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Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts war ein guter Anfang

Magazintexte - Spirit

Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts war ein guter Anfang
© Joseph Wright of Derby

Das Licht des Bewusstseins

Schade, dass es damals nicht weiterging. Das Individuum als Souverän nicht nur in der Politik, sondern auch im Religiösen, das hätte zur Mystik geführt. Zeit für eine Aufklärung endlich auch hier, im Bereich von Religion, Spiritualität und Esoterik, findet Wolf Schneider

Im 18. Jahrhundert erwacht Europa aus einem Dämmerschlaf, der viele Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende gedauert hat. Vielleicht hatte er nicht einmal einen Anfang. Dieses Erwachen hat nicht etwa das »dunkle« Mittelalter beendet, das auf eine »helle« Antike folgte, oder begonnen, das dunkle Patriarchat zu beenden, nach einer hellen Frühzeit des Menschen, sondern dieser »Aufbruch des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit« (so hat Immanuel Kant diese Zeit definiert) war ein Erwachen der menschlichen Kultur überhaupt. Ein Erwachen und Zusichkommen, das vielleicht nur mit der Zeit des geistigen Aufbruchs vergleichbar ist, wie sie Indien in der Zeit von Buddha und Mahavira vor etwas 25 Jahrhunderten erlebt hat. Eine Morgendämmerung nach der langen, dunklen Zeit des Unwissens, in der endlich das »Licht des Bewusstseins« den Menschen und seine Welt erhellen sollte.

Europa hat es an Innenschau gefehlt. Vermutlich war das der Grund, warum die Aufklärer Europas den Bereich der Religion ausließen

Die Welt erkennen

Was die europäische Aufklärung des 18. Jahrhunderts auszeichnet, ist ein Aufklaren in der Betrachtung der Außenwelt. Sie passt zu einem Kontinent, der sich gerade zwei, drei Jahrhunderte lang die restliche (Außen-)Welt untertan gemacht und mit Forscheraugen in die Ferne geblickt hatte. Wie aber stand es um den Blick nach innen? Auch dorthin schauten einige (Rousseau und Lessing zum Beispiel), aber viel zu wenige und nicht gründlich genug. Kein Vergleich mit der Zeit des Buddha, als reisende Asketen und spirituelle Lehrer sich jahrzehntelang in der Einsamkeit oder in Debatten mit anderen Suchern den Mysterien ihrer Innenwelten widmeten und dann, aufgrund dieser Erfahrungen, den dogmatischen Brahmanismus herausforderten. 

Europa hat es an Innenschau gefehlt. Vermutlich war das der Grund, warum die Aufklärer Europas den Bereich der Religion ausließen, den die Kirchen als ihr Territorium beanspruchten. Noch Voltaire hatte gegen die katholische Kirche gewütet: »Écrasez l’infame«, zerstört die Unverschämte. Dann aber vereinten Gegenaufklärung und Restauration ihre Kräfte, und schon 1830 waren die alten Institutionen wieder weitgehend intakt. 

So wurde das 19. Jahrhundert trotz eines Aufblühens der Wissenschaften in vieler Hinsicht ein dunkles. Darwin zögerte jahrelang, ehe er es 1859 wagte, sein Buch von der Entstehung der Arten (On the origin of species) zu veröffentlichen. Schopenhauer, Nietzsche und die großen Künstler blickten nach innen, aber nicht so tief wie Aufklärer der revolutionären Zeit von Buddha im alten Indien oder Laotsi, der legendäre Autor des Daodejing in China. In Europa richtete an der Wende zum 20. Jahrhundert Freud seinen aufklärerischen Blick nach innen und beleuchtete den Bereich der menschlichen Sexualität, der Träume und des Unbewussten. Viele andere halfen in dieser Zeit aufzuklären, doch der Aufbruch, den die Zeit von Locke und Hume (in England), Voltaire, Montesquieu und Diderot (in Frankreich), Lessing, Wieland und Kant (in Deutschland) brachte, verlor an Impetus. Die Gewaltherrschaft unter Robespierre und dann die Diktatur unter Napoleon, die der französischen Revolution folgten, im Verein mit den restaurativen Kräfte der alten Mächte hatten der Aufklärung den Schwung genommen, und sie hat ihn bis heute nicht wiedergewonnen.

Der Frontverlauf

Doch heute sind die Fronten andere. Die Kräfte der vermeintlich freien, westlichen Gesellschaften, die sich für Fahnenträger der Aufklärung und der Demokratie halten (die Demokratien sind ja, zusammen mit der Gewaltenteilung nach Montesquieu, eine Folge der Aufklärung), verstehen sich als fortschrittlich und insofern als Gegner der rückwärtsgwandten Kräfte in der Welt, heute insbesondere des islamischen Fundamentalismus, aber auch der postmaoistischen Machtpolitik Chinas. In Deutschland ist es eine Front ähnlicher Kräfte (die Kirchen und die Medien des Mainstreams), die sich gegen die spirituelle Erneuerung einer für esoterisch-abergläubisch gehaltenen Strömung stellt, die als »kulturell Kreative« und »Lohas« mittlerweile immerhin ein Drittel der Gesellschaft ausmachen. 

Diese Fronten täuschen darüber hinweg, dass die Fahnenträger des »freien Westens«, der von sich glaubt, auf den Schultern der amerikanischen und französischen Aufklärung zu stehen – exzessiv verkörpert von George W. Bush in den fatalen acht Jahren seiner Regierung – längst selbst zu einem »ancien Régime« geworden ist, das einer Aufklärung bedarf. Das konservative Amerika, das als Weltpolizei Dominanz beansprucht (die Militärausgaben der USA machen fast die Hälfte der Weltmilitärausgaben aus), ist selbst fundamentalistisch und hat, nach den Jahren des Kalten Krieges gegen den fundamentalistischen Kommunismus, nun im fundamentalistischen Islam seinen Feind gefunden. Zwei Fundamentalismen aber können nicht miteinander Frieden schließen, allenfalls einen Waffenstillstand. Würden sich die USA auf ihre Wurzeln in der Aufklärung (enlightenment) besinnen, würden ihr Fundamentalismus und ihre »Arroganz der Macht« so schnell dahinschmelzen wie Eis in der Sonne.

Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts war ein guter Anfang
© rolffimages fotolia.com

Innenwelt versus Außenwelt

Erst spät fiel mir auf, dass das Wort, das die englischsprachige Welt für das Jahrhundert der Aufklärung (das 18.) verwendet (le siecle de la lumière, the century of enlightenment), dasselbe ist, was sie für die Übersetzung des buddhistischen Begriffs Nirvana verwendet: Enlightenment. Für einen Deutschen ist »die Aufklärung« erstmal nur eine politische, allenfalls noch kulturelle Bewegung und »die Erleuchtung« ein (oder sogar das) Ziel der spirituellen Suche, asian-style. Bei uns wird beides von den führenden Medien des Mainstreams – neben ARD und ZDF sind das Spiegel, ZEIT, FAZ und SZ –, die sich als Vertreter der Aufklärung verstehen, als Gegensatz betrachtet: Sie, die Aufklärer, halten sich für rational und fokussiert auf das Diesseits, die Realität. In den Erleuchtungssuchern sehen sie irrationale Flüchtlinge aus der Realität in eine fantasierte heile Welt jenseits von Gut und Böse: die Anderswelt, das Nirvana. Für die Erleuchtung Suchenden hingegen sieht die Sache ganz anders aus: Sie halten die selbsternannten Aufklärer des Mainstreams für Flachlandbewohner ( Ken Wilber), die nur an der Oberfläche der Phänome herumkratzen und sich mit Symptomen beschäftigen, nicht mit den Ursachen, und so nie »das wirkliche Licht« schauen werden, die Tiefe, Klarheit, Schönheit und Einheit dessen, das einfach »ist, wie es ist«.

Im Dunkel sieht man nichts

Zunächst zum Licht: Alle reden da vom Licht, die »Aufklärer« der Murdoch-Medien und der deutschen Mainstream-Phalanx ebenso wie die »Lichtarbeiter« mit ihren gechannelten Botschaften. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass das Licht nur eine Metapher ist, unseren wichtigsten Sinn, das Auge betreffend. Hierzu schrieb der deutsche Aufklärer Christoph Martin Wieland 1789, im Jahr der französischen Revolution, in dem von ihm herausgegebenen, viel gelesenen »Teutschen Merkur«: »›Was ist Aufklärung?‹ – Das weiß jedermann, der vermittelst eines Paars sehender Augen erkennen gelernt hat, worin der Unterschied zwischen hell und dunkel, Licht und Finsternis besteht. Im Dunkel sieht man entweder gar nichts oder wenigstens nicht so klar, dass man die Gegenstände recht erkennen und voneinander unterscheiden kann; sobald Licht gebracht wird, klären sich die Sachen auf, werden sichtbar und können voneinander unterschieden werden«. 

In den Erleuchtungssuchern sehen die politischen Aufklärer irrationale Flüchtlinge aus der Realität in eine fantasierte heile Welt jenseits von Gut und Böse

Warum nur das Auge?

Warum nur immer das Licht und das Sehen? Kann nicht auch das Ohr aufklären? Und was ist mit der Nase und der Haut, wir erfahren doch auch durch sie »Realität«? Zum Ohr als aufklärerisches Sinnesorgan hat Joachim Ernst Berendt etliche Bücher geschrieben (u.a. »Nadabrahma – die Welt ist Klang«). Er bezeichnet das Ohr als das weibliche Sinnesorgan, das rezeptiv ist, im Gegensatz zum aggressiven Auge, das eher projizierend hinsieht, als Botschaften in sich aufzunehmen. Das Ohr ist auf seine rezeptive Weise ebenso berechtigt und geeignet, die Wirklichkeit zu erkennen. Vielleicht ist die Dominanz des Sehens gegenüber den anderen Sinnesorganen auch ein Grund, warum fast alle Aufklärer Männer sind und wir in diesem Heft, vor allem zum Thema Aufklärung, fast ausschließlich männliche Autoren haben. 

Ich möchte hier auch noch Jacques Lusseyran erwähnen. Geboren 1924 in Paris, erblindete er im Alter von acht Jahren völlig. Durch seine Blindheit erwarb er als Erwachsener ein so feines Gespür für Nuancen in der menschlichen Stimme, dass die Kämpfer seiner Résistance-Gruppe ihn für die Rekrutierung zuständig machten – die Neuzugänge hätten ja auch Spione der Nazis sein können. Trotz dieser Fähigkeit wurde er verraten und kam ins KZ Buchenwald. Dort überlebte er, weil die Blindheit ihn nach innen geführt hatte, zu seinem inneren Licht und einem Ort der Stille und Unbestechlichkeit, ja des Glücks, wie er später schrieb (in dem Buch »Et la lumière fut«/Und es wurde Licht, auf deutsch als »Das wiedergefundene Licht«).

Selbsterkenntnis

Nach all der Aufklärung über die Eigenschaften des Weltalls, der Atomkerne und Moleküle und der Zellen als Bausteine des Lebens bis hin zur DNS ist die größte von Europa noch zu leistende Aufklärung die des menschlichen Ich – des Subjektes, welches das alles sieht, erforscht, ordnet und empfindet: die Selbsterkenntnis. Wenn ein Buch wie Richard David Prechts »Wer bin ich, und wenn ja wie viele« die Spiegel-Bestsellerliste erreicht und viele andere, gute und tiefgehende Bücher zu diesem Thema verlegt und gekauft werden (sogar der Spiegel brachte ein Sonderheft zum Thema »Ich« heraus), dann ist die Zeit reif für eine Aufklärung auch dieses Mythos. Europas Militär und Wirtschaft hat auch noch zwei Jahrhunderte nach der französischen Revolution (ihr Motto »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« galt eben nicht für alle) den Rest der Welt unterjocht und ausgebeutet, und der europäische Individualismus hat die anderen Kontinente überrannt oder infiziert, im Guten wie im Schlechten – Zeit für eine Aufklärung auch der Rätsel um das Ich. Für den Buddhismus, der die asiatische Kultur geprägt hat wie nichts anderes, ist das Ich sowieso seit je der Kern-Mythos. In der Hinsicht betreiben Buddhisten Aufklärung seit 2.500 Jahren. Aber auch viele Hindus tun es (zum Beispiel im Advaita Vedanta), und die Sufis tun es, mit ihrem Witz und ihrer Weisheit, in der islamischen Kultur. 

Buddha war der größte Aufklärer aller Zeiten

Wer macht mit?

Seit 1988 gibt es das Magazin »What is Enlightenment«, neuerdings heißt es »EnlightenNext«. Gegründet von Andrew Cohen, der sich als spiritueller Lehrer versteht (»the guru and the pandit« nennt er sich gerne neben Ken Wilber, mit dem er gerade den 25. Dialog veröffentlicht hat), will es die Menschen zur »Freiheit der spirituellen Erleuchtung« bringen (»We have been working for two decades to awaking people to the liberating freedom of spiritual enlightenment«). Wie gut gelingt das? Auch Harry Palmer, der Gründer der Avatar-Methode, hat schon das Ziel verkündet, eine »erleuchtete planetare Zivilisation« erreichen zu wollen. Wer macht mit? In beiden Fällen ist das Ziel nobel, die Resonanz darauf ist jedoch bisher im Großen und Ganzen auf die engere Schülerschaft der beiden Gurus beschränkt. Warum das? Ist die Zeit vielleicht noch nicht reif dafür?

