Veranstaltungen

aktuelle Veranstaltungen

Wer ist online?

Wir haben 461 Gäste online

Unsere Partner

Evolve your Brain - DVD

Neueste Kommentare

  • All diese Lösungen sind nur Lösungen von Symptomen. Was nützen diese Änderungen, wenn die selben kri... weitervon EuroTanic
  • Lieber Gerd, sehr gute Idee, diesen Artikel über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Ich mache den... weitervon olli
  • Liebe Frau Kennedy, lieber Wolf, danke nochmals für den sehr gelungenen empathischen, "tiefenpolitis... weitervon Gerd Soballa
  • Weiß jemand, was aus Rani geworden ist? Wo und wie lebt sie jetzt? weitervon Silke
  • Der Artikel begeistert. Nur die Themen der Webseiten sind erkennbare Konkurrenz;-) weitervon G. Kracht

Tantra-Rundbrief Juli 09 Der rote Mond

Newsletter - Tantra-Newsletter

Baum vor Vollmond

Der Rote Mond

Editorial

Seit den ersten mysteriösen Andeutungen, die mein Vater mir, dem kleinen Jungen, machte, es gäbe im Leben meiner Mutter regelmäßig jeden Monat eine Zeit, in der etwas Besonderes in ihr stattfinden würde, in der sie auch ein wenig mehr Ruhe und Rücksicht brauche, in der sie vielleicht sogar manchmal ein bisschen schwächer sei oder gar traurig und ihr nicht alles so selbstverständlich von der Hand ginge, seit dieser Zeit hat sich in mir ein Staunen, ein Respekt vor der Weiblichkeit aufgebaut, der sich allmählich, durch viele schmerzhafte und auch widersprüchliche Erfahrungen hindurch, in eine Würdigung und Liebe zur Frau verwandelt hat.

Allerdings war dies ein sehr langer Weg. Zunächst war meine bübische Reaktion ja so, dass ich froh war, kein Mädchen zu sein. Und gar die Vorstellung, dass Frauen so viel Schmerzen bei der Geburt der Kinder aushalten mussten, hinterließ in mir ein unheimliches Gefühl und gleichzeitig eine Dankbarkeit, dass ich es später als Mann doch wesentlich leichter haben werde. Ein Trugschluss, wie sich eben während dieses späteren Lebens herausstellte.

Ich musste viele Phasen durchwandern, Phasen des vollständigen Unverständnisses, was Weiblichkeit betrifft, Phasen der Verzweiflung, des Hoffens und Enttäuscht-Werdens, des Hasses und der verschmähten Liebe. Auch Jahre eines zufriedenen Zölibats waren darunter. Und als ich dann die Schönheit von Liebe und Sexualität entdeckte, kam ein neues Problem dazu: die Angst vor ungewollter Schwangerschaft. Oder die Frage: Trau ich mich überhaupt in die Vagina (»ungeschützt«) eindringen, während sie blutet? Fragen, die mich meiner eigenen Natur, dem Weiblichen in mir, dem Kreatürlichen und auch dem Animalischen in mir viel näher gebracht haben. Dafür bin ich heute dankbar.

So war und bin ich fasziniert vom Mysterium, das die Frau mir entgegenbringt. Sie lebt die Zyklen des Werdens und Sterbens, der Fruchtbarkeit und des Abstoßens, des Reinigens. Sie ist in all diesen natürlichen Vorgängen viel intensiver drin, in ihrem Körper, in ihrer Seele, als ich das je könnte. Das rote Geheimnis des Blutes, das Empfangen, das Gebären, das Abstoßen, der Schmerz des Loslassens, bevor die losgelöste Befreiung kommt: Das habe ich von der Frau ahnen und spüren gelernt.

Und es gibt eine große Ungerechtigkeit, ein Skandal, der bis heute in der Gesellschaft fortlebt.

Rücksichtslos walzt die Leistungsgesellschaft, walzt der männliche Standard über die weibliche Natur hinweg. Unser Berufsleben, unsere Wirtschaftswelt, unser kapitalistisches Wertesystem kann Auszeiten nicht gut brauchen, will ein rhythmisches Schwingen mit natürlichen Zyklen bisher nicht akzeptieren. Es setzt sich gnadenlos darüber hinweg. Im Leistungssport wird es besonders deutlich: Wen kümmert es, ob die Läuferin, Schifahrerin, Schwimmerin gerade »ihre Tage« hat? Wer fragt je danach? Und an den meisten Arbeitsplätzen ist es nicht viel anders. Warum dürfen Frauen nicht frei nehmen oder ihr Arbeitspensum, ohne es groß rechtfertigen zu müssen, einfach herunter fahren? Ist das nicht brutal, gegen die Weiblichkeit, gegen die Natur, gegen das Leben?

