danach war ich Sai Baba verfallen – er wurde zu meinem Guru und war für mich wie Jesus, der noch einmal auf die Erde gekommen war. Meinen Partner hatte ich inzwischen auch für Sai Baba gewinnen können; wir zogen nach Indien zu unserem Meister und blieben drei Jahre in seinem Ashram. In dieser Zeit hatten wir drei Interviews mit ihm, das war etwas ganz Besonderes. Ihr müsst euch vorstellen, dass jeden Tag Tausende von Menschen in seinen Tempel pilgern, um in seiner Gegenwart zu sein. Stundenlang habe ich jeden Morgen vor dem Tempel gesessen; durch ein spezielles Lotterieverfahren wurden die besten Plätze ausgelost. Ganz selten sitzt man in der ersten Reihe, und noch seltener kommt es vor, dass man von Sai Baba zu einer Privataudienz ausgewählt wird. Meistens formieren sich die Devotees (Sai Baba-Anhänger) in Gruppen, denn wenn einer aus der Gruppe ausgewählt wird, dürfen die anderen mitkommen.

© dapd
Privataudienzen mit IHM
In meinen beiden ersten »Interviews«, den Privataudienzen mit Sai Baba, war ich überwältigt von seiner Präsenz. Es war als hätte jemand einen Lichtschalter in meinem Herzen angeknipst. Ich fühlte mich grenzenlos weit, voller Liebe und Glückseligkeit. Dieses ekstatische Gefühl hielt mehrere Tage lang an. Bei meinem zweiten Interview materialisierte mir Sai Baba einen goldenen Ring mit seinem Portrait. Solch einen Ring hatte ich mir immer gewünscht. Er passte wie angegossen; lange Zeit war das mein kostbarster Besitz. Mein drittes Interview mit ihm war ein wenig anders. Ich vermisste dieses Glücksgefühl zunächst und wurde schon ganz unruhig. Dann dämmerte es mir: Ich hatte zu große Erwartungen und konnte mich in die Situation nicht mehr entspannen. Im Augenblick, in dem mir das klar wurde, öffnete ich mich, und tiefe Dankbarkeit und Liebe durchströmten mich. Mir wurde in diesem Moment auch bewusst, dass ich selbst für meine Glückseligkeit verantwortlich war. Es lag an mir, ob ich in diesen Zustand der Ekstase kam und nicht an Sai Baba. Das war eine sehr befreiende Erkenntnis für mich.
Negative Gerüchte
Wir hatten uns im Dorf ein schönes Haus gemietet, verbrachten unseren Tag mehr oder weniger im Ashram, lernten viele interessante Menschen kennen und hatten eine gute Zeit dort. Negative Gerüchte über Sai Baba gab es schon lange, aber sie erschienen uns zu absurd, wir schenkten ihnen kein Gehör. Conny Larson, ein schwedischer Devotee, saß öfter neben uns im Café, und wir hörten, wie er davon sprach, wie Sai Baba mit ihm Sex hatte. Absurd! Auch dass Sai Baba angeblich seine Studenten missbraucht haben sollte, empfanden wir als üble Nachrede. Wie konnte man diesem heiligen Mann so etwas nachsagen?
Drei Jahre verbrachten wir in Puttaparthi, zogen dann nach Kalifornien und waren auch dort sehr stark mit einer Sai Baba Gruppe verbunden. Wir trafen uns mehrmals die Woche, um Bhajans (heilige Lieder) zu singen, und am Wochenende machten wir Seva (gemeinnützige Arbeit) im Altersheim und unterhielten uns mit den alten Menschen. Sai Baba war der Mittelpunkt unseres Lebens.
Alaya Rahm
Bis zu dem Tag, als Patty, meine Freundin aus der Gruppe mit Alaya Rahm telefonierte – danach war nichts mehr so wie vorher. Alaya Rahm war zu dem Zeitpunkt ein junger Mann, der mit seiner Familie eine besonders prominente Stellung in der Sai Baba Community hatte. Ich kannte ihn zwar nicht persönlich, aber ich wusste wer er war, denn viele Devotees beneideten ihn. Er erhielt unglaublich viele Privat-Interviews mit Sai Baba, und es wurde gemunkelt, dass er eine Inkarnation von Krishna sei und Ähnliches – was die Leute halt so reden, wenn sie den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als auf Gott zu warten. Alaya Rahm erzählte meiner Freundin Patty, dass er von Sai Baba seit seinem 16. Lebensjahr missbraucht worden sei und dass er sich entschlossen habe, sich endlich zu outen und öffentlich darüber zu sprechen. Bei einer dieser Privataudienzen habe Sai Baba seinen Penis eingeölt und ihn dann ausgiebig massiert, damit er eine Erektion bekäme. Diese Vorgänge wiederholten sich, und zu einem späteren Zeitpunkt habe sich Sai Baba sogar nackt ausgezogen und habe von ihm Analsex verlangt. Der junge Mann hatte das abgelehnt und sich immer mehr zurückgezogen. Er sprach davon, wie er von Sai Baba zum Schweigen gezwungen wurde mit der Drohung, dass seiner Familie etwas Schlimmes zustoßen würde, wenn er etwas erzählte. Sai Baba belohnte ihn dann mit Geld und versprach ihm Macht und Ansehen.