»Ich bin der Weg«

Ich meine, dass beide ein bisschen in die Falle des überlieferten, vielleicht gefälschten Jesus-Spruchs »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben« hineingetappt sind. (An anderer Stelle, Jh 8,12, soll Jesus gesagt haben »Ich bin das Licht der Welt« – also auch er ein Aufklärer?) So wie Guru Bhagwan mit seiner Ankündigung: »Ich bin der Messias, auf den Amerika gewartet hat«. Oder sollte das vielleicht nur ein Witz sein, von ihm, dem Heiligen Narren? Jedenfalls beginnt hier, bei solchen Sprüchen, falls sie denn so gemeint sind, die spirituelle Arroganz, der Narzissmus, oft auch die Intoleranz. Der Aufklärer Lessing hat das anno 1778 so ausgedrückt: »Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit bestehet. Der Besitz macht ruhig, träge, stolz.«

Der Dalai Lama und Thich Nhat Hanh sind gute Beispiele für Aufklärer, die ihrer eigenen Tradition treu geblieben und dabei doch völlig offen sind gegenüber anderen Traditionen der Aufklärung/Erleuchtung, mit denen sie sich verbinden. Auch Willigis Jäger und Annette Kaiser gehören zu diesen Verbindenden, Transkulturellen, und viele der Sufi-Bewegungen und Zen-Traditionen gehören dazu. 

Aufklärung auch für Spiris und Esos

Auch die spirituellen Bewegungen brauchen Aufklärung, nicht nur die Verfilzungen in Politik und Wirtschaft. Die Zeitschrift connection hat das, mit den geringen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, aber dem Ohr am Puls der Szene getan: gegenüber Osho, Sri Chinmoy, Oliver Shanti, Sai Baba und vielen anderen. In einigen Fällen als erste (auf Deutsch). Aber das reicht noch nicht. Es braucht noch viel mehr davon. Gerade in diesem Berreich, der doch für Fundamentalismus, Fanatismus, Bigotterie und Heuchelei so anfällig ist, braucht es Aufklärer, die nicht schadenfroh auf die an ihren hohen Idealen Scheiternden runter schauen, sich moralisch über alledem stehend wähnen, sondern Aufklärer, die schonungslos wahrhaftig sind, aber dabei liebevoll gegenüber Opfern wie Tätern.

Als ich 2008 beim Gütersloher Verlagshaus mein »Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer« herausbrachte, gab es auf Seiten der Esoteriker einige gerümpfte Nasen und manchmal Unverständnis für den darin versteckten Humor, aber auch viel Begeisterung. Von Seiten des Mainstreams war das Interesse zunächst sehr groß: Es wurden mehr als 200 Rezensionsexemplare angefordert, auch von Stern, Focus, SZ, ZEIT, ARD, ZDF. Es waren sogar zwei Redakteure der ZDF-Tagesnachrichten (»heute«) daran interessiert, einen Beitrag zum Erscheinen des Buchs zu bringen, sie wurden dann aber von ihrem Chef zurückgepfiffen, mit der Begründung, es sei »nicht politisch hart« genug. Es bot zwar Aufklärung über typische Irrtümer der Esoterik, aber die Haltung dahinter war nicht so hämisch, wie das für eine Nachricht in den großen Mainstream-Medien (jedenfalls damals noch) nötig gewesen wäre.

Die Medien als Aufklärer

Es gibt sie aber, die Brückenbauer, die einsichtigen oder gar weisen Aufklärer, auch in den Medien des Mainstreams. Mit Riehl-Heyse als Chefredakteur wäre die SZ als Ganzes ein aufklärerisches Medium gewesen. Mit Tiziano Terzani in seinen späten Jahren als Chef des Spiegel auch dieser, und mit einem wie Ulrich Schnabel vielleicht auch die ZEIT. Mal davon abgesehen, dass die drei sich die administrative und Marketingseite eines solchen Jobs nicht hätten antun wollen; der Job beinhaltet ja auch, das Profil den Anzeigenkunden genehm zu machen. Es gibt sie jedenfalls, die Journalisten, die imstande sind, Brücken zu bauen, von der politischen Aufklärung hinüber zur spirituellen, religiösen, wo es ja durchaus mehr zu sagen gibt als nur »Es ist, wie es ist« (– einer meiner Lieblingssprüche, wenn ich im Esoterik-Kabarett als Shri Shitananda auftrete). 

Der Buddha als Aufklärer

Ich verstehe connection als ein Medium, das die Tradition der Aufklärung fortsetzt, die von Robespierre vergewaltigt, von Napoleon missbraucht, vom Wiener Kongress 1815 hintertrieben und von Demagogen aller Art immer wieder verraten wurde. Eine Tradition, die in Darwin, Nietzsche, Freud und Einstein geniale Erben erlebte, wie eigenwillig und beschränkt diese im einzelnen auch immer gewesen sein mögen, darunter auch Marx und Engels, trotz der Fundamentalismen, die aus ihren Doktrinen folgten, bis hin zu Stalin, Mao und Pol Pot. 

Buddha ist in der Hinsicht eine große Ausnahme: Er war vielleicht der größte Aufklärer aller Zeiten, und er hat es geschafft, dass es bis heute, über 25 Jahrhunderte hinweg, nicht leicht ist, seine Botschaft zu verfälschen und für andere Zwecke zu missbrauchen. Der Kern seiner Aufklärung ist dies: 1. das Ich ist ein Mythos. 2. Alles verändert sich. 3. Wer an etwas festhält, leidet. Ist das nicht zu einfach, ist die Welt nicht ein bisschen komplizierter? Die Welt schon. Aber wir, die sie betrachten, nicht.

Wolf Schneider



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Kommentare  

 
0 # Holger Lüttich 2010-11-02 12:37
Lieber Wolf, das klang vielversprechen d: »Aufklärung/Enlightenment. Die politische und religiöse Dimension der Befreiung« – endlich mal wieder eine Connection-Ausgabe über den Buddhismus! So dachte ich und verschlang gleich dein Vorwort »Klarheit innen und außen« und den Leitartikel »Das Licht des Bewussteins«. Bis ich zum letzten Abschnitt gelangte: »Der Buddha als Aufklärer«. Da schreibst du: »Buddha ist der größte Aufklärer aller Zeiten«. »Yeah«, dachte ich in voller Zustimmung – und hoffte, du würdest jetzt endlich zur Sache kommen. Jetzt räumt er auf mit den bigotten Verzerrungen Buddhas durch die Mönche sämtlicher Lager (einschließlich des Dalai Lama), dachte ich, jetzt kommt der Befreiungsschla g, um den Weg zu einem wahren, neuen Buddhismus zu ebnen. Doch dann las ich mit zunehmender Bestürzung deinen Text weiter. Du behauptest, Buddha habe »es geschafft«, dass es »bis heute, über 25 Jahrhunderte hinweg, nicht leicht ist, seine Botschaft zu verfälschen und für andere Zwecke zu missbrauchen«.

Ich entgegne: Es ist vielleicht nicht leicht, Buddhas Botschaft zu verfälschen. Aber wird sie nicht trotzdem weltweit verfälscht und missbraucht? Welcher Mahayana Buddhist, welcher Theravada Buddhist trägt denn noch der Lehre Buddhas – am unverfälschtest en im Hinayana Suttapitakka dargestellt – Rechnung? Wohin man auch blickt, herrscht doch heute Verrottung!