Photo Franz Lang

In diesem Newsletter sprechen drei Frauen über den Roten Mond, jede von ihnen über eine andere Entwicklungsphase des Frauseins.

Mayonah Roza Bliss ermutigt zum Eintauchen in den Zauber und die Lebendigkeit des Schoßes, zur Entfaltung der Roten Kraft.

Susanne Schill erzählt eine Geschichte, wie die Jungfrau, die Weiße Frau, im Wald ihre Initiation in die Rote Phase ihres Frauseins zelebriert.

Und Sirilya Dorothee von Gagern geleitet mit ihrem Beitrag Frauen liebevoll und aufmunternd in die magische Schwarze Phase hinüber, in das Reich der Weisen Frau.

Danke euch Leserinnen und Lesern, dass ihr euch dieses Themas annehmt. Ich wünsche euch ein fruchtbares Leseabenteuer.

Franz Lang

Inhalt

  1. Editorial, Franz Lang
  2. Der Schoß, Mayonah Roza Bliss
  3. Die Schwelle zur Weisen Frau, Sirilya Dorothee von Gagern
  4. Initiation, Susanne N. Schill
  5. Veranstaltungen
  6. Die Tantraschulen und Tantra-Massageinstitute im deutschsprachigen Raum
  7. Regionalgruppen
  8. Impressum

(Die meisten Bilder: pixelio.de)

Cover connection special 85

Dich alle liebe ich!

Der Trend zur Polyamorie und die ewige Frage: solo, mono oder poly, was macht am glücklichsten?

Wer bis 17. Juli dies Heft bestellt, bekommt es zum Preis von 7 € und ohne Versandkosten.

Tantra special 85 bestellen

Das Tantra-Special im Abo

Vier Ausgaben:
30 € Inland (Shop)
33 € Ausland (Shop)

Der Schoß

Sehnst du dich danach, deinen Schoß als kostbaren Schatz in dir zu tragen, das Mysterium des Weiblichen in dir tiefer zu erforschen? Deine Würde als Frau wieder zu leben?

Der Schoß ist die Quelle weiblicher Kraft. Solange unsere Quelle verschmutzt und verstopft ist durch negative Erfahrungen oder einengende Gedankenmuster, kann sie nicht frei fließen und unsere Kraft ist blockiert.

Seerose

Kaum eine Frau empfindet ihren Schoß als einen blühenden Lotus, viel eher als eine noch geschlossene Knospe oder gar als eine zerknitterte Blume. Noch lastet das Erbe der Vergangenheit in uns – unserer eigenen sexuellen Geschichte als auch die unserer Mütter und Großmütter sowie die Erinnerungen des gesamten Frauenkollektivs. All die Erfahrungen bezüglich unserer Weiblichkeit sind in unserem Schoß gespeichert.

Die Auswirkungen dieser Schatten sind: Anspannungen und Blockaden in der Vagina und dem Becken, Empfindungslosigkeit, Scham- und Schuldgefühle, Angst vor sexueller Kraft, Angst vor Hingabe, Misstrauen, Minderwertigkeit, Orgasmusschwierigkeiten …

Als Frauenkollektiv haben wir uns schon fast an den Zustand gewöhnt, von der eigenen inneren Quelle getrennt zu sein und im Schoß nur eine zerknitterte Blume oder eine geschlossene Knospe zu tragen.

Vor rund 2000 Jahren aber noch gab es Göttinnen wie die keltische Sheela-na-gig, die ihren Schoß als magischen Ort der Verehrung und Anbetung darbot, oder die griechische Baubo, die als personifizierte Yoni mit ihren humorvollen und saftigen Witzen alles um sie herum zum Lachen brachte.

Lachende Frauen

Aus unserem einst geheiligten Schoßraum ist ein Ort des Kampfes, eine Müllhalde, ein Platz voll Wut, Schmerz, Resignation und Trauer geworden – und das allzu oft ohne dass es uns überhaupt bewusst ist.

Wo ist unser Lachen geblieben? Unsere Freude an einer erfüllten Sexualität? Unsere Lust, die natürlich und schön aus uns strömt? Unser Schoß verlangt nach Harmonisierung. Viele Unterleibskrankheiten sind ein verzweifelter Ruf um Aufmerksamkeit, um Zuwendung zu unserer Geschichte und ihrer Harmonisierung und zu unseren tieferen Sehnsüchten.

