Editorial connection spirit 07–08/09
Überlebensweisheiten
Von
Wolf Schneider
Als Alexander »der Große« (so wird er bis heute wegen seiner aggressiven Feldzüge genannt) zu Diogenes kam, der genügsam in einer Tonne lebte, stellte er diesem einen Wunsch frei. »Geh mir aus der Sonne«, soll Diogenes gesagt haben und Alexander hierüber später: »Wenn ich nicht Alexander wäre, wollte ich Diogenes sein.« So jedenfalls schildert es Plutarch.
In dieser hübschen Anekdote stehen Weisheit und Macht einander gegenüber: Der Weise als Genügsamer, er braucht nicht mehr als ein bisschen Sonnenlicht, und der Mächtige als großzügig und ein bisschen neidisch auf den Weisen. Diogenes, der als Bettler lebte, soll sogar seinen Trinkbecher weggeworfen haben, als er sah, wie ein Kind mit der bloßen Hand Wasser schöpfte.
Leise Stimme
connection Spirit möchte mit diesem Heft, wie auch mit den anderen, ein bisschen Weisheit in die Welt bringen, hoffentlich auch in die der Mächtigen. Sind wir mächtig? Nicht im üblichen Sinne. Wir sind abhängig von sehr vielem. Dazu gehört auch das Anzeigenvolumen, das bei uns seit der Mai-Ausgabe so niedrig ist, dass unsere Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken. Das geht nicht nur uns so – alle Printmedien sind in dieser Weise gefährdet. Uns geht es in dieser Hinsicht sogar noch relativ gut, da trotz der angespannten allgemeinen Wirtschaftslage kaum jemand das Abo kündigt und unsere Vertriebseinnahmen so weiterhin stabil bleiben.
Dennoch geht es uns in der Hinsicht anders als Diogenes, der sich mit Sonnenlicht begnügen konnte und dem, was man ihm zu essen gab. Wir müssen ja unsere Druckrechnung bezahlen und noch ein paar andere Sachen. Kosten reduzieren? Ist so gut wie ausgeschöpft. Neue Erlösquellen finden? Da sind wir dran, damit diese Zeitschrift weiterhin erscheinen kann und inmitten des Lärms der Mächtigen diese leise Stimme der Weisheit hörbar bleibt.
Hilfe!
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Reichtümer verschenken
Das heißt nicht, dass wir, wie Diogenes, untätig und damit zufrieden sind, dass die Mächtigen uns aus der Sonne gehen. Um die Printmedien- und die allgemeine Wirtschaftskrise zu überstehen, prüfen wir weitere Kostenreduktionsmöglichkeiten und entwickeln währenddessen neue Geschäftsfelder: eine Community auf unserer Webseite; ein kostenpflichtiger Bereich dort; ein präziseres Nischenmarketing im Bereich Tantra und Schamanismus; unser Seminarangebot; den Kontakt mit anderen Medien (PR), um unsere Themen und Produkte dort bekannt zu machen.
Ist das klug oder gar weise? Ich weiß es nicht. Aber es ist das Beste, was ich zu tun weiß. Meine Reichtümer sind nicht finanzieller Art. Ich schreibe und publiziere gerne, und seit ein paar Jahren verschenke ich meine Texte (nicht die Bücher, aber alle Artikel und Kurztexte). Bezahlt werde ich dafür, dass ich den Verlag manage, die inhaltliche Arbeit ist für mich ein Ehrenamt.
Die vielen Rückmeldungen zeigen mir, dass das, was wir hier tun, ankommt. Um es weiterhin tun zu können, brauchen wir nun eure Unterstützung.







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