Oh, ihr Mönche!

• In Thailand darf man im Tempel einem Mönch nicht seinen Rücken und seine Fußsohlen zuwenden (das wäre »nicht respektvoll«)

• Der Theravada-Mönch darf nur morgens Brot essen. Daher benötigt er zwei Honiggläser, beschriftet jeweils mit den Worten »Morgens« und »Mittags«. Damit er nicht Gefahr geht, einen Brotkrumen vom Morgen zu verschlucken, der sich vielleicht ins Honigglas verirrt hat (ein Verstoß gegen Nissagiya Paticciya 23), nascht er Mittags nur aus dem »Mittags«-Honig.

• Wegen einer alten Geschichte, in der eine Schlange aus einem gefällten Baumstamm sprang, dürfen Theravadins kein Holz anzünden (außer sie sind krank).

• Ein heranrollender Fussball darf nicht zurückgekickt werden, da man sich in »weltliche Spielbegeisteru ng« verstricken könnte. Und so weiter...

Oh ihr Mönche! Glaubt ihr, es macht dem Nirwana etwas aus, ob euch ein Laie oder Mönch seine Fußsohlen zuwendet, ihr Nachmittags einen Brotkrumen verschluckt, ob ihr ein Feuer macht, oder ob ihr einen auf euch zurollenden Fußball zurückkickt? Wie sehr muss man anhaften, um so etwas ernsthaft zu glauben?

Hat Buddha sowas jemals gelehrt? Natürlich nicht. Und selbst wenn, wäre das kein Grund noch immer daran festzuhalten. Buddha war nicht vermessen. Im Mahâparinibbâna -Sutta sagt er z.B.: »Wenn ihr wollt, kann die Gemeinschaft geringere Regeln nach meinem Tod verwerfen.« (D, II, 154).

Selbstgefällig und stolz

Es hat gar nichts mit Buddha zu tun, was die Theras da vielfach tun. Sie erwidern z.B. nichts, wenn sie gegrüßt werden. Nirgendwo spricht der Buddha davon, dass ein Mönch seinen Dank oder Respekt anderen nicht zeigen darf. Im Tathagataguhya Sûtra und in vielen anderen Mahâyâna-Sutren steht, dass ein Bodhisattva sich vor »allen Wesen verneigt«. Theravada-Mönche grüßen und bedanken sich niemals. Weder für einen Gruß, noch für Spenden, noch für andere Dienste ihrer Verehrer. Auch der Ehrenwerte Bikkhu S. Dhammika, buddhistischer Mönch und weiser Kritiker patriachalische r Buddhismustradi tionen stellte fest: »Theravada ist so konstruiert, dass die Mönche selbstgefällig und stolz werden« (Ven. S. Dhammika: The Broken Buddha, S. 36). Eine Reformation ist überfällig!

Wie lautet die erste Sila des Buddha (und auch der Theravada-Orden)? »Pānātipātā veramani sikkhapadam samādiyāmi – Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen.« Es dürfte also keinen Zweifel geben, dass die Todesstrafe Buddhas Lehre widerspricht. Warum fordern dann ceylonesische Mönche, alle »widerspenstige n« Tamilen zu töten? Warum gibt es dann in allen Theravada-Ländern die Todesstrafe? Und zwar schon seit Jahrhunderten? Keines dieser Länder besitzt Bewegungen, sowohl innerhalb des Sangha als auch von Seiten des Gesetzgebers oder der Öffentlichkeit, die sich bemühen, die Todesstrafe abzuschaffen.

Tempel voller Gold

Ist Burma ein reiches Land, in dem jeder genug zu essen hat, ausreichend gekleidet ist, beste Bildung erhält und niemals Mangel leidet? Natürlich nicht – im Gegenteil, die Menschen sind bitterarm. Und was treiben die buddhistischen Orden? Der Bikkhu S. Dhammika führt aus: »Die Shwedagon-Pagode in Rangoon ist mit mehr als 60 Tonnen Blattgold beschichtet, und an ihrer Spitze ist ein mit Tausenden von Diamanten und anderen Edelsteinen besetzter Schirm angebracht. Oben auf der Spitze funkelt ein großer Diamant von 76 Karat. Jedes Jahr werden die unteren Partien der Pagode und die Schreinräume dabei mit 28 000 Blättchen Blattgold beklebt. Ziel ist es, eines der bezauberndsten und schönsten religiösen Monumente zu schaffen, das die Welt je gesehen hat. Trotzdem ist es schwer, sich vorzustellen, das der Buddha – ein Mann, der sich sogar weigerte, Gold zu berühren – es vorziehen würde, auf diese Art und Weise geehrt zu werden. Er würde den Reichtum wahrscheinlich dazu verwenden, die erschreckende Armut in Burma zu mildern.«(The Broken Buddha, S. 57).

»Mitleidlos und ohne Fürsorge«

Die Mönche, auch außerhalb Burmas, sind nicht nur in dieser Hinsicht mitleidlos. Täglich werden den Klöstern so viel Lebensmittel, Waschlotion und Kleidung gespendet, dass die Mönche nicht wissen, wohin mit den Überschüssen. Theravada Mönche spenden grundsätzlich nichts an Notleidende. Das widerspricht dem Theravada Kodex! Nach diesem Kodex bewirkt es »schlechtes Karma«, wenn die Mönche Hungernden, Alten, Kranken oder Nachbarn etwas spenden. Geht das auf Buddha zurück? Keinesfalls! Eine der bedeutendsten Lehrreden Buddhas ist das Desaka-Sutta, darin sagt er: »Mönche, jemand, der sich selbst beschützt, beschützt auch andere, und wer andere beschützt, beschützt sich selbst. Wie aber beschützt man sich selbst, indem man andere beschützt? Durch regelmäßig praktizierte Meditation. Und wie beschützt der, der andere beschützt, sich selbst? Durch Geduld, Friedfertigkeit , Liebe und Fürsorge.« (S. V. 169).

Abgesehen von nicht oder kaum praktizierter Fürsorge, ist auch Meditation so gut wie nirgendwo üblich. Den Großteil des Tages verbringt der buddhistische Klosterbruder mit – Schlafen. Ich könnte meine Ausführungen beliebig verlängern, z.B. über die Korruption in Klöstern, organisierte Prostitution, Wettgeschäfte, hirnrissige »Rituale«, astrologischen Kommerz usw. Das tue ich ein anderes Mal.

