Das Geheimnis um zwei neue Methoden der Geistheilung

Foto: albix fotolia.com
Quantenheilung und Matrix Energetics
Die zwei aktuell so populären Heilungsmethoden Quantenheilung und Matrix Energetics werden auch als Quantenfeldmethoden zusammengefasst. Zwei von connection haben sie ausprobiert: Sie wirken, und sie tun gut. Nur mit der Theorie hapert's: Mit Quanten hat das nichts zu tun. Aber das stört ja bei der Heilung nicht
Welche neue Sau wird da nur wieder durchs Dorf getrieben, dachte ich,
als ich von Quantenheilung hörte. Und dann dieser
Wissenschaftlichkeit verheißende Namenszusatz
»Quanten« – in der Esoterik adelt man
damit ja gerne das, was … tja, was es wohl nötig
hat, weil es sonst unglaubhaft wäre. Also: kein Grund, das
näher zu untersuchen. Esoterische Heilmethoden gibt es ja wie
Sand am Meer.
Dann aber sprachen immer mehr meiner Freunde mit großer
Begeisterung von dieser Heilmethode. Freunde, die selbst therapeutisch
tätig sind und die ich schon lange nicht mehr so begeistert
erlebt hatte. Also wollte ich doch mal näher hinsehen und ging
zu einer befreundeten Therapeutin (Margarete Florschütz), die
so freundlich war, mir eine Einzelsitzung zu schenken.
Sich fallen lassen
Die Sitzung verlief gut. Margarete fragt mich nach einem Thema oder
Problem, körperlich, sozial, psychisch, egal, die
Quantenheilung würde überall helfen. Sie habe die
Quantenheilung erlernt, aber Matrix Energetics sei fast dasselbe. Ich
solle mich nun auf das Thema fokussieren. Es dann bewerten,
gemäß einer Skala zwischen minus zehn und plus zehn
– minus zehn für das Maximum an unangenehm,
problematisch oder bedrückend, plus zehn für das im
Positiven Höchste. Ich sagte: minus fünf. Dann legte
sie an zwei Punkte ihre Hände an – die
»Zweipunktmethode« – und wir blieben ein
Weilchen still. Sehr angenehm. Dann … war ja hinter mir ein
Sofa, auf das ich mich fallen lassen könne, darauf hatte sie
mich schon hingewiesen. Wir waren ja nur zu zweit, sonst macht man
Quantenheilung gerne auch mit Leuten, die einen auffangen. Ich
ließ mich fallen. Ahhh, wie wohltuend! Ich lasse mich so
gerne fallen. Dann fragte sie: Wie bewertest du das Thema jetzt? Ich
war bei minus drei bis vier. Wir wiederholten diesen Vorgang ein paar
Mal. Einmal war ich sogar bei minus zwei. Dann nochmal derselbe
Heilungsvorgang mit einem anderen Thema. Bei ersten Mal wählte
ich ein körperliches Problem, beim zweiten Mal ein soziales,
und wieder gab es eine Verbesserung.
Es wirkt – aber warum?
Beide Heilungsvorgänge waren positiv, beide Male gab es eine
Verbesserung. Warum? Weil es sehr angenehm war mit Margarete: Sie
schenkte mir ihre ganze Aufmerksamkeit und war so freundlich um mich
bemüht. Und weil ich mich so gerne fallenlasse. Das habe ich
schon als Kind gerne gemacht: auf eine Matratze, im Herbst auch gerne,
zusammen mit meinen Schwestern, in einen Laubhaufen im Garten. Die
Methode wirkt also. Nur, warum sie wirkt, darüber gehen die
Meinungen auseinander. Ich meine, dass die Quantenheilung eigentlich
eine Geistheilung ist. Sie wirkt, weil man sich dabei etwas vorstellt,
etwas bewertet, die Aufmerksamkeit auf etwas (ein Problem oder auch
eine erwünschte Lösung) richtet. Und man macht es
nicht allein, sondern in Interaktion mit einer wohlwollenden Person,
und es gibt auch noch eine körperliche Berührung
dabei, oft dann auch noch ein Fallen, Loslassen, sich Hingeben
– symbolisiert im und gefördert vom Umfallen, das
auf Massenveranstaltungen nochmal besonders spektakulär und,
wie ich finde, antörnend wirkt.