Geräusche aus dem Nebenraum
In dem Augenblick als meine Freundin Patty mir das alles erzählte, wusste ich sofort: Das stimmt! Ich weihte meinen Mann ein, und der erzählte mir dann noch, dass er einmal, zusammen mit mit einer amerikanischen Gruppe, in der auch Alaya Rahm war (ich war zu diesem Zeitpunkt nicht in Indien), eine Audienz mit Sai Baba hatte. Alaya wurde von der Gruppe getrennt und hatte im Nebenraum eine Einzelaudienz mit Sai Baba. Aus dem Nebenraum waren dann seltsame Geräusche hörbar, ein unterdrücktes Stöhnen oder so etwas in der Art. Damals konnte mein Mann sich keinen Reim darauf machen, aber im Nachhinein verstärkte dieses Erlebnis den Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Diese Enthüllungen, die ich über meine Freundin sehr hautnah mitbekam, zogen mir den Boden unter den Füßen weg. Ich nahm sofort den Ring ab, den ich so sehr geliebt hatte und wusste, dass ich nun keinen Guru mehr haben würde – keinen in der Außenwelt jedenfalls.
Frieden finden
Letztendlich bin ich dankbar für diese Entwicklungen, denn dadurch bin ich spirituell erwachsen geworden. Ich wusste auf einmal, dass es darum geht, zu erkennen, dass wir alle göttlich sind und dass nur wir selbst die Antworten auf unsere Fragen wissen. Es ist so, als ob man lange Zeit eine Therapie macht, und irgendwann muss man sich von dem Therapeuten lösen und alleine zurechtkommen. Natürlich wollten wir den Vorfall mit unserer Sai Baba Gruppe diskutieren, aber das wurde uns von dem Leiter der Gruppe verboten. Der Missbrauch wurde noch nicht einmal negiert. Man redete sich einfach damit hinaus, dass diese Jungs wohl in früheren Leben Mönche waren, die ihre Schüler missbraucht hatten, und nun würde Sai Baba ihnen helfen ihr Karma aufzulösen. Alaya Rahm strebte sogar in USA einen Gerichtsprozess gegen Sai Baba an, aber sein Anwalt riet ihm irgendwann davon ab, weil die Sai Baba Organisation sich damit herausredete, sie seien nur eine Buchhandlung, und es wäre sehr schwer gewesen etwas gegen sie zu bewirken. Wer darüber mehr lesen möchte kann das hier tun: http://www.exbaba.de/index_bestanden/artikel/alayarahm.htm
Erwachsen werden
Lange Zeit war ich sehr zornig auf Sai Baba, aber solche intensiven Emotionen wollen angeschaut werden. Deshalb fuhr ich vor einigen Jahren wieder mit meiner Freundin Leela nach Indien in den Sai Baba Ashram und verbrachte dort Weihnachten. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, wieder an diesem Ort zu sein, an dem ich so viel erlebt hatte. Und es war ein schönes Weihnachtsfest. Ich sah Sai Baba auf seinem Thron sitzen, gebrechlich und alt, und ich hatte keinen Zorn mehr. Ich erinnerte mich an so viele glückliche Stunden, die ich hier in seiner Gegenwart verbracht hatte, und bin Sai Baba sehr dankbar dafür! Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass er junge Männer missbraucht hat. Und ich kann beides nebeneinander stehn lassen!
Ich wünsche Sai Baba Frieden und Glückseligkeit … wo auch immer er sich gerade befindet. Mögen alle Wesen, in allen Welten glücklich sein!
Christine Janson (www.christinejanson.de)
Eine sehr persönliche Abrechnung mit Sai Baba von Conny Larsson, einem ehemaligen Anhänger, findet ihr in seinem Buch Hinter der Maske des Clowns





Facebook
MySpace
Twitter





















Kommentare
ein sehr gut geschriebener, gut durchdachter kritischer Nachruf, ohne boshaft zu sein!
