Was der Doktor über den Schamanen denkt
Eine kleine Recherche zum aktuellen Schamanismus-Trend
Schamanismus ist in, und die Schulmedizin hat mit einem schlechten Image zu kämpfen. Deshalb – oder geschieht es aus Einsicht? – wenden sich auch immer mehr Ärzte schamanischen Methoden zu und versuchen diese mit denen ihrer schulmedizinischen Ausbildung zu verbinden. connection-Autorin
Melanie Horvath befragte einige Schulmediziner, was sie vom Schamanismus und den schamanischen Behandlungsweisen halten
Von Melanie Horvath
Sind Ärzte und Schamanen, so wie Feuer und Wasser, tatsächlich entgegengesetzte Elemente im Universum der Heilwelten? Befinden sie sich auf zwei völlig unterschiedlichen Ebenen und arbeiten mit einander wesensfremden Methoden? Und wenn ja, beansprucht die klassische Schulmedizin dann das Privileg der Wissenschaftlichkeit und Rationalität, während die schamanischen Heilweisen irgendwo zwischen Humbug und feinstofflich geistiger Heilung anzusiedeln sind?
Zu den Medizinern, die ich hierzu befragte, gehören der Urologe Dr. Victor C. Konetzke und die Gynäkologin Dr. med. Anne Mehringer, beide aus München und mit schamanischen Heilmethoden vertraut, sowie Dr. med. Deva
Siegfried Gröninger, Facharzt für Allgemein- sowie Psychotherapeutische Medizin und Gründungsmitglied der sogenannten »Schamanischen Ambulanz« in München. Außerdem haben sich zwei Apothekerinnen, auch sie Vertreterinnen der Schulmedizin, bereit erklärt, Auskunft zu diesem Thema zu geben. Eine davon ist Angelika Rhode, sie betreibt im baden-württembergischen Rheinstetten eine Apotheke. Auch eine Münchner Apothekerin stellte sich unseren Fragen, sie möchte jedoch namentlich nicht genannt werden. Darüber hinaus stand
Rüdiger Dahlke, ein ausgebildeter Schulmediziner und in spirituellen Kreisen sehr angesehener Autor uns mit Rat und Tat zur Seite. Alle Befragten sind bereits mit schamanischen Heilpraktiken in Berührung gekommen, sei es durch die Literatur, durch Auskünfte von praktizierenden Kollegen oder durch eigene Erfahrungen und Anwendungen.
Medienscheue Mediziner?
»Von den ungefähr dreißig von mir kontaktierten Medizinern waren nur fünf bereit, sich zu dem Thema zu äußern, und eine der fünf möchte unerkannt bleiben«
Von den ungefähr dreißig von mir kontaktierten Mediziner waren nur fünf bereit, sich zu dem Thema zu äußern, und eine der fünf möchte unerkannt bleiben. Die Mediziner, die mir Antwort gaben, erwiesen sich überwiegend als Befürworter schamanischer Heilpraktiken, einige von ihnen haben bereits berufliche sowie persönliche Erfahrung mit Schamanismus oder schamanischen Therapien. Die Befragung kann daher nicht als objektiv angesehen werden. Es wäre aus medizinischer Sicht sehr interessant, wie das Ergebnis ausfallen würde, wenn man eine großflächige Befragung mit anonymen, standardisierten Fragebögen durchführen würde.
Woran mag die Zurückhaltung der Ärzte bezüglich dieses Themas liegen? Die Spitzenreiter unter den Antworten, die ich hörte, waren: »Zu solchen Themen gebe ich Journalisten generell keine Antworten«, oder »Damit kenne ich mich nicht aus«. Aber auch: »Dazu kann ich nur Negatives sagen, und bevor ich das tue, sage ich lieber gar nichts«. Interessant dabei finde ich die Scheu, hier öffentlich Methoden zu kritisieren, die von der traditionellen Schulmedizin doch so uneingeschränkt abgelehnt werden, dass man erstmal vermuten würde, dass sie sich mit einer Schamanismus-Kritik doch eher positiv profilieren. Offenbar ist aber eher das Gegenteil der Fall: Die Ärzte vermuten, dass sie mit einer solchen Kritik vor ihren Patienten heutzutage eher schlecht dastehen.