»Das Ich ist nicht erkennbar!«

Stattdessen, Wolf, noch einmal zurück zu deinem Text. Du setzt den Absatz mit einem gehörigen Schnitzer fort: »Der Kern seiner (Buddhas) Aufklärung ist dies: 1. Das Ich ist ein Mythos. 2. Alles verändert sich. 3. Wer an etwas festhält, leidet.«

Zumindest in Punkt Eins widerspreche ich dir. Eben das hat der Buddha nicht gelehrt. Du machst den gleichen Fehler wie der Dalai Lama, der dieselbe Behauptung aufstellt und damit falschen Buddhismus verbreitet. Der Buddha hat nicht gesagt: Das Ich oder das Selbst sind ein Mythos oder existieren nicht. Er hat vielmehr gelehrt: Das Ich/Selbst ist nicht erkennbar! In diesem Sinne verstand er unter Nirwana auch nicht die Auslöschung des Ichs, sondern die Auslöschung dessen, was das Ich nicht ist. Alle Selbste/Ichs haben ihr Heim im Zentrum allen Seins – Nirwana. Aber selbst in diesem Zentrum ist das Selbst nicht erkennbar. Das einzige, was möglich ist, ist sich von allem Nicht-Selbst zu lösen und mit allen anderen Selbsten in Nirwana im Einklang zu schwingen.

Niederes und hohes Selbst

Die verbreiteten Ansichten über den wahren Gehalt der Buddha Lehre sind falsch! Das decken sowohl Dr. Georg Grimm (Die Lehre des Buddho), K.E. Neumann (Übersetzung der Lehrreden des Buddha) als auch Prof. Herman Bedh (Buddhismus. Der Buddha und seine Lehre) in ihren Arbeiten auf. Sogar Nagarjuna, der der Lehre großen Schaden beigebracht hat, gibt zu, dass der Buddha die Existenz des Ichs/Selbst lehrte: »Manchmal lehrte Tathagata (Buddha), dass Atman wirklich existiert; doch ein anderes Mal, dass Atman nicht existiert« (Prajna Paramita, Kommentar zum Sutra). Das nicht existente Selbst ist das niedere Selbst: anatta. Und das existierende, unvergängliche Selbst ist das hohe Selbst: das Tathagata-Selbst. Im Dhammapada, Kapitel II, Vers 160 ist zu lesen: »Das Selbst ist der Meister des Selbsts... wer sonst könnte der Herr sein? Wenn das Selbst (hier gemeint: das niedere Selbst, d.V.) beherrscht wird, findet der Mensch einen solchen Meister wie er anderswo nicht gefunden werden kann.« Schon zu Lebzeiten wurde Buddha vorgeworfen, die Vernichtung der Wesenheit zu lehren: »Mich beschuldigen einige Asketen und Brahmanen unrichtig, nichtigerweise, fälschlich und unzutreffend – ›Ein Verneiner ist der Asket Gautama: Er lehrt die Zerstörung, Vernichtung und den Untergang des einmal vorhandenen Wesens.‹ Nur eines, ihr Mönche, lehre ich – das Leiden und die Aufhebung des Leidens.«

Ohne ein Selbst keine Befreiung

Ob das Selbst existiert oder nicht, ist keine Nebensache, denn es ergeben sich daraus für die Praxis wesentliche Konsequenzen. Ohne ein Selbst gibt es nämlich auch keine Befreiung des Selbst. Wer wäre der Befreier, wenn es gar kein Selbst gibt? Wenn es keine Befreiung und keinen Befreier gibt, warum dann erst Meditation üben, liebende Güte und rechtes Handeln praktizieren? Die Konsequenz der Leugnung des Ich/Selbst ist spirituelle Gleichgültigkei t. Warum dann nicht der Verschwendung, der Aggression und dem Egoismus frönen? Warum nicht andere ausbeuten und verletzen?

Und nun gibt es noch etwas, Wolf. Punkte 2 und 3 halte ich für vollkommen richtig. Nur hast du Punkt 4 vergessen: »Nirwana (Parabrahman) – der göttliche Urgrund – ist ewig, ungeboren, unerschaffen. Aus ihm heraus manifestiert sich alles, und in es hinein lösen sich alle Manifestationen wieder auf.«
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0 # Ellen Wilmes 2010-11-02 12:39
Die Vernunft der Aufklärung verdeckte, dass der Mensch nicht nur aus einem Geist besteht, der denken kann, sondern auch einen Geist hat, der fühlen kann. Die heutige aufgeklärte Gesellschaft ist wahrscheinlich unaufgeklärter als das Mittelalter, weil die Menschen damals wussten, dass sie ausgebeutet und misshandelt werden. Sie wussten vielleicht nicht, warum sie litten, aber waren sich klar, dass es so war, weil sie es hautnah fühlten.

Heute merken wir gar nicht mehr, dass wir ausgenutzt werden und maschinengleich funktionieren. Wer nicht mehr funktioniert, wird aussortiert. Wie viele Aussortierungso rte gibt es inzwischen in unserer so gebildeten, vernünftigen Gesellschaft? Aber wir sind ja so aufgeklärt, dass wir alles, was uns begegnet mit vernünftigen Gründen belegen können und wähnen uns dabei frei, was Meinungsäußerun g, Besitz und Selbstbestimmun g anbelangt – da ist der Aberglaube tatsächlich doch größer als je zuvor. »Den Menschen wurde ihr Selbst als ein je eigenes, von allen anderen verschiedenes geschenkt, damit es sicherer zum gleichen werde«, schreiben hierzu schon Horkheimer und Adorno. (Horkheimer, Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 35)

Dem aufgeklärten Geist, der nur mit dem Verstand hantiert, ging der andere Geist verloren – das, was früher einmal Herzensbildung oder Seelenerforschu ng genannt wurde. Diese jedoch war einmalig, denn bei jedem Menschen verläuft sie anders und macht ihn durch seine eigenen Erfahrungen reich und unterscheidbar. Ist diese heutige gesellschaftlic he Vereinheitlichu ng durch eine wirkliche Aufklärung zu verhindern? Durch eine, die die vorhandenen Geister in uns wahrhaftig akzeptiert, sie leben lässt in ihrer Einmaligkeit?

Wenn wir uns auf Dauer nicht in einem großen Suppentopf verkochen lassen wollen, sollten Zeitungen wie »Die Zeit«, die angeblich aufgeklärt und frei schreibt, Artikel wie »Keiner wacht auf« von Richard David Precht (dort am 10. Juni 2010) nicht im Feuilleton veröffentlichen , sondern auf der Titelseite! Das wäre wirkliche Aufklärungsarbe it.