Geistheilung
Es gibt sehr viele Methoden der Geistheilung. Liebevoll und mit einer gewissen Fokussierung auf etwas Positives angewandt, wirken sie alle. Die Kulturen der Geistheilung aus den diversen Epochen und geografischen Regionen unterscheiden sich in ihrer Inszenierung, aber nicht im Wesentlichen. Wesentlich sind die Fokussierung (die Lenkung der Aufmerksamkeit), die positive Ausrichtung (wie im »positiven Denken«) und die liebevolle oder wohlwollende soziale Umgebung – nicht nur der Heilung Suchende, auch die soziale Umgebung muss die Heilung wollen oder wenigstens akzeptieren.
Gefährlich kann es werden, wenn Geistheilung anstelle einer körperlich wirksamen Methode angewandt wird, darauf weisen die Schulmediziner ja immer wieder hin. Auch Homöopathie und Reiki sind im Wesentlichen Methoden der Geistheilung. Sie können als solche die Wirkung der schulmedizinischen Methoden sogar übertreffen – aber nur dann, wenn die Schulmedizin sich ihre geistigen Komponente (die »Droge Arzt«, die Vertrauensbildung usw.) nicht oder viel zu wenig bewusst ist und sie nicht anwendet – was leider meistens der Fall ist.
Frank Kinslow
Der Chiropraktiker Frank Kinslow hat die Methode der Quantenheilung (quantum entrainment) erfunden und propagiert sie. Das Phänomenale an ihm ist nicht die Methode, die ist geradezu banal. Sie »wirkt sofort – und jeder kann es lernen«, wie schon der Buchtitel seines Bestsellers behauptet. Das Phänomenale daran ist die Person Kinslow, ihre Tiefe und Einfachheit, ihr sympathisches Wesen. »Ich entdeckte eine Technik, die den Körper, den Geist und die Seele innerhalb weniger Sekunden in einen tiefen Ruhezustand versetzt und somit schnelle Heilung und Veränderung begünstigt«, sagt er. Innerhalb weniger Sekunden??? Doch ihm glaubt man es. Und man kann es ja auch ausprobieren. Wenn du das Vertrauen hast, dass es klappen wird, dann wird es wahrscheinlich klappen. Außerdem spricht Kinslow von dem »reinen Bewusstsein« und davon, »dass alles, genau so wie es ist, in Ordnung ist. Das ist wahre Liebe«. Er ist ein Mystiker, ein Meditierer, ein Liebender.
Richard Bartlett
Warum stellen wir das Wunder der Selbstheilung nicht poetisch dar? Das Ringen um die Anerkennung der Wissenschaft ist erfolglos und – peinlich
Auch Richard Bartlett ist Chiropraktiker und außerdem Arzt. Er hat eine Praxis in Seattle im Nordwesten der USA und kommt auch nach Deutschland, wo er bei seiner Premiere in Kirchzarten im Oktober 2009 mehr als tausend Menschen begeisterte. Im Gegensatz zu Kinslow, der das reine Sein für bereits ausreichend hält, Heilung (und anderes Erwünschtes) zu bewirken, spricht Bartlett von der Intention, die Wunder wirken kann, und empfiehlt die »Zweipunktemethode«. Die Ähnlichkeit zu Kinslow besteht darin, dass auch er die Einfachheit seiner Methode preist, dass jeder sie lernen kann, dass dabei viel gelacht wird und man auf den Veranstaltungen so viele fröhliche Menschen trifft – und im theoretischen Rückgriff auf die Quantenphysik. So steht es auf der »offiziellen Webseite rund um Matrix-Energetics«: »Die wissenschaftlichen Grundlagen stammen aus der Quantenphysik und beinhalten die Super-Stringtheorie gleichermaßen wie die morphogenetische Resonanz nach Rupert Sheldrake«.
Was hat das mit »Quanten« zu tun?
Nichts. »Quanten« sind einfach
kleinste Teilchen (lat. quantum – wie groß
oder wie viel). Und es hat auch nichts mit der Quantenphysik oder
Quantenmechanik zu tun. Diese erschütterte vor circa achtzig
Jahren die theoretische Physik, weil dort von
»Aufenthaltswahrscheinlichkeiten« kleinster
Teilchen dir Rede war, anstatt von fest bestimmbaren Orten, an denen
sich diese Teilchen jeweils befinden, wie in der klassischen Physik.