Liebe Grüße
Christine
Für mich war Sai Baba ja nur einer von vielen Scharlatanen, die mit der Leichtgläubigke it und Manipulierbarke it der Esojünger ihr Geschäft machen. Einer, der billige Zauberkunststüc kchen als Erleuchtungsbew eis verkaufte. Der wie so unzählige andere die Sucht der Menschen nach Erhebung, Glückseligkeit, (angeblich) spirituellen Sonderelebnisse n bediente und am Leben hielt.
Aber Sucht macht nicht frei und wahre Spiritualität findet im Alltag statt. Und: \"Triffst du Buddha unterwegs, töte ihn!\"
Lustiges Filmchen über die Zauberkunststüc ke und viele Links zu kritischen Berichten: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iHNv2MnT_viGy0_EXU48apH9PDRg?docId=CNG.9aab2a49d0613b48ae39c9a806faf18f.21
verkehrter Link
Noch ein Versuch:
http://blog.gwup.net/2011/04/24/sathya-sai-baba-tod-eines-gurus/
immer wenn Vorwürfe gegen einen Menschen erhoben werden, noch dazu wenn es sich um Mißbrauchsvorwü rfe handelt, dann bleibt von diesem Vor-Wurf etwas Schmutz hängen. Der einzige \"Beweis\" für den Schmutzklumpen, mit dem Du wirfst, den ich aus Deinem Bericht herauslesen kann, ist der, dass Du sofort \"wußtest\", dass seltsame Geräusche aus dem Nebenzimmer nur sexueller Mißbrauch gewesen sein können. Und dass ein junger Mann am Telefon mit Deiner Freundin sexuellen Mißbrauch geschildert hat. Ich glaube, das allein würde vor keinem Gericht ausreichen, um eine so schwerwiegende Anschuldigung zu beweisen. Deshalb plädiere ich dafür, für Sai Baba ein wenig Gnade walten zu lassen - sei er nun eine göttliche Inkarnation oder nicht - und zumindest die allgemeinen Menschenrechte auch und sogar für ihn gelten zu lassen, nämlich Art. 11: \"Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.\"
lieben Gruß
Monika
Wer geglaubt hatte, die \"Schwingungen Sai Babas\" zu spüren, hat offenbar immer nur die eigene Euphorie gespürt, denn sonst hätte er auf der Stelle erschrecken müssen.
Jeder einzelne Devotee hat durch die Teilnahme an dem Hingabe-Zirkus in Puttaparthi dazu beigetragen, dass Sai Baba in seinem fantasierten göttlichen Selbstbild bestärkt wurde und keinen Weg fand, seine psychischen Probleme als Mensch zu lösen.
Für ihn ist es nun endgültig zu spät. Und die Mehrzahl seiner Anhänger wird ihn entweder blind verteidigen oder zum nächsten Guru wechseln.
Das Ganze ist ein trauriges Lehrstück über die Weigerung von Anhängern und Gurus, zu selbstverantwor tlichen Individuen, also wirklich erwachsen zu werden.
Matthias
ich habe in dem Nachruf meine ganz persönliche Meinung geschrieben, dabei habe ich keinen Gerichtsprozess angestrebt und Sai Baba auch nicht 'mit Schmutzklumpen beworfen'. Deine Wortwahl hat mich schon sehr erstaunt und auch betroffen gemacht. Wenn ein junger Mann erzählt wie er missbraucht wurde, dann glaube ich ihm - ansonsten würde ich ihm eine Lüge unterstellen. Es ist schwer genug mit dem eigenen Missbrauch an die Öffentlichkeit zu gehen, so wie Alaya Rahm das mutig getan hat, und ich finde solche Menschen sollten unser ganzes Mitgefühl erhalten. Leider gibt es außer Alaya noch viele weitere Kinder und Jugendliche, die von sexuellen Übergriffen im Zusammenhang mit Sai Baba berichten. Gerade gestern hat mir eine Freundin von einem deutschen Jungen erzählt, der von Sai Baba im Alter von 9 Jahren zum Anal-Verkehr mit ihm aufgefordert wurde. Der Junge war lange Zeit danach sehr verstört und musste eine Therapie machen. Wenn du die Augen verschließen möchtest vor diesen massiven Vorwürfen gegen Sai Baba, so ist das dein gutes Recht. Ich kann das nicht mehr tun! Dabei war ich einmal sehr eng mit Sai Baba verbunden.
Herzlicher Gruß von
Christine
danke für Deinen sehr persönlichen Nachruf. Mir fällt dazu ein: »Die Welt will betrogen sein« – und es finden sich immer Leute, die diese Sehnsucht »bedienen«. Wer ist »schuld«?