Ich möchte den von von einem Philosophieprof essor mir empfohlenen Paul Feyerabend die letzen Worte dieses Leserbriefes sagen lassen: »Ich habe bereits den Irrtum und die Täuschung zu enthüllen versucht, die hinter der Rede von der ›Objektivität einer rationalen Diskussion‹ verborgen sind: Die Maßstäbe einer solchen Diskussion sind nicht ›objektiv‹, sie sehen nur ›objektiv‹ aus, weil die Gruppe nicht erwähnt wird, die aus der Verwendung profitiert. Die Maßstäbe gleichen den Anweisungen eines klugen Tyrannen, der, […] auf das Gemeinwohl, […] oder einfach auf die Vernunft verweist und so dem Zwang seines Heeres den Zwang allgemeiner Vorurteile hinzufügt. Es ist etwas deprimierend zu sehen, wie viele Menschen auf einen solchen schalen Trick hereinfallen.« (Paul Feyerabend, Erkenntnis für freie Menschen, Veränderte Ausgabe, Frankfurt 1980, 73-74)
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0 # Ronald Engert 2010-11-02 12:41
Danke Wolf, für diesen fundierten Bericht! Schön, wie hier unsere spirituelle Arbeit in die Tradition der Aufklärung gestellt wird. Ja, wir betreiben Aufklärung – Bewusstseinsauf klärung. Und wie du richtig sagst, »ist die größte von Europa noch zu leistende Aufklärung die des menschlichen Ich, des Subjekts«. (S. 18)

Ich denke, hier liegt wirklich die genuine Aufgabe der westlichen Kultur, denn sie hat wie keine andere das autonome Subjekt in der Aufklärung hervorgebracht. Und das ist auch unser westlicher Beitrag in einer globalen Spiritualität des 21. Jahrhunderts. Diese wird sicherlich die alten Schulen in einer großen Synthese integrieren und transzendieren.

Dass du allerdings den Buddhismus hier als großen Aufklärer und – wie mir scheint – Wegbereiter für die Aufklärung des Ich siehst, halte ich für falsch. Das Ich an und für sich zu negieren, ist eine der größten Schnapsideen der Menschheit. Wenn du zu Buddha schreibst, der »Kern seiner Aufklärung ist dies: »1. Das Ich ist ein Mythos« (S. 19) halte ich das eher für den Kern seines Irrtums. Mit Aufklärung hat das meines Erachtens nichts zu tun.

Die Realität des Ich und des Subjekts spirituell und erkenntnistheor etisch zu begründen, ist die dringende Aufgabe einer modernen trans- und nicht prärationalen Spiritualität. Der Buddhismus ist prä-egoisch. In dieser Zeit war Individualität nicht lebbar und deshalb eine Quelle des Schmerzes. Die Leugnung eines individuellen Selbstes diente dieser Vermeidung von Schmerz, wie ja auch die buddhistische Maxime zeigt, dass das getrennte Selbst die Ursache des Leidens ist. Dies halte ich für falsch. Nicht das getrennte Selbst ist die Ursache des Leidens, sondern das egoistische Selbst. Das heißt noch lange nicht, dass das Selbst, das Subjekt, das Ich an und für sich, Ursache des Leidens ist. Die Ursache des Leidens liegt, kurz gesagt, in den Verletzungen, die Subjekte einander antun. Es geht also darum, herauszufinden, wie die alten Verletzungen geheilt werden und neue Verletzungen vermieden werden können.

Heutzutage ist es angesagt, das spirituelle Selbst zu finden und zu begründen. Dieses hat sehr wohl einen ewigen Anteil, der also auch in der spirituellen Welt existiert. Es gibt dazu sogar eine alte Tradition, die das ewige spirituelle Selbst schon erkannte: die ursprüngliche vedische Tradition, die eine Bhakti-Tradition ist, also eine der Liebe zu Gott. Das hat mit dem jnana-lastigen Advaita-Vedanta nichts zu tun, sondern es handelt sich hier um Bhakti-Vedanta. Im Westen wurde diese Tradition durch die Hare Krishnas, leider etwas unbeholfen, installiert. Wir haben hier ein völlig anderes Vedanta vor uns als das des Advaita. Was das heißt, kann hier aus Platzgründen nicht ausgeführt werden. Vielleicht mal in einem Artikel in der Connection?

Darüber hinaus hat das spirituelle Selbst sehr wohl auch einen menschlichen Anteil. Ich halte die Unterrepräsenti erung bzw. Verunglimpfung der Kategorie des Menschen in den traditionellen spirituellen Kulturen für ein essentielles Manko. Ich glaube, der Mensch als irdisch-geistiges Wesen ist eine eigene spirituelle Qualität. Wir sind von Gott so gewollt. Wir machen eine eigene, genuine Erfahrung. Die alte Rede von der Illusion muss neu diskutiert werden.

Ronald Engert, Chefredakteur der Tattva Viveka
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0 # hermin 2010-11-02 12:43
Das Ich an und für sich zu negieren, ist eine der größten Schnapsideen der Menschheit“
Die Leugnung eines individuellen Selbstes diente im Buddhismus der Vermeidung von Schmerz, da zu Zeiten Buddhas laut Ron „Individualität nicht lebbar war“. In der heutigen Zeit liegt der Kern des Übels bzw. die Ursache des Leidens nicht im Ego als solchem, sondern – ich zitiere wieder Ron – „in den Verletzungen, welche Subjekte einander antun.“ Es gehe also darum alte Verletzungen zu heilen und neue zu vermeiden.
Nun, sicher gibt es einzelne Menschen, welche ihre Verletzungen geheilt haben und auch nicht mehr verletzend agieren. Eine Verhaltensweise , welche sich eher wie ein Nebenprodukt einstellt, wenn einer die Natur der Dinge begriffen hat, wenn er Einsicht in das Sein genommen, den Unterschied zwischen individuellem Ich und dem „Ich bin“ – „Das Eine, Alles umfassende Bewußtsein.“
Nicht mehr zu verletzen, das kann man den Menschen antrainieren, indem man ihnen ethische Regeln vermittelt. Aber wo ein Ego ist, da ist sofort auch eine persönliche Vorteilsnahme, und somit auch Verletzungspote ntial. Verletzungen quasi ausrotten zu wollen ist eher ein tot geborenes Kind.
Mit Verletzungen zu arbeiten, sie zu heilen und neue zu vermeiden suchen dagegen eine edle Aufgabe. Darum ist aber, um auf „den Kern von Buddhas Irrtum“ zurückzukommen, eine Ich-Negierung sicher nicht die „größte Schnapsidee der Menschheit“. Allein die Wortwahl ist etwas irre führend, denn die großen Lehrer, welche über die Jahrtausende vom „falschen Ich“ sprachen, haben sich des Abends wohl kaum einen Schnaps gegönnt.


Weiter schreibt Ron über die „Bhakti-Vedanta“ Tradition, welche durch die Hare Krishnas „im Westen leider etwas unbeholfen installiert wurde“ - „Ein völlig anderes Vedanta als das des Advaita, was hier aus Platzgründen“ nicht weiter ausgeführt werden könne.
Nisargadatta Maharaj hat diesen Punkt in wenigen prägnanten Sätzen behandelt, indem er seinen scharfen Blick einfach nur auf das Ziel des Leben eines verwirklichten Jnani (Advaita Vedanta) vergleichend mit dem des vollendeten Bhaktas (Bhakti Vedanta) richtete. Letzterer, dessen Liebe durch Hingabe an seinen Gott Krishna eine solche Intensität erreichen kann, wo die Dualität zwischen dem Bhakta und Krishna plötzlich verschwindet. Beim Jnani ist es die tiefe intellektuelle Konzentration auf die Quelle des Bewußseins (welches wir sind), die einen Punkt erreichen kann, wo die Dualität, die Grundlage des Intellekts, plötzlich verschwindet und die intuitive Einheit in den Vordergrund tritt. (nachzulesen in „Pointers“ von Ramesh S. Balsekar Seite 239-240)
Bei beiden geschieht zuletzt das Wunder: Der Moment, in dem die falsche Identifikation, ausgelöscht ist, wo nichts mehr übrig bleibt, mit dem man sich identifiziert, nur Totalität! Und das ist die Erfahrung sowohl des Jnani als auch des Bhakta als auch des Yogi.