Diese Sehnsucht wird in uns Frauen zunehmend wach, eine Sehnsucht, die zu ihrem Ursprung zurückkehren will. Die unsere Schöße erwachen und unsere Weiblichkeit erblühen sehen will.

Wenn unser Schoßraum von alten Belastungen befreit und gereinigt ist, gewinnen wir wieder Zugang zu dem, was die Yoni im Grunde ihres Wesens ist: ein Ort voll Zauber, Schönheit und Tiefe, voll Lust und Lebendigkeit, voll Lachen und Liebe.

Inneres einer Orange

Die Zeit ist reif, unser volles weibliches Potential wieder zu entdecken und unser Licht und unsere Liebe in die Welt zu strahlen.

— Mayona Roza Bliss

Die Schwelle zur Weisen Frau

Wie viele Frauen glauben, dass die Wechseljahre ein Frauenschicksal sind, dem frau mit Hormonen vielleicht entkommen kann? Wie viele Frauen befürchten, dass diese Zeit das Ende vom Frausein und von der Schönheit sind? Ich schätze, dass es viele sind. Wie viele Frauen verfügen über ein gestärktes Frauenbewusstsein, um gegen die Jugendkultur, gegen die Medien- und Medizin-Normen gewappnet zu sein und sich nicht enteignen zu lassen – durch Osteoporose-Angst, Schönheits-Chirurgie und Gewinnsucht der Pharma Industrie? Leider noch nicht alle, denn die Frau in den Wechseljahren hat meist nicht das positive Vorbild ihrer Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, der langen Ahninnenreihe, mit deren Hilfe sie gestärkt die Übergänge ihres Lebenszyklus begreifen, ehren und feiern lernt.

Schon bei dem ersten großen Übergang in die Zeit der Mondbluts stehen die jungen Frauen oft allein und entwurzelt da und müssen sich ihren neuen Weg selbst ertasten. Der große Übergang aus der Zeit des Mondbluts in die Zeit der Weisen Frau ist nun wirklich eine neue Chance, den Frauenweg bewusst, stolz, kraftvoll und eigenmächtig zu gehen. Wechseljahre sind keine Krankheit, sie sind Wandlungsjahre für unsere Persönlichkeit, sie lehren uns loszulassen und uns neu zu finden. Sie sind eine erfahrbare Schwelle zum Reich der Weisen Alten.

Alte Frau

In den indigenen Stammeskulturen weltweit gewinnt eine Frau an Achtung, Ehrung und Macht je älter sie wird, denn die Gemeinschaft profitiert davon, dass sie ihre Persönlichkeit bereits entwickelt hat, dass sie ihren Körper versteht, dass sie ihren Platz in der Gemeinschaft kennt und Meisterschaft in zwischenmenschlichen Beziehungen erlangt hat. Bei den Cherokees in Nordamerika gilt eine Frau erst mit 54 Jahren als erwachsen. Großmutter ist in diesen Kulturen ein Ehrentitel. Die Schönheit der Gesichter der alten Frauen in den Stammeskulturen drückt ihre Würde, Weisheit, innere Zufriedenheit und das Eingebundensein in spirituelle Werte aus.

Vergleichbar dazu haben wir die alteuropäische Tradition der Weisen Frauen, die uns mit unserer Ahninnenreihe verbindet und mit der uralten und selbstverständlichen matriarchalen Frauenkraft verwurzelt und stärkt, aus einer Zeit jenseits der brennenden Scheiterhaufen. Auch in dieser Tradition wird eine Frau über die Schwellen ihres Lebenszyklus mit der Kraft eines Rituals begleitet, gesegnet und gestärkt.

Im Ritual steht die Frau, die ihren Übergang, ihre Wechselzeit rituell stärken möchte, mit anderen Frauen im Kreis zusammen, Freundinnen, Töchter, Geliebte. Gemeinsam erschaffen sie den geschützten und magischen Raum und rufen die Kräfte der Elemente, die Verbündeten aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralienreich und die Große Göttin mit hinein. Vor allem die Pflanzenverbündete unterstützen uns Frauen in diesem Schwellenreich, z. B. der Löwenzahn stärkt die Knochen und die Vitalität, der Salbei sorgt für den Ausgleich der Hitzewallungen und für lange Gesundheit , der Granatapfel gleicht den Östrogenhaushalt aus und beschert die Lust und reiche Ernte der Matriarchin. Im Ritual geht die Frau des Übergangs noch einmal ihren Lebensweg ab.

Schwäne an verschneitem Ufer

Sie erinnert sich an ihre weiße Phase des Lebenszyklus, der Zeit der jungen unabhängigen und ungezähmten Kraft. Was war für sie in der weißen Phase wichtig? Was will sie aus dieser Zeit endgültig loslassen? Was will sie gern in die nächste Phase mitnehmen?