Auch bigotte Gurus haben ihre Berechtigung – in dem sie dir, so du es denn willst, genau zu der Erkenntnis verhelfen, zu der Du dann auch gekommen bist: Du bist diejenige, die die Verantwortung für Deine Wachheit hat, Du bist Dein eigener Guru. Auch mir ist über die Jahre klar geworden: Das Beste, was ein Lehrer dich lehren kann, ist, dass du im Grunde keinen Lehrer brauchst. Diese Erkenntnis sickert so langsam in mein Leben ein.
Einen Aspekt will ich noch kurz anreißen: Wäre der Aufruhr um Sai Baba genauso groß (gewesen), wenn es sich bei seinen sexuellen Übergriffen um junge Frauen bzw. Mädchen gehandelt hätte? Statt einer schnellen Antwort bitte ich alle, die das lesen, diesen Gedanken einmal durchzuspielen.
Claus
vielen Dank für deinen Kommentar, der mich zum Nachdenken angeregt hat. Meinst du, dass Missbrauch an Mädchen mehr toleriert wird als an Jungs? Interessanter Gedanke. Für mich würde es sicherlich keinen Unterschied machen. In Indien geht man mit dem Thema Missbrauch sowieso sehr viel anders um als bei uns -Sai Baba wurde in keinster Weise von den Behörden befragt und die Regierung stand immer sehr hinter ihm - obwohl die USA Reisewarnungen für den Ashram von SAI BABA herausgegeben haben. Ich habe auch mit dem BBC für diesen Fall ein Interview gemacht und es war ein interessanter Beitrag und auch indische Regierungsbeamt e wurden zu dem Fall befragt. Sie wollten mit all dem nichts zu tun haben. Vielleicht ist Missbrauch von Kindern auch ein kulturelles Problem? In einem Land in dem teilweise sogar Teenager miteinander verheiratet werden, ist das vielleicht eine andere Sichtweise?
ich stelle hier einen Kommentar von Conny Larsson herein, der eine Innenansicht vom Ashram und S.B. beschreibt, besser als ich es zur Zeit könnte,
obwohl auch ich in den 80er oft in Puttahparthi war. Ich wurde mit Conny bekannt, nachdem er mich ansprach sein Buch in Deutschland an einen Verleger zu bringen, was mir nicht gelang. Umso froher bin ich, dass Stefan Bauer in eigener Regie dies jetzt fertig gebracht hat. Um zu überprüfen, ob Conny "cosher" ist, habe ich ihn auf Zypern besucht. Ich bin 98 % überzeugt, dass seine Geschichte wahr ist. Ich hoffe, dass immer mehr Menschen den Mut haben die Augen und das Herz zu öffnen und zu hinterfragen. Warum das so schwer ist wird einem deutlich , wenn man sich den Dokumentarfilm "Hafners Paradies" anschaut.
Herzlichen Gruss Alf Lüchow
_______________ ___________
Conny Larsson, Verfasser der Buches „Behind the mask of the clown“ („Hinter der Maske des Clowns“) beschreibt, wie er sich zu einer 31 Jahre langen Reise in zwei indischen Kulten einschiffte.
Politik, Sekten, Sex und Drogen
Ich bin Conny aus Schweden. Ich bin einer der Piloten jenes Flugzeugs, das von einem Berg aus startete, wie es heute von einem anderen Sprecher beschrieben wurde. Unglücklicherwe ise jedoch war ich nicht nur der Pilot eines Flugzeugs, sondern von zweien, denn zuerst stieg ich in die Transzendentale Meditation (TM) ein und insgesamt dauerte die Reise 31 Jahre.
Ich stürzte schließlich 1999 auf diesen seltsamen Planeten ab, den wir Erde nennen, und jetzt versuche ich, herauszufinden, wer ich bin und wer der Rest der Bevölkerung der Erde ist.
Ich wurde durch zwei weltweite Organisationen geködert, TM und die Sathya Sai Baba Organisation, angezogen durch die Sprache, die meine Meister benützten – die „Blumensprache“ , die flower power language, die Maharishi Mahesh Yogi, der Meister der TM-Organisation, benützte. Meine Altersgenossen werden sich an ihn erinnern: der indische Kerl, der mit den Beatles kam und deshalb auch „der Guru der Beatles“ genannt wurde.
Zunächst werde ich Ihnen berichten, was in meiner TM-Periode geschah. Es schien eine sehr unschuldige Gruppe zu sein, bei der man uns sagte, ihre Lehre sei nicht religiös. Wir würden bloß so nett und glücklich sein, TM lehrte uns bloß, uns zwei Stunden täglich zu entspannen: das war die Botschaft.