Aber dass die Bhakti Vedanta Tradition nach Rons Dafürhalten „durch die Hare Krishnas im Westen etwas unbeholfen installiert wurde“ ist schon eine erstaunliche Behauptung. Immerhin hält sich die Bewegung seit den 1960-er Jahren bis heute weltweit. Von 1977 bis 1979 war ich devotee in einem kleinen Schweizer Tempel und kann bis heute nichts schlechtes oder unbeholfenes an ihr finden. Ganz im Gegenteil! Denn die Bewegung ist absolut authentisch und hat ihre Tradition vollständig beibehalten, wobei die Bedingungen für ein Leben als Bhakta auf den ersten Blick wahrlich nicht attraktiv erscheinen, wenn ich an die vier regulierenden Prinzipien denke und das tägliche 16 Runden chanten.
Osho dagegen hat es sich leicht gemacht. Er hat Teile der vedischen Tradion einfach über den Haufen geworfen und letztendlich ist die ganze Unternehmung womöglich genau daran gescheitert. Meine persönliche Vermutung.
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0 # Franz Lang 2010-11-02 12:44
Lieber Wolf, zu diesem Diskurs, den du nach dem Leserbrief von Ronald Engert anregen willst, möchte ich auch meine Sicht der Dinge (eine Kleinigkeit, fast unbedeutend, wenn das Ich keine wesentliche Bedeutung hat) beitragen. Ich stimme grundsätzlich dem zu, was der Chefredakteur von Tattva Viveka geschrieben hat.


Auch ich meine, dass es der Grundfehler des Buddha sein könnte, im Ich die Ursache des Leidens zu finden. Oder ist es gar nicht Buddha, der dies sagte? Hat Buddha je gesagt, das Ich sei ein Mythos, ein Irrtum? In meiner Indienzeit habe ich die buddhistischen Schriften gelesen, vor allem die Texte aus dem Pali-Kanon, und habe eine solche Aussage nicht gefunden. Eher ist mir dies in Erinnerung, dass Buddha sich zu dem Thema nicht festlegen wollte. Es schien ihm für seine Lehre nicht wichtig. „Ewigkeitsansic ht“ nannte er es, ein ewiges Ich als gegeben anzunehmen, „Vernichtungsan sicht“, kein Ich anzunehmen. Und sogar die Sowohl-als-auch-Haltung und die Weder-noch-Haltung lehnte er ab. Das alles wären Irrlehren. Und man möge sich lieber mit der Lehre des „Bedingten Entstehens“ befassen, die aufzeigt, wie Leiden entsteht. Und man solle Leiden, wo immer es entsteht, von Anfang an erkennen und vermeiden. Ganz praktisch, gar nicht theoretisch. So habe ich die Lehre des Buddha verstanden.


Es sind die Schüler und Nachfolger, die eine Lehre deuten und verdrehen. Auch bei Jesus ist es nicht anders. Besonders im Christentum gibt es jede Menge Theologie und Auslegungen der Bibelworte. So kann ich auch bei Jesus nicht erkennen, dass er seinen eigenen Weg ging, „bis hin zu der Besessenheit von dem Gedanken, dass er durch seinen Märtyrertod sein Volk (oder gar die Menschheit) erlösen müsse.“ Das sind nachträglich hinein interpretierte Theologien. Die sollte man nicht wiederholen und als Jesu originäre Absichten verkünden.


Zurück zu der Gewohnheit des Advaita-Vedanta, alles Üble dieser Welt dem vom der Ursprungseinhei t abgespaltenen Ich zuzuschreiben. Ich weiß nicht, ob dies überhaupt aus den alten Schriften hervorgeht. Aber diese sehr kopflastige Lehre von der Nicht-Dualität hat sich auch im Westen unter spirituellen Schülern sehr ausgebreitet. Praktisch versagt sie jedoch immer, wenn es um die Phänomene der Liebe geht, um die Anziehung zwischen Mann und Frau, um die Besonderheiten von Mann und Frau, aber auch wenn es um eine vernünftige Entwicklungspsy chologie von der Kindheit zum reifen Alter geht. Überhaupt wenn es um Evolution geht.


Ich halte es lieber damit, in meinen inneren, intimen Raum einzutauchen, dort, wo ich mich am meisten „Ich selber“ fühle. So kann ich im Frieden sein damit, mein Ich anzunehmen. Und ebenso wird mir immer wieder abverlangt, mein Ich aufzugeben für eine größere Wahrheit. Entstehen und Vergehen, das sind die Merkmale des Ich. Ein rhythmisches Pulsieren, ein kosmisches Geboren-Werden und Sterben. Das physische Herz ist dafür ein gutes Bild. Es saugt ein, es stößt aus. Und immer geht es durch einen Nullpunkt. Das hast du recht schön beschrieben in deinem Aufsatz zu „Stirb und werde“.
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0 # Claus Grütering 2010-11-04 17:12
Einen Dank an Holger Lüttich für die Beschreibung der Zustände, die sich um den klerikalen Buddhismus herum entwickelt haben. Auch ich sehe es so, dass in allen Religionen über die Jahrhunderte Machtinteressen und eine »Kirche« die Grundideen ihren Bedürfnissen angepasst haben. Das, was übrig ist, hat wenig bis nichts mehr mit dem zu tun, was den Kern einst ausmachte.

Für mich ist dies die Kernaussage des Buddhismus: All unsere Vorstellungen, all unsere Ideen, was ist und was nicht ist, sind Konzepte. Konzepte des Verstandes, des Egos, wie auch immer wir dies etikettieren mögen. Diese Erscheinungen gehören offenbar zum Menschsein dazu wie unsere typische Gestalt mit ihrem aufrechten Gang. Es ist das, was uns als Spezies in die Situation gebracht hat, in der wir heute sind, mit all ihrem Glanz und Elend. Gut, es spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Ohne etwa die genialen Greifhände, die Primaten haben, wäre das Meiste, was wir tun, unser Hand-eln, sehr viel schwieriger bis unmöglich.

Vielleicht ist es entscheidend, unsere jeweiligen Weltbilder als das zu erkennen, was sie sind: eben mehr oder weniger »passende« und nützliche Konzepte. Sie können überaus nützliche Werkzeuge, doch auch Auslöser für ein Meer unnötiger Schmerzen und Verzweiflung sein, wenn sie für absolut genommen werden, wir uns mit ihnen »identifizieren «.

