Die Kultur des Irrationalen

Levitation, geht das? Dieses Bild ist
eine Fotomontage, aber bei vielen
esoterischen Phänomenen lässt sich
nicht so leicht wie hier feststellen,
ob sie Ergebnis von Tricks sind oder
»Übernatürliches«
Ein Besuch bei der GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften
»Warum Menschen Unfug glauben« war im Mai das Thema der 20. Jahrestagung der deutschen Skeptiker (GWUP), die sich auf die Fahnen geschrieben haben, mit wissenschaftlichen Methoden den Unfug zu untersuchen, auf den leichtgläubige Zeitgenossen – vor allem Esoteriker – so gerne hereinfallen. connection-Autor Rainer Spallek – wissenschaftlich gebildet und seit vielen Jahren meditierend – berichtet von seinen Eindrücken auf der Konferenz
Unter den zündenden Überschriften »Kultur des Irrationalen« und »Warum Menschen an Unfug glauben« lud die GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) zu ihrer 20. Konferenz seit ihrer Gründung 1987 ein. Dass die dreitägige Veranstaltung an einem kirchlichen Feiertag (13. Mai) eröffnet wird, scheint nur konsequent: Es wäre schon verwunderlich, wenn bekennende Skeptiker an Christi Himmelfahrt ihre Arbeit auf Erden einstellen würden. Geladen wurde am ersten Tagungstag ins Essener Unperfekthaus – eine Art Villa Kunterbunt der Ideen und Möglichkeiten.
Leben in beiden Welten
Zufall? In einem Flyer des Hauses heißt es: »Wenn die ›kühlen, logischen Wissenschaftler‹ kapieren würden, dass man nur ein halbes Leben führt, wenn man Gefühle, Menschlichkeit, Glauben ausklammert… und wenn die ›lieben Menschen, Esoteriker, Glaubensmenschen‹ verstehen würden, dass man dumm ist, wenn man behauptet, wo man auch wissenschaftlich prüfen könnte… Schade, dass so viele sich nur mit dem ein oder dem anderen zufrieden geben – besser ist es, beide Welten zu leben … Bescheidenkeit ist keine Zier.« »Prima!«, denke ich, »hier bin ich zuhause!« und betrete tapfer den Tatort.
Bis vor kurzem waren mir die GWUP und ihre Zeitschrift »Skeptiker« unbekannt. Mitglieder-Infos sowie www.gwup.org und Wikipedia brachten mich noch vor der Jahrestagung auf einen ersten Stand der Dinge. Der Besuch der ersten beiden Konferenztage sowie der Einblick in den »Skeptiker« ließen mich erleben und erkennen, worum es der GWUP geht. Bevor ich jedoch von der Konferenz berichte, möchte ich den Lesern eine kleine Orientierung an die Hand geben. Was will die GWUP, deren Mitglieder sich auch offiziell Skeptiker nennen?
»Viele Dinge, die wir als übernatürlich empfinden oder scheinbar nicht mit unserem heutigen Wissen erklären können, sind geschickt getarnte psychologische und physiologische Täuschungen«
Ent-Täuschungsinstanz mit verbraucherschützender Absicht
»Wie die meisten GWUP-Mitglieder war auch ich von der vielen Esoterik im Bekanntenkreis und in den Medien genervt. Und bei entsprechenden Diskussionen fehlten mir häufig die benötigten Hintergrundinformationen. Diese fand ich bei der GWUP«, so der Leiter der »Rhein-Ruhr-Skeptiker« Klaus Schmeh. Und im Flyer zur GWUP-Konferenz ist zu lesen: »Viele Dinge, die wir als übernatürlich empfinden oder scheinbar nicht mit unserem heutigen Wissen erklären können, sind geschickt getarnte psychologische und physiologische Täuschungen«.