Dann fand Heisenberg eine
»Unschärferelation« zwischen einem
beobachteten Objekt und seinem Beobachter. Das klingt alles sehr
»mystisch« – Mystiker und
Meditierer fühlen sich bei solchen Aussagen in der Regel sehr
wohl. Aber: Wissenschaftliche Thesen oder Theorien sind falsifizierter,
d.h. es sind Beobachtungen denkbar und prinzipiell möglich,
die ihnen widersprechen. Das gilt für mystische Erlebnisse
nicht, sie integrieren alles. Sowohl die Quantenheilung wie auch
MatrixEnergetics sind Geistheilungsmethoden, die alles integrieren (und
wenn man es so nennen will: heilen) können. Sie sind sozusagen
angewandte Mystik, nicht Wissenschaft.
Poesie statt Wissenschaft
Warum legen sich die Vertreter dieser schönen Methoden nur
immer wieder Begriffe aus dem Bereich der exakten Wissenschaft zu, die
doch überhaupt nicht passen? Energie, Information, gar
»Informationsmedizin« oder »energetische
Medizin«, ojeoje … was für peinliche
Zeichen von Unsicherheit und Misstrauen in die eigenen Methoden, was
für ein Ringen um Anerkennung von Seiten »der
Wissenschaft«, die diese dann doch versagt. Wie viel
angemessener und schöner ist dagegen eine poetische
Darstellung des Wunders der Selbstheilungskräfte oder der
Perfektion und Schönheit der Natur, die »ist, wie
sie ist« – etwa mit einer Hymne von Tagore oder
einem Gedicht von Rilke!
Der Kongress »Matrix 2012« am 14. und 15. November
in Freiburg hat sich die »Quantenfeldmethoden« zum
Thema gemacht. Die Connection AG ist dort vertreten mit einem Stand
sowie einem Vortrag und Workshop von
Wolf Schneider.
Wolf Schneider







Facebook
MySpace
Twitter





















Kommentare
Und nichts anderes geschieht bei der Quantenheilung: Formulierung und Fixierung der Formulierung durch Beobachtung. Die Berührung ist dabei gar nicht notwendig.
Die Quantenphysik hat sich ja doch nur aus wissenschaftlic h-logisch unerklärlichen Testergebnissen entwickelt. Die Erklärungsversu che und Theorien hätten gut von Esoterikern entwickelt werden können.
Der Quantenphysik wird nichts anderes übrigbleiben als der Mystik die Hand zu reichen.
Jede therapeutische Intervention birgt potentiell die Chance in sich, heilend zu wirken, sofern sie im rechten Geiste (Geistheilung!) , sprich: mit Zuwendung, Liebe, Respekt und Aufmerksamkeit geschieht. Und ob dabei nun Quanten, Globuli, Akupunkturnadel n ... im Spiel sind oder nicht, ist völlig unerheblich.
Wenn sich das unter den Anbietern und Rezipienten (esoterischer) Therapiemethode n rumsprechen würde, könnte man viele "Säue im Stall lassen", sich auf die einfachen und wesentlichen Dinge konzentrieren und würde sich nicht durch das Betreiben von Etikettenschwin del (vorgebliche "Wissenschaftlic hkeit" der Methoden) fortwährend selbst diskreditieren.
Kleiner Schönheitsfehle r (wahrscheinlich nur ein Tippfehler) in dem Artikel: Wissenschaftlic he Theorien sind "falsifizierter" (als mystisches Erleben), sondern falifizierbar.
Bitte (Admin!) - falls nachträglich noch möglich - das Wörtchen "nicht" noch einfügen. Danke.
Und dennoch: Es gibt sie schon - die Heil-Kunst! Wer sie (einigermaßen) beherrscht, weiß - wie jeder ander Künstler auch - dass er/sie etwas kann. Etwas, das über die Anwendung von Techniken und Methoden hinaus geht. Dieses "etwas" bleibt ein Geheimnis - wie bei einer jeden anderen Kunstfertigkeit auch.
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.