Roter Himmel

Dann geht sie die Stationen ihrer roten Phase ab, der Phase der Fülle ihrer Körperkraft, Liebeskraft und Schaffenskraft, oft auch die Zeit als Familienmutter, die Verantwortung für ihre Familien trägt. Die Frau entscheidet dann, was sie endgültig loslassen möchte und was sie gern in die neue schwarze Phase mitnehmen möchte, die Zeit der inneren Reife, der größeren Schau und des magischen Wissens. Rituell tritt die Frau dann in ihre neue schwarze Phase ein und lässt Visionen aufsteigen, was jetzt für sie wichtig ist, was sie von der Zukunft anweht. Die älteren Frauen im Kreis segnen sie, die jüngeren erbitten von ihr Worte der Weisheit.

Dunkle Seite des Mondes

Ein solches Ritual ehrt die Bedeutung dieses Übergangs und gibt das Vertrauen in den spiraligen Lebenstanz und in die eigenen Frauenkraft.

Vielleicht fühlt sich eine Frau so um die 50 noch viel zu jung für den ehrwürdigen Kreis der Weisen Alten? Dann ist sie eben erst eine Baby-Großmutter, wie es Carolyn Hillier aus Dartmoor ausdrückte.

Was bringt die neue Lebensphase nach dem Überschreiten der Schwelle? Vielleicht den Mut, Schutzräume für die Zeit der Häutungen einzufordern. Vielleicht: Zeit und Kraft für berufliches Engagement, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Vielleicht Abenteuer-Reisen, verrückte Outfits und Hobbies, denn was kümmert es uns noch, was die anderen denken. Vielleicht häxisches Lachen mit unseren Freundinnen, Ausleben von Träumen, Selbstentfaltung, Frauenbündnisse… Das neue Reich ist das Reich der Freiheit: Freiheit vom Anpassungsdruck, Freiheit von Sexnormen, Freiheit für ungezähmtes und authentisches Sein.

Und eh wir es gemerkt haben, sind wir mit den Jahren doch tatsächlich hinübergewechselt in das Reich der Weisen Frauen, der schwarzen, magischen Alten. Unsere Gelassenheit, die Rollenspiele zu durchschauen und selbst daraus auszusteigen, unser Mutterwitz, unserer Verwurzelung mit den eigenen Ursprüngen, unser inneres Wissen zu den scheinbar verworrenen Lebensentwürfen, unser Humor darüber, uns selbst doch immer wieder in den anderen gespiegelt zu finden, unsere unverblümte Aufmüpfigkeit, unsere Klarheit über unsere Ernte – so viel Reichtum ist auf einmal da, in den Schoß gefallen im neuen Reich jenseits der Schwelle der Wechseljahre.

Sirilya Dorothee von Gagern, Biologin, geistige Heilerin und spirituelle Wegbegleiterin, Gaiamantin, seit mehr als 20 Jahren berufliche Erfahrung mit Licht- und Energiearbeit im feinstofflichen Heilbereich, mit Frauen-Spiritualität und im Frauengesundheitsbereich.

Initiation

»Ab heute wird alles anders. Ab heute wird mein Leben wundervoll«.

Mit diesen Worten stopfte Annika ihre mausbraunen Zöpfe unter die Mütze und verließ das Haus. Sie ging zielstrebig und ohne Pause den oft gegangenen Weg zur Waldlichtung. Dort angekommen, öffnete sie ihren Rucksack und breitete das mitgebrachte Tuch aus. Mit langsamen, konzentrierten Schritten umrundete sie es dreimal, setzte sich dann und holte Stück um Stück der mitgebrachten Dinge aus dem Rucksack. Eins nach dem anderen legte oder stellte sie sie auf das Tuch, manche betrachtete, streichelte sie zärtlich, manche fasste sie mit spitzen Fingern und scheinbar schaudernd. Schließlich war alles an seinem Platz.

Gelber Mond über Bäumen

Der Mond stand voll und hell über dem Wald, der perfekte Zeitpunkt war nah. Ein letztes Mal prüfte sie die Position der Steine und Kerzen, entzündete dann mit einem Streichholz letztere. Gott sei Dank war es vollkommen windstill, denn sie wusste, dass während der ganzen Anrufung keine der Kerzen ausgehen durfte, sonst wäre sie verloren.