Man versteht sich also als eine der Volksbildung dienende Ent-Täuschungsinstanz mit aufklärerischer und verbraucherschützender Absicht. »Die GWUP informiert aus kritischer, wissenschaftlicher Sicht über Parawissenschaften und Pseudowissenschften sowie verwandte Überzeugungssysteme…«. Dabei geht es auch darum, »kritisches Denken zu fördern, um somit die Anfälligkeit für pseudowissenschaftliche Vorstellungen und Versprechungen abzubauen«, ist im Paragraph 2 der GWUP-Satzung zu lesen.
Leichtgläubige Esoteriker? Das kommt von dem »stark ausgeprägten menschlichen Verlangen nach Orientierung, einfachen Erklärungen und Schutz vor den Unwägbarkeiten des Lebens«, sagt Klaus Schmeh von der GWUP
Humbug als Forschungsgegenstand
Woher kommt nun die Leichtgläubigkeit? Nach Überzeugung von Klaus Schmeh ist es das »stark ausgeprägte menschliche Verlangen nach Orientierung, einfachen Erklärungen und Schutz vor den Unwägbarkeiten des Lebens«, die dazu führen, dass allzu viele sich gerne ein X für ein U vormachen lassen. Fast paradox wirkt es, dass die »GWUPpys«, wie Mitglied Patrick Pricken sie nennt, diesen »Humbug« ernst nehmen, indem sie sich mit ihm ernsthaft auseinandersetzen. Die meisten Mitglieder der scientific community hingegen »sagen, dass sie keine Lust haben, sich mit offensichtlichem Humbug zu beschäftigen« (Klaus Schmeh).
Auch die Alternativmedizin hat es den Skeptikern angetan: Allzuviele Ärzte würden, so Schmeh, »aus Sicht der Wissenschaft fragwürdige Methoden anwenden«. Einige GWUPpys haben damit persönliche Erfahrungen. So weist Patrick Pricken darauf hin, dass seine Mutter jahrelange Akupunkturbehandlungen erhielt – ohne offenkundige Heilungserfolge. Entsprechend verhält man sich Wunderheilungen gegenüber sehr reserviert. Dennoch: Wer das wissenschaftliche Ethos Ernst nimmt, weiß um die Vorläufigkeit jeder Art von Wissen. Eine Erkenntnis gilt nur solange als maßgebend, bis sie mit wissenschaftlichen Methoden widerlegt wird.
Parawissenschaften
Es ist nicht einfach, den Untersuchungsgegenstand der GWUP genau zu definieren. Begriffe wie Wissenschaft, Nichtwissenschaft, Pseudo- oder Parawissenschaft sind nicht so leicht zu (be)greifen. Da letzterer im Namen der GWUP auftaucht wird er auch in der Satzung definiert: »Unter Pseudowissenschaft werden Aussagesysteme verstanden, die Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben, ohne ihn einzulösen; unter Parawissenschaft solche, bei denen Zweifel besteht, ob sie diesem Anspruch genügen.« In den aktuellen Ausgaben des »Skeptiker« werden diese Definitionen jedoch zur Diskussion gestellt (4/2009 und 1/2010).
Skeptiker bemühen sich, Vorverurteilungen zu vermeiden. Zum Beispiel ist da der sogenannte Shakespeare-Code. Ihm zugrunde liegt die Behauptung, dass der Philosoph Francis Bacon der eigentliche Shakespeare sei – beide Engländer, die um 1600 lebten. Unfug, könnte man nun sagen und es dabei belassen. Andere versuchen diese These mit kritischem Verstand plausibel zu widerlegen. Ein anderes Beispiel ist der in Dan Browns Roman »Sakrileg« populär gewordene Da-Vinci-Code: Gesten und Anordnungen auf dem »Abendmahl«-Gemälde Leonardo da Vincis werden geheime Bedeutungen zugewiesen: Humbug oder forschungsrelevant?! Oder die Kornkreise: Sie können »unbestritten einen Code enthalten« (Klaus Schmeh) – daher ein akzeptables Forschungsthema?