Schamanismus als Basis der heutigen Heilkunde
»Schamanismus ist der Wurzelstock, aus dem alle heutigen Religionen und Psychotherapien hervorgehen« — Dr. med. Siegfried Gröninger
Die wenigen Ärzte, von denen wir Antworten bekamen, geben an, dass sie viel von schamanischer Heilung halten und diese als Basismedizin fast aller Kulturen und Traditionen ansehen. Der Ärzteausbilder Dr. Gröninger bezeichnet Schamanismus sogar als »Wurzelstock, aus dem alle heutigen Religionen und Psychotherapien hervorgehen«, und Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, ist für ihn »ein typisch schamanisch erlebender Forscher«.
Fast alle befragten Mediziner meinen, dass der Schamane in einigen Fällen eine sinnvolle Ergänzung zur reinen Schulmedizin sein kann, auch wenn die beiden Apothekerinnen aus persönlicher Sicht eher nicht an dessen Wirkung glauben. Schamanische Heilmethoden als adäquate Alternative zur Schulmedizin halten aber nur zwei Befragte für sinnvoll.
Rüdiger Dahlke, der sich selbst nicht als klassischen Schulmediziner sieht, berichtet von Erfahrungen mit »schamanischen Stigmatisierungen« während seines Medizinstudiums: »Damals hat mir ein Professor einmal in der Wut den Arzt abgesprochen und mich als Schamane im Arztpelz beschimpft. Das hat mich damals kurz erschreckt – später habe ich das als Kompliment umgedeutet. Ich war und bin gerne ein ›Schamane‹ und habe auch nichts gegen den ›Arztpelz‹.«
Schamanismus und seine Definitionen
Entscheidend dabei, was die Mediziner mit dem Begriff »Schamanismus« verbinden, ist allerdings auch die jeweilige Definition, die deren Sichtweise zu Grunde liegt. Bis heute findet sich nämlich auch in der Literatur keine einheitliche Definition des Begriffs. Es gibt also nicht »den« Schamanismus, »den oder die« Schamanen. In der gängigen schamanischen Heilpraxis der westlichen Welt gibt es zwar viele Ähnlichkeiten, aber jeder Schamane heilt anders. Auf der Homepage der »Schamanischen Ambulanz« in München wird Schamanismus beispielsweise definiert als »die älteste Lehre der Menschheit über das Zusammenwirken der universellen Kräfte sowie die Bewältigung von Störungen im sozialen, individuellen und ökologischen Gleichgewicht«, und gesagt, er entwickle »traditionelle ganzheitliche Heilansätze sowie rituelle und spirituelle Übungen für die körperliche und geistige Gesundheit des Einzelnen und der Gemeinschaft«.
Auch die Einzelaussagen der Ärzte unterscheiden sich in der Hinsicht deutlich. Während etwa Rüdiger Dahlke die Bandbreite von Schwitzhütten, Heilfasten und verschiedenen Meditationsformen bis hin zu Reisen mit heiligen Pflanzen klar zu seinen schamanischen Heilmethoden zählt, vergleicht die Münchner Apothekerin Schamanismus etwa mit Alternativtherapien wie Yoga oder Homöopathie. Einer unserer kontaktierten Ärzte gibt zu, nicht genau zu wissen, was Schamanismus eigentlich ausmacht. Auch Frau Dr. Mehringer verwies im Gespräch mit connection auf dieses Definitionsproblem und relativierte den etwas mystisch klingenden Begriff des »Schamanismus« indem sie zu Bedenken gab, dass sie etliche Kollegen kenne, die mit der »nichtalltäglichen« Dimension der Wirklichkeit arbeiten, sie selbst eingeschlossen. Offensichtlich wenden durchaus mehr Mediziner Therapiemethoden an, die in ihrer Grundstruktur Ähnlichkeiten mit schamanischen Heilweisen haben, auch wenn sie das selbst gar nicht immer wissen und jedenfalls nicht so nennen würden.
Wie wissenschaftlich sind schamanischen Methoden?