Alles war bereit. Sie nahm die Brille ab, schloss die Augen, atmete tief und regelmäßig, wie Muma es ihr beigebracht hatte. Und fühlte beinah sofort wie die wohlbekannte Wärme ihr Rückgrat hinaufstieg. Sie begann zu singen. Zuerst die einleitenden Beschwörungen und den Schutzzauber. Durch die geschlossenen Augen sah sie das blaue Schimmern des sich aufbauenden Feldes. Jetzt das erste Siegel öffnen. Geschafft. Sie spürte wie das Feld sich stabilisierte und wie sich erste feine Schweißtropfen auf ihrer Haut bildeten. Alles schien richtig zu laufen. Jetzt das zweite Siegel. Es öffnete sich nur zögerlich und wurde auch nicht richtig hell. Angst kroch ihr über den Nacken. Würde sie stark genug sein ?

»Nur Frauen, die schon bluten, können das Zweite öffnen«, hörte sie Mumas mahnende Stimme in ihrer Erinnerung. Sie konzentrierte sich auf ihren Schoß, fühlte das noch ungewohnte Ziehen. Ihr erstes Blut. Schlagartig wurde das Siegel strahlend hell und der Lichtkreis stand stabil.

Jetzt konnte sie die Kraft rufen. Sie begann die Worte zu singen. Die Worte, die Muma sie hatte auswendig lernen lassen, als diese schon im Sterben lag. Die Worte der Macht, die sie zur Frau machen würden und ihr die Gaben der Frauen ihrer Familie schenken. Oder sie töten, wenn sie das Ritual nicht meistern konnte.

Es begann. Die Vibrationen schienen direkt aus dem Erdboden zu kommen. Ein hohes Summen erfüllte die Luft um sie herum. Das Ziehen in ihrem Schoß verwandelte sich in Hitze.

Eine Welle reiner Energie durchströmte sie und sie öffnete sich bereitwillig und vollständig der aufbrandenden Lust, ließ die Erdkraft sie nehmen und weit hinaustragen aus ihrem vierzehnjährigen Körper. Hinauf, weit hinauf zum Schloss des Himmelsvaters. Der sie strahlend in die Arme schloss und segnete. Und dann in einer zweiten ekstatischen Welle hinab in die Tiefe der Mutter. Hinab in den Schoß der Erde. Dort waren sie alle. Alle Frauen ihrer Familie, alle Frauen der Kraft. Und sie wurde aufgenommen und eingeweiht.

Als der Morgen dämmerte, fand er Annika friedlich schlafend auf ihrer Decke. Die Kerzen waren ausgebrannt. Ein Sonnenstrahl weckte sie und als sie sich geräkelt hatte, ging sie zum Bach und schaute ihr Bild im Spiegel des Wassers. Leuchtend rotes Haar umrahmte in wilder Pracht ihr Gesicht. Das Zeichen, dass die Macht sie akzeptiert und gewandelt hatte. Sie war jetzt eine erwachsene Frau. Bereit für die Liebe, bereit für ihr Leben.

Photo Susanne N. Schill

Susanne N. Schill 46J., lebt, liebt und arbeitet in München, berät und berührt im Bereich von Eros, Herz und Feinschwung. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Veranstaltungen

Schatz, wie hättest du's denn gern?
Kommunikation in der Erotik

Bei kaum einem anderen Thema ist das miteinander Reden so schwierig und gleichzeitig so wichtig wie in der Sexualität. Wie fangen wir's an, wie werden wir verstanden, ohne dass es peinlich wird oder abtörnt? Der Tantra- und Kommunikationsexperte Wolf Schneider gibt hilfreiche Tips.

Datum:
Tagesworkshop am 15. August
Zeit:
10 – 18 Uhr
Ort:
im Sinnes-Art Studio, Dresden
Leitung:
Wolf Schneider
Preis:
55 €
Kontakt:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel. 0351–320 71 12
Mehr Information:
Schatz, wie hättest du's denn gern?

Aktuelle Veranstaltungen findest Du im connection-Veranstaltungskalender.

Tantra-Schulen

Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht findest Du auf unserer Seite Tantraschulen und Tantramassage-Institute

Regionalgruppen

Tantragruppen in Deutschland

Impressum

Copyright Webmagazin und Newsletter: 2009 by Connection AG, D-84494 Niedertaufkirchen. Alle Rechte vorbehalten. V.i.S.d.P.: Wolf Schneider. Redaktion dieser Ausgabe: Wolf Schneider, Pamela Behnke und Franz Lang. Wir freuen uns über die Einsendung von Texten und Bildern, können diese aber leider nicht honorieren.



Teilen




Kommentar schreiben

Beiträge, die erkennbar nur verfasst wurden, um einen Link auf die eigene Webadresse zu setzen, werden entfernt


Sicherheitscode
Aktualisieren