Ich trat dieser Organisation 1967 bei, und 1969 wurde ich Lehrer der Meditation, die wie uns versichert wurde, überhaupt nicht religiös sei. Ich musste zum Himalaya reisen und natürlich stellte sich heraus, dass die Indoktrinierung auch religiös war.
1971 wurde ich des Gurus Privatsekretär und reisten mit ihm überall hin. Tag und Nacht. Obwohl wir angeblich auf einer unpolitischen Mission waren, besuchten wir seltsamer Weise Haile Selassie, den Kaiser von Äthiopien, Herrn Nixon, König Olav von Norwegen, König Carl Gustav von Schweden, den Premierminister von Finnland, den König von Dänemark .....
Maharishi wollte nur die Welt verändern, indem er ihr sagte, sich solle sich entspannen, denn er wollte tatsächliche alle zu TM-Meditierenden machen, gleichgültig wer und was sie waren. Er ließ die Leute sich so willkommen fühlen, aber sein letztes Ziel, das ich erst nach 1975 zu verstehen begann, als ich die Organisation verließ, war die Schaffung einer Weltregierung, und bis heute gibt es eine parallele Weltregierung, die durch Minister, Maharadschas und Könige mit Plastikkronen und Mänteln wie im Mittelalter geführt wird. Sie glauben das tatsächlich und sie sind nicht irgendwer, sondern wohlgebildete Leute, Psychiater, Doktoren, Minister, Psychologen, alle diese Leute, die heute in einer berühmten Fernsehshow auftreten. Ihr Sponsoring der Bewegung bringt ihnen viel Erfolg durch erfundene Unterstützung von berühmten Doktoren und Veröffentlichun gen. Sie können sich alle mit dem Maharishi Satelliten Netzwerk verbinden: dort gibt es 24 Stunden täglich einen sehr wichtigen Kanal und dort ist es sehr leicht zu sehen, was geschieht.
Warum verließ ich diese Organisation? Ich begann aufzuwachen, als er erklärte, Mutter Teresa sei die schlimmste Art von menschlichen Wesen auf Erden. Sie erhielt später den Nobelpreis. Sein Hauptproblem mit ihr war, dass er den Nobelpreis für sich selbst wollte. Es wurde mir gesagt, ich solle die Verantwortliche n für die Auswahl der Kandidaten manipulieren. Wir versuchten das und hatten damit Erfolg, ihn zu nominieren, weil er damals viel Einfluss hatte, aber er wurde von König Olav von Norwegen ausgeschlossen.
Dann begann er zu sagen, alle seine Lehrer, und ich war einer von diesen, würden bald fliegen können. Wir würden fliegen und wir würden alle Arten von Planeten besuchen, über welche uns die Psychiater und andere spirituelle Lehrer ständig erzählten. Ich erkannte, dass dies nicht wahr sein könne, als ich diese Kurse lehrte. Sie nannten es das TM-Sidhi-Programm. Bei diesen „fliegenden“ Kursen saßen die Leute mit gekreuzten Beinen auf Matratzen und hüpften in dieser sitzenden Stellung. Nach einer Weile konnte man sehr geschickt sein und ungefähr einen Meter hoch hüpfen, bis man wieder zurückfiel. Ich hörte Maharishi einem französischen Fotografen mit einer langsamen Kamera die Anweisung geben, den „Zurückfall“-Teil wegzuschneiden und die Fotos zusammenzustell en, wenn sie „oben“ waren, was einen Eindruck des Fliegens vermittelte. So stellte er sie zusammen und das wurde in der ganzen Welt verbreitet.
Das war zuviel für mich und ich sagte meinem Meister „Ich kann Ihnen nicht mehr weiter folgen“. So stieg ich 1975 aus. Für mich persönlich war das eine Katastrophe. Ich hatte an der Theaterschule der königlichen Regierung in Schweden studiert, hatte einen vielversprechen den Start als Schauspieler und spielte auch in Filmen. Ich hatte diese Laufbahn verlassen, um der „Wahrheit“ zu folgen. So wischte ich mich auf diesem Raumschiff selbst weg. Ich wurde dann der Leiter der schwedischen TM-Organisation auf internationaler Ebene und täuschte Leute während etwa acht Jahren. Ich benötigte zehn Jahre, um den Entschluss zu fassen, auszusteigen.
.....Der weitere Text über Sai Baba folgt im nächsten Kommentar......
Christine , hier ist der restliche Kommentar über Sai Baba!