Wahre »Aufklärung« bedeutet für mich, dies zu erkennen und anzunehmen, und gleichzeitig sich für etwas zu öffnen, für das sich die Mystiker aller Kulturen geöffnet haben. Sie nähern sich ihm zwar jeweils aus dem Blickwinkel ihrer Kultur, doch sie schauen alle in die gleiche Richtung – nach innen, zur Mitte. Das hat für mich grundsätzlich etwas Empfangendes und weniger etwas Gestaltendes.

Der moderne Mensch ist in meinem Augen jedoch (fast) immer »auf Sendung«, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Wir gestalten zudem mehr und immer mehr nach unserem Gutdünken – die Welt, unsere Mitwesen (aktuell durch die Gentechnologie) , unsere Körper, und natürlich das Konzept, wer wir denn seien. Wir sind Herrscher, im Kleinen wie im Großen. Ja, demnächst soll sogar der Tod abgeschafft werden – zumindest geben sich manche Avantgarde-Wissenschaftler und -Denker schon der Vorstellung hin, die Realisierung solcher Träume sei in erreichbare Nähe gerückt.
Nicht mehr die Natur, das Universum ist der Maßstab, sondern wir entscheiden, wie wir es haben wollen. Kaum wissen wir ein ganz klein wenig, so setzen wir uns nicht mehr ins Verhältnis zum Existierenden, sondern das Existierende ins Verhältnis zu uns – vielmehr zu dem Bild, das wir von uns haben. Das ist ein fundamentaler Paradigmenwechs el, der sich auch in den Strömungen unserer heutigen Spiritualität niederschlägt. In diesem Zusammenhang danke ich Dir, Wolf, für Deine kluge Beschreibung des Unterschiedes zwischen Mystik und Mystifizierung (siehe u.a. connection 7-8/10, S. 16 – 21). Gerade gestern Nachmittag hatte ich eine lange Diskussion mit meinem Freund Jürgen, bei dem es um dieses Thema ging.

Flapsig ausgedrückt könnte ich auch sagen: Der Mensch glaubt, er hätte die Evolution nun selbst in die Hand genommen – für si(e)ch selbst und für andere. Auf eine Weise stimmt das ja auch – nur haben wir als einzigen Bezugsrahmen zunehmend nur noch uns selbst und unsere Konzepte. Ist das so wirklich eine gute Idee?

Meiner Meinung nach wird unsere Existenz in Zukunft davon abhängen, ob wir als Kollektiv bereit sind, den Königsthron zu verlassen und uns wieder auf die profane Erde zu stellen, die uns hervorgebracht hat und trägt. Der Thron muss ja nicht weg, er ist ein schöner Hochsitz und verschafft Übersicht. Doch auch er steht auf der Erde, sie trägt ihn, aus ihren Produkten wurde er gemacht. Das scheinen wir immer wieder und immer mehr zu vergessen. Und zur Erde kehrt alles zurück. Das hat seine eigene, unglaubliche Schönheit.

Wie wir inzwischen wissen, sind vor uns schon etliche Spezies ausgestorben. Auch diese waren ein Experiment des Universums, Dessen-was-ist, von Gott. Ein Experiment, ein Sich-Erfahren, wie wir eines sind. Wenn wir nicht auch die Verantwortung zu unserem inneren Wachstum annehmen, uns nur auf das »Äußere« beschränken, werden sich die Dinge womöglich in einer Weise verselbstständi gen, die zum Ende des Experiments führen. Ich bin jedoch so gut wie sicher, dass das Leben an anderer Stelle versucht, ob es mit seiner Evolution weiter kommen wird. Wir sind herausgetreten, wir haben die Wahl.
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0 # Monas 2010-11-06 17:53
Obwohl hier hauptsächlich Intellektuelles geschrieben wird, erlaube ich mir, meinen Beitrag zu diesem Thema zu leisten: meine Erfahrung ist die, dass Aufklärung ein ziemlich schwieriges Unterfangen ist. Das liegt daran, dass alles was wir hören oder lesen, die Filter unseres Verstandes passieren muss. Und da wir mit diesem identifiziert sind, sind wir von seinen Vorurteilen abhängig.

Unser Verstand benutzt dazu einen einfachen Trick: er hat ein Ich erschaffen. Neurowissenscha ftler behaupten inzwischen, dass dieses Ich nur das Ergebnis eines neurologischen Prozesses ist. Damit bestätigen sie die Aussagen der Mystiker, die schon seit Jahrtausenden behaupten, dass das Ich nur eine Illusion ist. Wenn der Buddha also gesagt hat, dass das Ich ein Mythos ist und dass derjenige leidet, der festhält, obwohl sich ständig alles verändert, dann ist das vollkommen wahr. Das Ich existiert nur als Gedanke und nicht einmal mein eigener Verstand wird das je begreifen.
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0 # MatthiasHe 2011-02-08 20:35
Ob nun eine Lehre oder geübte Praxis mit Buddha übereinstimmt oder nicht - damit kann man sich lange quälen. Suchen wir doch einfach nach den Antworten, die uns stimmig erscheinen, und ob Buddha uns zustimmen würde, ja wer weiß das schon.

So eine festgefügte Lehre war ja eigentlich gar nicht sein Ding. Ich sehe es eher so: der Buddha war eine Art agnostischer Philosoph, ein Kritiker der traditionellen Scheinwahrheite n. Nichts wollte er mit Gewissheit behauptet haben, also auch nicht das Gegenteil, aber auch nicht “weder noch” und auch kein “sowohl als auch”.

Die Vorsicht eines sehr pragmatischen intellektuellen Lehrers, der wusste, wie dünn das Eis spiritueller Konzepte ist und wie groß die menschliche Neigung, weltanschaulich e Luftschlösser zu bauen.

Vielleicht hätte er selbst es ja so ausgedrückt (möge er mir meinen Übermut verzeihen ...):
''Da gibt es, ihr Mönche, mancherlei Hitzigkeit in der Frage, wer am Vollkommensten in Übereinstimmung mit dem Buddha sei.
Da behauptet nun einer, seine Lehre sei in vollkommener Übereinstimmung mit dem Buddha.
Was ist nun, ihr Mönche, der Gewinn solcher Übereinstimmung ? Ist seine Lehre nicht zutreffend, aber mit Buddha übereinstimmend , so hat ihn wohl die Übereinstimmung in die Irre geführt. Ist seine Lehre hingegen zutreffend, nun wer weiß, vielleicht hat der Buddha genau das Gegenteil gelehrt. Dann, ihr Mönche, ist es ein Gewinn, nicht in Übereinstimmung zu sein.
So also ist es möglich, ihr Mönche, dass Übereinstimmung mit dem Buddha ein Segen ist, und Nicht-Übereinstimmung ein Irrweg, ebenso aber ist es möglich, dass Übereinstimmung mit dem Buddha ein Irrweg ist, und Nicht-Übereinstimmung große Weisheit.''

Gruß
Matthias
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