Mystischer Klang und Wirkung des Wortes hin oder her, bei allen Heilmethoden, die in Wissenschaftskreisen allgemein anerkannt werden wollen, geht es letztlich immer um die Beweisbarkeit ihrer Wirkung im Vergleich mit Placebos. Wie stellt sich da die momentane Situation für schamanische Praktiken dar? Die Antwort lautet: schwierig. In der wissenschaftlichen Fachliteratur lassen sich kaum Studien finden, und die Schamanen selbst legen eher weniger Wert auf eine schriftliche Beweisführung ihrer Methoden. So waren auch fast allen von mir befragten Schulmedizinern Studien zum Thema »Schamanismus« eher unbekannt.
Wie auch sollen denn die unterschiedlichen Heilmethoden des Schamanismus verglichen werden, und nach welchen Kriterien soll deren Wirkung überprüft werden? Zum Glück gilt im Zweifelsfall, zumindest in der »Spiri-Szene«: Wer heilt, hat Recht, und ob geheilt oder nicht, entscheidet der jeweilige Patient selbst.
Nichtsdestotrotz weist Rüdiger Dahlke darauf hin, dass das Allermeiste, was in den heutigen sogenannte »Psychoneuroimmunologiestudien« belegt ist, auch das Funktionieren der schamanischen Methoden beweist. Die Psychoneuroimmunologie (PNI) ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich grundsätzlich mit den Zusammenhängen zwischen Psyche und Immunsystem beschäftigt. Konkret geht es dabei um die Wechselwirkung zwischen Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem. Eine Grundlage der PNI ist die Erkenntnis, dass Botenstoffe des Nervensystems auf das Immunsystem und Botenstoffe des Immunsystems auf das Nervensystem einwirken. Schnittstellen der Regelkreise sind das Gehirn mit der Hirnanhangdrüse, die Nebennieren und die Immunzellen. Dadurch werden in der Psychosomatik Erklärungen möglich, warum psychologische und psychotherapeutische Prozesse sich auf körperliche Funktionen auswirken. Daraus folgert Dahlke dann, dass schamanische Heilmethoden schon immer gewirkt haben.
Auch Angelika Rhode, die befragte Apothekerin, gibt an, dass sie aus Apothekerkreisen gewisse Studien zu schamanischen Praktiken kenne. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnte, laut Rhode, beispielsweise bei psychisch bedingten Kopfschmerzen mithilfe von schamanischen Heilmethoden über mehrere Wochen Schmerzfreiheit erlangt werden, wenngleich nicht auf Dauer.
Gefahren schamanischer Behandlung
Rhode hält die schamanische Heilung nur bei austherapierten psychischen Erkrankungen für potentiell hilfreich und weist im selben Satz darauf hin, dass es »bei anderen Erkrankungen lebensgefährlich sein kann sich nur auf einen Schamanen zu verlassen«. Als Beispiel führt sie Krebserkrankungen an, bei denen bereits Patienten gestorben seien, die ausschließlich auf einen Schamanen vertrauten und sich nicht operieren ließen.
Auch ihre Münchner Kollegin sieht im Schamanismus eine ernsthafte Gefahr, wenn »der Schamane, laut eigener Aussage, sich nicht wirklich auskennt, dem Patienten falsche Hoffnungen macht und ihn nicht zu einem Arzt schickt, sollte er ernsthaft krank sein.« In ihren Augen hängt die Wirkung des Schamanismus allein davon ab, ob man daran glaubt oder nicht, wie auch bei allen anderen Religionen, die ebenfalls geistige Heilung herbeiführen könnten: »Gewisse schamanische Rituale und Zeremonien können dem Betroffenen, der bereit ist, sich darauf einzulassen, sicherlich helfen und Halt geben«. Darüber hinaus helfe wohl am ehesten die Kommunikation des Schamanen mit dem Patienten als Kernstück der Therapie, da sich der Schamane im Normalfall mehr Zeit für den Patienten nehmen könne als ein Arzt.