Grüße Alf Lüchow
_______
Der nächste Meister, dem ich in die Hände fiel, war Sathya Sai Baba. Er verkündete öffentlich, Gott zu sein. Er ist keine so demütige Person wie Jesus, nein, er ist der Vater, der Jesus zur Erde sandte, und er benützt idealistische und verführerische Worte wie Wahrheit, Rechtschaffenhe it, Friede, Liebe und Gewaltlosigkeit . Mahatma Ghandi, Martin Luther King, Mutter Teresa und andere berühmte Leute, die tatsächlich dazu beitrugen, die Welt zu verändern, benützten diese Worte. Daher ist es keine Ausnahme, dass Sathya Sai Baba sie benützt, aber er benützt sie für seine eigenen Zwecke.
Welche Zwecke sind dies?
Ich glaubte daran, dass es darum ging, die Welt zu verändern und das Goldene Zeitalter anbrechen zu lassen.
Das Königreich von Sai war nahe.
Das Königreich von Sai bedeutete, dass wir uns alle niederbeugen mussten, um seine große Zehe zu küssen.
Was bedeutete dies?
Dass wir alles tun mussten, worum er uns gebeten hatte.
Wie die TM-Organisation, so stellte sich auch die Organisation des Sathya Sai Baba zunächst als harmlos dar.
Sai Baba hat es nicht nötig, die Medien auf sich aufmerksam zu machen, er braucht kein Geld, alles ist frei, komm nur und sitze in der Gnade des Herrn.
Damals musste ich aus persönlichen Gründen Sri Lanka verlassen, wo ich ein Geschäft betrieb. So kam ich in Puttaparthi an und fiel Sai Baba zu Füßen. Ich verbrachte dort 21 Jahre. Er manipulierte mich. Ich wurde sein Geliebter, sein körperlicher und spiritueller Geliebter. Für 4 Jahre.
Einmal hatte ich versucht, von ihm wegzukommen, und brachte eine Frau mit, mit der ich mich verlobt hatte. Wir sagten ihm, dass wir heiraten wollten. Er sagte NEIN, schlug ihr ins Gesicht und sagte: “Du rührst diesen Knaben niemals an, denn er gehört mir – er ist mit mir verheiratet”. Ich küsste seine Füße und verließ diese Frau, die ich so geliebt hatte, denn man tut, was Gott will, und ich dachte, er sei Gott.
Die Information, die Sai Baba über sich selbst verbreitet, ist voller Lügen. Man kann eine Menge Information über ihn in der Website http://www.exbaba.com finden.
1993 wurden sechs Insassen von Prashanti Nilayam in Sathya Sai Babas Schlafzimmer ermordet. Es wird behauptet, zwei seien von den Angreifern getötet worden und die Polizei gab an, in Selbstverteidig ung vier der Angreifer, die nur mit Messern bewaffnet waren, erschossen zu haben. Als er die Gefahr für seine Person erkannte, lief Baba selbst um sein Leben. Interessanter Weise gehörten alle getöteten Personen zum inneren Kreis um Sai Baba.
Ich sage nun, dass diese Organisation eine kriminelle Organisation ist:
- Sie ist eine Geldwaschmaschi ne
- Vom ersten Tag an wurde ein pädophiler Ring gebildet, der Menschenhandel betreibt: junge indische Knaben werden nach Amerika geschickt und farbige amerikanische Männer aus Ghettos in New York usw. werden zu den Genossen in Indien und hauptsächlich an den Ashram geschickt.
Der Ashram empfängt heute zwischen 10.000 und 1.000.000 Leute täglich. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen von Leuten, die mit dem Flugzeug ankommen. Ein neuer Flughafen wurde gebaut.
Kommt all das Geld nur von den Anhängern?
Seitdem Frau Ghandi ermordet wurde, haben alle Präsidenten und Premierminister Indiens im zentralen Sathya Sai Baba Trust den ersten, zweiten oder dritten Platz gehalten. 55 Millionen Dollar jährlich kommen von den Anhängern in der ganzen Welt. Ich habe persönlich mit 22 Millionen beigetragen, andere sind bis zu 900 Millionen oder sogar einer Milliarde pro Jahr gegangen. Dieser Trust enthält auch eine Gehaltsliste, die Zahlungen an Minister, Richter des Obersten Gerichtshofs, Direktoren des CBI (Central Bureau of Investigation) verteilt, alles sehr bedeutende Männer in hohen Stellungen.
Ich könnte in alle Ewigkeit fortsetzen, Ihnen zu sagen, was sich innerhalb dieser Organisation abspielt. Das superspezielle Krankenhaus, das zu bauen Isaac Tigrett, einer der Gründer der berühmten Hard Rock Café, 108 Millionen Dollar spendete, sieht nun wie ein Palast aus. Innerhalb des Palastes sagen alle, arme Inder würden gratis behandelt, aber frage nicht, wenn sie herauskommen, ob sie noch zwei Nieren oder zwei Lungen haben. Solche Dinge geschehen heute. Sie entnehmen Organe und verkaufen sie. Als wir das verstanden hatten, informierten wir die UNESCO.