Für das Natürliche
Die Skeptiker befassen sich mit solcherlei Themen – und gehen damit das Risiko des Vorwurfs durch die scientific community ein, paranormale Phänomene zu popularisieren. In der Tat kam das Publikum gerne zur GWUP-Konferenz nach Essen – am ersten Tag waren es etwa 150 Besucher. In seinem Eröffnungsvortrag »Ein Tag im Leben eines Skeptikers« betonte Patrick Pricken einerseits die Folgen fehlender Skepsis: Zuschauer einer Astro-Show verschulden sich heillos; AIDS-Kranke, die auf Homöopathie setzen, müssen sterben. Andererseits macht er auch gleich mal klar, dass Skeptiker keine miesepetrigen Besserwisser sein wollen, keine Saboteure des Staunens, keine Spielverderber und Entzauberer: »Wir sind nicht gegen Übernatürliches, sondern für das Natürliche.«
Natürlich geht es auch im Unperfekthaus zu, dem Ort des ersten Konferenztages. Auf dem Weg von einem Vortragsraum zum nächsten ziehe ich über Flure und Treppen dieses verwinkelt-verkastelten Hauses. Dabei komme ich an einem offenen Raum vorbei, in dem ein Mikado spielendes Pärchen die Stäbe Stäbe sein lässt und stattdessen einander umzärtelt. Dem Spiele-Raum gegenüber eine Ausbuchtung in der Wandmauer: Hier verhaken sich liegend die Extremitäten eines sich liebevoll zugewandten Paares. Eine Etage höher wird heftig Tischtennis gespielt. Von irgendwoher ist Gitarrengeklimper zu hören. In den Ecken hocken versteckt Telefonierende. So wird der Passant zum Voyeur…
Männerdominanz
Mit Glück finde ich schließlich zum Vortrag »11. Gebot: Du sollst dich nicht täuschen.« Referent Rainer Wolf spricht von »unbewussten Erwartungen und irrationalen Denkstrukturen, die unsere Wahrnehmung verfälschen«. Denn: Wir sehen was wir zu sehen erwarten – und sehen nicht, was wir nicht erwarten. In unserem Sehsystem gebe es einen Wahrnehmungszensor: Es kann nicht sein, was nicht sein darf! So konstruieren wir uns unsere Welt. Dann das Lob auf die Wissenschaft: Täuschungen sind nachweisbar – durch Beobachten, Messen, logisches Schließen. Seine Schlussworte: »Bleiben Sie skeptisch – es lohnt sich!«
Fast alle Referenten sind Männer. Auch die GWUP-Mitglieder (insgesamt etwa 960) und die Konferenzbesucher sind überwiegend männlich. Dies wird am zweiten Tag Referent Peter Brugger bestätigen: Es gebe einen »gewaltigen Geschlechterunterschied: Frauen sind wesentlich magischer eingestellt« und empfänglicher für außersinnliche Wahrnehmungen. Liegt das vielleicht an den beiden Hirnhälften, die bei ihnen stärker miteinander kooperieren?
Von Vampiren …
Ein echter Hingucker ist das Thema »Vampire unter uns«, vorgestellt von Mark Benecke. Eines vorweg: »Kein Mensch in Rumänien/Transsylvanien glaubt an Vampire!«, verkündet Benecke und zieht so manchem gleich einen Zahn. Er untersucht das Vampirismus-Phänomen (Hollywood-abhängig), um wissenschaftlich seiner steigenden Popularität entgegenzuwirken. Die Vampir-Szene ziehe viele »depressive, düstere, zwangsgestörte, ängstliche Menschen an«; wobei sie eine Unterabteilung der Gothic-Bewegung darstelle. Er unterscheidet die »Real-Life-Vampire«, die es auch leben wollen. Im Extrem glauben sie Blut trinken zu müssen. Gleich die Frage aus dem Publikum: »Wieviel Menschenblut ist möglich?« Antwort: »Sie müssen das mal ausprobieren! Wahrscheinlich werde es einem dabei ziemlich schnell übel.«
Vor allem aber ist der Vampir der Gegenwart virtuell unterwegs; da gebe es jede Menge Spezialforen im Internet. Viele »Vampire« seien ganz zahme »fashion-Vampire«: black is beautiful! Auffällig viele Beamte und Krankenpfleger seien in der Vampir-Szene aktiv. Streit mit Finanzbeamten? Entwarnung: »Gebissen wird man nicht in der Szene.«
… und Yogis
Beruhigt schlendere ich (schwarz gekleidet!) hinüber zum indischen Yogi: »Heilig oder Humbug? Die angebliche Nahrungs- und Trinkenthaltung des Prahlad Jani.« Referent Martin Herrman berichtet über einen 1929 geborenen Inder, der seit Jahrzehnten weder flüssige noch feste Nahrung zu sich genommen habe – kein Urinieren, kein Stuhlgang. Es hat Untersuchungen mit ihm gegeben – und der Referent überschwemmt die Hörer mit einer Flut von medizinischen Befunden und Fachbegriffen. Ich schalte ab. Mitgenommen habe ich, dass dieser Yogi auch bei den Untersuchungen (vorher ohnehin) Mogelmöglichkeiten gehabt haben könnte. Viel mehr, scheint's – gibt es dazu nicht zu sagen.