Sind schamanische Praktiken tatsächlich so gefährlich? Können sie im Einzelfall sogar lebensbedrohlich sein? Die übrigen der befragten Mediziner entschärfen diese provokante Frage, indem sie auf die grundsätzliche Problematik in Heilberufen hinweisen. So gibt z. B. Dr. Gröninger die sogenannte »Gauß'sche Normalverteilung« in Heilberufen zu bedenken, ebenso in der ärztlichen Psychotherapie. Gemäß dieser Formel sind generell ein Drittel der Praktiker im Gesundheitsbereich gut, ein Drittel ist mehr oder weniger gut, das letzte Drittel ist nicht empfehlenswert. Auch Rüdiger Dahlke stimmt dem zu und antwortet bezüglich der Gefahren auf schamanischem Gebiet: »Schlecht gemacht, wird alles zur Gefahr, an erster Stelle die Chirurgie, aber natürlich auch alle anderen Therapieformen. Insofern steht und fällt hier auch alles mit dem Schamanen.« So hält auch der Urologe Victor C. Konetzke geistiges Heilen für eine notwendige und sinnvolle Methode zur Patientenbehandlung, seiner Meinung nach sind dabei immer die Haltung des zu Heilenden und die Kompetenz des Heilers entscheidend.
Rückt der Schamane der klassischen Schulmedizin auf die Pelle?
Sind potentiell falsche Behandlungen durch einen Praktiker die einzigen Gefahren im Bereich des Schamanismus? Oder könnten schamanische Heilweisen zu einer Gefahr für das medizinische Gesundheitswesen werden, in dem sie eine Konkurrenz darstellen und die Schulmedizin verdrängen könnten? In Bezug darauf sehen alle von uns befragten Ärzte schamanische Praktiken durchweg als positive Ergänzung und Unterstützung zur klassischen Schulmedizin, sie denken nicht, dass die Schulmedizin dadurch verdrängt werden könnte. So antwortete Frau Mehringer auf die Frage, ob sie Angst vor einer Konkurrenz durch Schamanen habe: »Nein, im Gegenteil. Ich fühle mich dadurch sehr bereichert.« Des Weiteren gibt die Ärztin an, dass sie es sehr schön und wünschenswert fände, wenn in Zukunft auch die Krankenkassen schamanische Praktiken in ihren Leistungskatalog aufnehmen würden.
Fast alle Mediziner halten das jedoch für utopisch. Dahlke geht noch einen Schritt weiter und bringt die aktuelle Sachlage im Deutschen Gesundheitssystem auf den Punkt: »Die Krankenkassen werden in naher Zukunft ganz andere Probleme bekommen, sie werden schon die Verwaltung des Elends durch die Schulmedizin nicht mehr zahlen können. Ich kann außerdem ganz gut damit leben, dass die schamanischen Methoden nicht in das durch und durch marode Gesundheits- beziehungsweise Krankheitssystem hineingezogen werden.« Die Münchner Apothekerin kann diesen Ansichten nur zustimmen und entgegnet darauf: »Ich denke nicht, dass die Krankenkassen schamanische Leistungen je übernehmen werden, sondern eher, dass die Leistungen insgesamt aufgrund der Überbelastung des Gesundheitssystems zurückgefahren werden und Patienten in Zukunft mehr aus der eigenen Tasche für ihre Gesundheit zahlen müssen.« Außerdem ist sie der Ansicht, »dass Krankenkassen schamanische Leistungen oder generell Leistungen für Therapieformen nicht übernehmen sollten, so lange es keine fundierten Beweise in Studien für deren Wirksamkeit gibt.«
»Wenn der Schulmediziner sich immer weniger mit der Persönlichkeit und Individualität des Patienten auseinandersetzt, könnte er Patienten an Geistheiler verlieren« — Angelika Rohde, Apothekerin
Im Gegensatz zu den meist positiven Zukunftsprognosen der befragten Ärzte äußert Frau Rhode jedoch auch Befürchtungen für die klassische Schulmedizin: »Wenn der Schulmediziner sich immer weniger mit der Persönlichkeit und Individualität des Patienten auseinandersetzt, könnte er Patienten an Geistheiler verlieren.«
Auf dem Gebiet des Schamanismus im engeren Sinn (wenn man die PNI nicht hinzu rechnet) besteht also noch reichlich Forschungsbedarf, da es bis jetzt keine aussagekräftigen Studien zu dessen Wirkweise gibt. Außerdem gilt hier – wie bei jeder anderen Therapieform auch – dass der hilfesuchende Patient im Vorfeld Referenzen des jeweiligen Heilers einholen sollte.