Im Jahre 2000 sponserten die UNESCO und die australische Flinders Universität das Sathya Sai Kindererziehung sprogramm. Es war auf viele Kinder innerhalb des Ashrams gerichtet und hätte bedeutet, dass 964 verschiedene UNESCO-Organisationen aus der ganzen Welt in das Herz dieses pädophilen Rings gekommen wären. Die Idee bestand darin, sie gefangen zu nehmen – wirtschaftlich, politisch, spirituell und auch körperlich. Glücklicherweis e gelang es uns, diesen Plan zu verhindern, und wir baten die UNESCO, öffentlich zu erklären, dass und warum sie sich von diesem Projekt zurückgezogen hätten. Was sie auch taten.
Nachdem ich die Bewegung verlassen hatte, war ich der Leiter einer schwedischen Regierungsinsti tution für Drogenabhängige und Kriminelle und war nach Schweden zurückgekehrt. Nachdem ich mein letztes Buch, “Hinter der Maske des Clowns”, veröffentlicht hatte, brach die Hölle los. Obwohl ich kein Schriftsteller wie Salman Rushdie bin, werde ich gejagt, und sobald sie herausfinden, dass ich irgendwo spreche, finden sie mich und versuchen, mich am Sprechen zu hindern. Dies geschah, bevor ich kam, um zu Ihnen zu sprechen.
Aus Sicherheitsgrün den lebe ich nun auf Zypern, wo ich mein drittes Buch schreibe. Ich kann nicht mehr in meinem Land bleiben, denn die Gefahr ist zu groß. Ich werde nicht den Mund halten und ich weiß zu viel.
Referenzen:
BBC-Dokumentation “The Secret Swami” kann auf Kassette bezogen werden.
“Hinter der Maske des Clowns” wurde ins Englische übersetzt.
http://www.exbaba.com
"Diejenigen spirituellen Lehrer und Gurus, denen eine große Gefolgschaft andächtig und unterwürfig zu Füßen liegt, haben meist selbst ein ungelöstes Machtthema in ihrer Persönlichkeits struktur. Ihr Bedürfnis, andere zu dominieren, zieht Menschen an, die nicht auf ihre inneren Kräfte vertrauen können."
Zitiert aus dem Artikel "Die Persönlichkeit im spirituellen Kontext", http://www.connection.de/artikel/spiritualitaet-mystik/die-persoenlichkeit-im-spirituellen-kontext.html
Gruß
Matthias
vielen Dank für diesen Auszug aus dem Buch von Conny Larsson. Wer weiß welche Ausmaße der Korruption und des Missbrauchs in diesem Ashram stattgefunden haben ... aber es ist gut, wenn es mutige Menschen gibt, die ihre Geschichte erzählen.
Herzliche Grüße von
Christine
ich denke Macht ist eine der größten Triebfedern unserer Welt. Gurus sind davon genaus wenig verschont wie andere Menschen auch. Wir sind alle Gott - und alle Gurus sind auch Menschen ;-)
Lieber Gruß von
Chistine
Nehmen wir mal an, ein junger Mann fühlt sich spirituell berufen; er möchte Gott kennen und verkünden. Gleichzeitig spürt er in sich sexuelle Wünsche, ja sogar schwule, ja vielleicht sogar pädophile. Vielleicht hat er ja auch noch den Wunsch nach Reichtum und Luxus. - Was macht er da, mit diesen anscheinend unvereinbaren Strebungen?
Wenn er eine 'saubere' Lösung möchte, dann muss er dies alles unter einen Hut bringen. Es ist dies eine Frage der Integrität, die wir alle kennen, denn wir alle haben teilweise ein Wirrwarr von Strebungen in uns, die nicht so richtig zueinander passen. Integrität heisst, wir finden eine Lösung, in der alle anscheinend disparaten Teile unserer Persönlichkeit in eine Einheit integriert sind, hinter der wir voll als Person stehen und die wir nach aussen vertreten können.
Dies ist eine Arbeit am Selbst, unserem Selbst; es ist die Erschaffung unseres Selbst. Für manche Menschen ist diese Arbeit leichter, für andere schwerer. Diese Arbeit kann ein ganzes Leben erfordern und viele schaffen sie nicht und weichen auf Ersatzbefriedig ungen und Ersatzwege aus.