Unter Skeptikern
Am zweiten Tag der Konferenz ist man unter Wissenschaftlern. Keine Öffentlichkeit. Standesgemäß wechselt man örtlich ins nahegelegene Colosseum-Theater. Auf Treppenstufen sitzend komme ich ins Gespräch mit einer skeptischen Psychologin. Ich frage: »Können Sie auch richtig Quatsch und Blödsinn machen?« Lachende Antwort: »Ja! Aber nicht daran glauben!« Ich bin – wieder einmal – beruhigt.
Über »Das gläubige Gehirn« referiert Peter Brugger. Er gibt zu: »Glaubensbereitschaft gehört wie Denken und Fühlen zum Verhaltensinventar des Menschen« und sie sei »eine grundlegende biologische Funktion – jedoch ein Stiefkind in den Neurowissenschaften.« Zwar sei es »naiv, Glaubensbereitschaft im Gehirn lokalisieren zu wollen«, doch zeigten neue Experimente, dass »der funktionalen Asymmetrie der Hirnhälften eine zentrale Rolle für die Genese paranormaler Ideen« zukomme. Dabei gehe es »um eine Assoziationsleistung, die vorwiegend von rechtshemisphärischen Komponenten des Sprachsystems unterstützt wird«. Allerdings sei dies auch bei hohen kreativen Leistungen der Fall – wobei er unter anderem auf das Beispiel von Wegeners Kontinentaldrifttheorie eingeht. Fazit des Referenten: »Der Glaube ans Paranormale entspringt dem menschlichen Drang, Bedeutung zu sehen!«
Gottlose GWUPpys?
Heute, am zweiten Tag, geht es empirischer, fachterminologischer zu. Begriffe wie Skalierung, Regressionsanalyse, statistische Parameter oder Prädiktoren lassen mich verloren aussehen. Bei solchen Wörtern geht es mir wie Jimmy Hendrix, als er mit dem großen Jazz-Trompeter Miles Davis zusammenkam. Der war nämlich nicht nur Musiker, sondern auch Musiktheoretiker und konnte blendend Noten lesen. Jimmy überhaupt nicht. Das merkte Miles sofort und schrieb (in seiner Autobiographie): »Wenn wir miteinander redeten und ich ihm theoretisches Zeug erklärte … bekam er diesen verlorenen Gesichtsausdruck.«
In der Pause spreche ich mit einem Skeptiker, der für das Bundesamt für den Zivildienst tätig ist. Glaubt er an Gott? Klares Nein. Passen GWUP und Religionszugehörigkeit zusammen? Das sei »eine vieldiskutierte Frage. Satzungsmäßig wird das nicht ausgeschlossen« (Klaus Schmeh). Ein Signal ertönt, mein Gesprächspartner eilt in den Vortragssaal, eines seiner Top-Themen lockt: Verschwörungstheorien!