Blick in die Zukunft
Auch wenn rein schamanische Praktiken bei den Krankenkassen auch weiterhin erstmal nicht abgerechnet werden können, gibt es in dieser Richtung bereits zahlreiche ärztliche Projekte. Immer mehr Mediziner und Heilpraktiker erwerben im schamanischen Heilbereich Zusatzqualifikationen. So haben z. B. in Wien ein praktischer Arzt und Onkologe Dr. Thomas Schmitt, der Psychologe Dr. Gerald Pohler, der Manager Günter Hölzl und zahlreiche Betroffene kürzlich ein neues Projekt auf die Beine gestellt, das Schulmedizin und schamanische Heilweise für Krebserkrankte miteinander kombiniert. Es nennt sich »ärztlich-schamanische Ambulanz für Krebsbetroffene«. Und auch in München haben sich Dr. Deva Siegfried Gröninger und zahlreiche weitere Ärzte, Psychologen, Heilpraktiker und Heiler zur »Schamanischen Ambulanz« zusammengeschlossen. Sie möchte laut eigener Aussage (auf www.schamanische-ambulanz.de) »Menschen die Möglichkeit geben, sich von schamanisch Praktizierenden begleiten und behandeln zu lassen. Menschen, die ihrem inneren Ruf oder ihrer Intuition folgen möchten, finden bei uns qualifizierte Behandler. Außerdem möchten wir Menschen in Heil- und Helferberufen ansprechen, die sich für schamanische Heilweisen interessieren. Dabei denken wir sowohl an einen Wissensaustausch als auch an eine vertrauensvolle Kooperation.«
Auch Frau Dr. Mehringer wurde durch die »Schamanische Ambulanz« auf derartige Projekte aufmerksam und begleitet nun als konsiliarisch tätige Frauenärztin unter anderem Krebsbetroffene. Mehringer sieht sich mit ihrer Arbeit durchaus als Vorreiterin für eine neue Form der medizinischen Versorgung und berichtet, dass das Patienteninteresse an solchen alternativen Behandlungswegen allgemein groß sei: »Ich fände für die Zukunft weitere medizinische Initiativen, die die Verbindung von Schulmedizin mit geistigen Heilweisen berücksichtigen, sehr schön. Denn nur so kann dem Menschen als Wesen mit Körper, Geist und Seele im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheit wirklich geholfen werden«.
Glaubt man den Antworten der von uns befragten Mediziner und dem allgemeinen medialen Trend, dann beginnt nun auch die Schulmedizin sich mehr und mehr mit neuen Betätigungsfeldern und Behandlungsalternativen auseinanderzusetzen. Es findet eine Öffnung zu mehr Toleranz und Akzeptanz auf dem Gebiet der Alternativpraktiken statt. Im Zuge dessen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Mediziner, die eine Zusatzausbildung in Naturheilkunde oder in schamanischen Behandlungsformen absolviert haben, deutlich gestiegen, was nahe legt, dass die Grenzen zwischen klassischer Schulmedizin und schamanischen Praktiken in Zukunft fließender werden.
Denn, so unterschiedlich sind sie doch gar nicht, die Ärzte und Schamanen: Sie tragen merkwürdige Kopfbedeckungen, führen Rituale aus und tänzeln ums Feuer oder den Op. Sie arbeiten mit Drogen und sprechen auf seltsame, für die Patienten oft unverständliche Weise … und irgendwie hilft das am Ende dann auch noch, jedenfalls wenn man daran glaubt.
Melanie Horvath, Jg. 85, hat Kommunikationswissenschaft studiert (B.A. und dann in verschiedenen Praktiken Berufserfahrung gesammelt. Nun macht sie in München ihren M.A. und arbeitet in der Zeit als freie Autorin für connection. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
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