Und hier kommt das Problem Sai Baba ins Spiel: Sai Baba wuchs in einer religiösen Kultur auf, die den Begriff des Selbst überhaupt nicht kennt. Insofern kannte Sai Baba überhaupt nicht die Werkzeuge, die für eine solche geistige Arbeit nötig sind; zumindest kannte er sie nicht aus seiner Kultur.
Von daher ging er den üblichen Guru-Weg: Möglicherweise durchaus aufrichtig in seinem spirituellen Streben rutschte er doch in die Verlogenheit und den Missbrauch, weil er sich durch die Macht, die er über seine Anhänger hatte, verführen liess und weil er den Begriff Integrität des Selbst sehr wahrscheinlich nicht kannte.
Wenn es nicht so traurig wäre könnte man darüber nur Lachen. Wenn wir schon von Gott sprechen, so sind wir alle GOTT selbst in dem einen SELBST11
So meine eigene Erfahrung.
Hildegard von Bingen: Der Mensch erscheint als Mikrokosmos, der in all seinen körperlichen, geistigen und seelischen Kräften die Gesetzmäßigkeit en des gesamten Makro-Kosmos widerspiegelt.
Und wie schon in ihrem ersten großen Werk "Scivias" ruft Hildegard dem Menschen zu: "O Mensch, schau dir den Menschen an: er hat Himmel und Erde und die ganze übrige Kreatur in sich. In ihm ist alles verborgen schon vorhanden.
>>Im Inneren der Seele sind dir alle Dinge gegenwärtig
Entsprechend der dem LOGOS typischen Eigenheit, sich selbst als das Höchste zu betrachten, werden die geistigen Aspekte der Individuation häufig überbewertet und ihre konkrete Verwirklichung vernachlässigt. Das erkennende Bewusstsein ist als Vorreiter und Motivator für unsere Entwicklung von entscheidender Bedeutung, weil uns durch dieses erst die Ganzheit und das Wunder des Lebens bewusst werden. Die wichtigsten Fortschritte der Menschheit wurden aber von Menschen, die mitten im Leben standen, geleistet und nicht von weltabgewandten , dem rein Geistigen zugewandten Einsiedlern. Die geistige Einsicht in die All- Einheit muss sich verwirklichen in den anderen Aspekten, in der Liebe, in der alltäglichen Lebendigkeit, in der schöpferischen Tat. (HEROS)
Bist du dir bewusst, dass du, dein Körper, deine Mit - und Umwelt und die Erde ein gemeinsamer großer Organismus sind?
Bist du dir bewusst, das sich im Aufbau und der Intelligenz deines Körpers der ganze kosmische und evolutionäre Prozess verdichtet und Gestalt gewonnen hat?
Hast du deinen Körper in all seinen Aspekten liebevoll angenommen und bist du breit, gut für ihn zu sorgen?
Gehst du auch liebevoll mit den vielen materiellen Dingen des Lebens, wie z. B. Besitz und Geld um und bist du dir bewusst, dass die äußere materielle Erscheinungsfor m von geistigen Prozessen und verdichteter Lebensenergie sind?
Lässt du dir genügend Zeit, um die Wunder der Natur und des Lebendigseins immer wieder mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu feiern.
Wenn du vor dem Angst hast, was deine innere Wahrheit ist, wird es dir schwer fallen, die innere Wahrheit eines anderen Menschen oder Wesen anzunehmen.
Wenn du aber dein eigenes Wesen kennst, dann wird dir das Wesen des anderen zugänglich. Im Innersten bist du wesensgleich mit aller Schöpfung. Wenn du mit dir und deinem Leben gut umgehst, gehst du mit der Schöpfung gut um.
MACHEN WIR ES NICHT SO GEHEIMNISVOLL! Wir selbst sind das Mysterium! Wir können das Wunder und Mysterium unseres Lebens nicht erfassen, weil wir dieses Wunder und Mysterium selbst sind! Das Mysterium ist uns das fernste und das naheste zugleich. Fern ist es unserer bewussten Erkenntnis, nahe ist es, weil wir es sind.
Damit stehen wir nicht außerhalb des Mysteriums und müssen nun verzweifelt versuchen, von unserem jetzigen alltäglichen und profanen Zustand in einen ganz besonderen und spirituellen zu transzendieren, sondern wir stehen bereits unmittelbar und unvermeidbar und in jedem Augenblick mitten im Mysterium.
Jeder Versuch, das Mysterium, die Transzendenz, den Stein der Weisen irgendwo anders zu finden, vielleicht in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, in einem anderen Bewusstseinszus tand, verstärkt nur unser Nicht- Gewahrsein dessen, dass wir es bereits sind.
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.