Verschwörungstheorien (VT)
Gestern noch war der Initiator der »Bielefelder Verschwörung« zu Gast. Kernthese: Bielefeld gibt es nicht! Eher eine augenzwinkernde VT, nicht wirklich eine. Sebastian Bartoschek ist nun der Referent; in seiner laufenden Dissertation hat er per online-Fragebögen Personen zu Bekanntheit und Zustimmung von 95 VT befragt. Zunächst einmal: VT sind kein Randgruppenphänomen. Reptilien-Aliens unter uns Menschen? Jesus und Maria Magdalena ein Ehepaar? Paul McCartney seit 40 Jahren tot? Solches Denken gibt es und ist stabil in der Mitte der Gesellschaft verortet. Was eindeutig zu erkennen ist: Weit mehr Frauen als Männer stimmen VT zu.
Eine VT weckt hier besonderes Interesse: die Auschwitz-Lüge. Einerseits ist sie eine der bekanntesten VT, andererseits eine, der in außergewöhnlich geringem Maße zugestimmt wird. Ausnahmsweise – und entgegen Einsteins Bonmot – ist es hier einmal »einfacher« gewesen, ein Vorurteil zu zertrümmern als ein Atom.
Kein Wort war zu hören von Personen, die unter VT leiden. Beispiel Buzz Aldrin, 1969 Mensch Nr. 2 auf dem Mond. Ihm ging und geht es nicht gut. Warum war er »nur« die Nr. 2?! Und er war viel zu jung für den Mondauftritt – alles Leben danach schmeckte lau und fade. Und dann diese Verschwörungstheoretiker, die ihm klar machen wollten, dass er gar nicht auf dem Mond war! »Es kam vor, dass Buzz Aldrin Leute, die solches sagten, schlug. Mit der Faust. Auf die Nase.« (Spiegel, Nr. 30/09)
Friedlich ging der zweite Kongresstag zu Ende; die GWUP präsentiert einen Werbefilm in eigener Sache: Eine Frau mit Schlafstörungen konsultiert allerlei esoterische Heilsverkünder – erfolglos. »Jetzt reicht es!« Ihre Finger finden die Telefontasten, die Rettung versprechen: die GWUP! Zufriedene Gesichter unter den Konferenzteilnehmern.
Die ESSWE geht davon aus, dass es neben der westlich-wissenschaftlichen Denkweise auch eine andere Welt des Wissens gibt, mit gleichem Existenzrecht
Fragen und Antworten
Die GWUP will mit wissenschaftlichen Methoden leeren Versprechungen der parawissenschaftlichen Welt auf die Spur kommen und sie entlarven. Seit gut drei Jahren gibt es die ESSWE (European Society for the Study of Western Esotericism). »Eine im strengen, akademischen Sinne wissenschafftliche Erforschung der Esoterik« ist ihr Anliegen, wobei sie – ebenso wie die GWUP – einen interdisziplinären Ansatz verfolgt.
Die ESSWE geht jedoch davon aus, dass es neben der westlich-wissenschaftlichen Denkweise auch eine andere Welt des Wissens gibt mit gleichem Existenzrecht, die vielen Menschen ein reicheres, weil sinnvolleres, mitfühlendes, ganzheitliches Zusammenleben ermöglicht. In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Studie der Düsseldorfer Identity Foundation (in Kooperation mit der Uni Hohenheim) von 2006 zum Thema »Spiritualität in Deutschland« hinweisen, gemäß der sich vierzig Prozent der Deutschen als säkularisiert bezeichnen, sechzig Prozent hingegen als spirituell Suchende. Eine gemeinsame Konferenz beider Gesellschaften: Ich wäre dabei!
Dazu fällt mir auch ein Satz von Ludwig Wittgenstein ein: »Wir fühlen, dass selbst, wenn alle wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort.«
Weitere Infos: www.esswe.org
, www.gwup.org
Rainer Spallek, Jg. 56, Sozialwissenschaftler, Seminarleiter (Wege zum Selbst, berufliche Erfüllung, Buddhismus), Referent (Reisen), Dozent und Journalist. www.lernen-und-leben.de
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