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Tantra-Rundbrief Nov. 09 Beziehung - Verletzbarkeit - Trennung

Newsletter - Tantra-Newsletter

Beziehung – Verletzbarkeit – Trennung
Der Tantra-Newsletter November 2009

Kastanie

Editorial

Sich von Gewohnheiten zu trennen oder sich von Menschen zu trennen, tut manchmal höllisch weh und manchmal ist es befreiend. Manchmal beides zusammen. Manchmal ist es traurig und trotzdem wichtig. Wenn wir für uns gehen können und die Sehnsucht, welche im Grunde in die Vergangenheit, in die Geschichte gehört, als solche erkennen, ist das ein richtig gutes Gefühl. Ich liebe Dich und werde gehen. Verlassen zu werden, während man sich als Opfer fühlt, ist zwangsläufig schwieriger. Was wird da gespiegelt? Vielleicht die eigene Angst oder Unfähigkeit, mich einzulassen?

Verlassen zu werden und in Liebe zu bleiben, ist ein spannendes Abenteuer. Zu gehen, loszulassen, Muster oder Menschen, eine Reise ins Unbekannte zu beginnen … Und die Angst und Unsicherheit darüber, was nach der bisherigen, vertrauten Erfahrung kommt, die sind nur zu verständlich.

Photo Pamela Behnke

Das Beste bei Trennungsschmerz sind meiner Erfahrung nach gute Freunde, die Einen in den Arm nehmen, halten. Und als Nächstes die Liebe zu sich selbst zu kultivieren, mehr und mehr sich selbst gut tun und lieben.

Hörbares, Sehbares und Lesbares zum Thema haben wir für diesen Newsletter, vielleicht zur Jahreszeit passend, ausgewählt, um euch, liebe Leserinnen und Leser, zu bereichern und Gedankenanstöße zu geben. Wie sag ich so gerne? Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können …

Pamela Behnke, www.taste-of-tantra.de

Titelbild: pixelio.de, Matthias Balzer

Inhaltsverzeichnis

  1. Editorial, Pamela Behnke
  2. Oh, wie sie liebt, die Schwarze Göttin – Eine Radiosendung
  3. Unsere Dunkle Mutter, Hörauszüge aus einer CD von Ricardo E. Blumenstock
  4. Der Meisterschlüssel für Beziehung, Videoausschnitt mit Yod Udo von Kolitscher
  5. Geht es dir auch so? Saleem Matthias Riek
  6. Liebe zeigt sich in Verletzlichkeit, Leila Bust
  7. Trennung, Franz Lang
  8. Veranstaltungshinweis: Vorträge von Deborah Sundahl zur weiblichen Ejakulation
  9. Tantraschulen
  10. Tantra-Regionalgruppen
  11. Impressum

Diesen Newsletter kannst Du auch herunterladen:
Tantra-Newsletter 11/09, Word-Format, 1,2MB (erstellt von Franz Lang)

2. »Oh, wie sie liebt, die Schwarze Göttin!«

Eine Radiosendung für Liebende oder solche, die es werden wollen, gestaltet von Manuela Haunschmidt und Franz Lang.

Sie stellen die Frage, ob wir ungeschützt und offen lieben dürfen? Was erwartet uns dann, in der Tiefe der Empfindungen? Mitunter treffen wir dort auf die Schwarze Göttin. Und wenn wir fragen: Macht oder Liebe? So antwortet sie: Liebesmacht!

»Oh, wie sie liebt, die Schwarze Göttin…« bei CBA

3. »Unsere Dunkle Mutter – Ode an die Tiefe«
Auszüge aus einer CD von Ricardo Emmanuel Blumenstock

»… dem diese Welt bedeutet, dem ist er bitter, Dein Kuss;
nur wer tiefer liebt was ist, als was scheint,
der kostet Deiner Lippen Süße, wenn Du Dich zu ihm neigst …«

»Dunkle Mutter«, MP3, 07:26 min; 6,8MB

Du kannst diese Doppel-CD bestellen bei Ricardo: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder unter 0160–99151423

3. »Der Meisterschlüssel für Beziehung – Was man nirgends lernt, aber trotzdem wissen sollte«

Ein Videoauszug eines Vortrags des Satsanglehrers Yod Udo von Kolitscher

Youtube-Link

Die Faszination der ersten Zeit einer Beziehung täuscht. Jeder glaubt, es liegt am Partner, wenn es nicht funktioniert. Dieser Irrtum ist fundamental und zieht alle weiteren Fehler nach sich. Dazu kommt noch, dass fast alle in der nächsten Beziehung wieder unbewusst den gleichen Fehler wiederholen.

Photo Yod Udo von Kolitscher

In den lebendigen Vorträgen von Yod Udo von Kolitscher kann man herzhaft lachend oder verstohlen schmunzelnd sich selbst erkennen und für die Zukunft lernen.

Yod, www.biotic-institute.com

5. Geht es dir auch so?

Geht es dir auch so, dass du es immer wieder vermeiden möchtest verletzt zu werden – und gleichzeitig erkennst, dass es genau diese Bereitschaft braucht, um berührbar zu bleiben? Ein solches Erkennen zeugt von Bewusstsein.

Aus diesem Erkennen heraus erscheint es paradox, dass viele (alle?) unserer ausgeklügelten Muster, die wir entwickelt haben, um uns vor Verletzung zu schützen und überlebensfähig zu machen, nun genau das Gegenteil bewirken: Sie lassen uns im Gewohnheits-Trott funktionieren wie eine gut geölte Maschine, direkt am Leben vorbei.

Photo Saleem Matthias Riek

Wenn wir bewusst sind, dann verwandelt sich Verletzlichkeit in Offenheit. Diese ermöglicht, dass die Bewertung wegfällt, die eine Erfahrungen erstarren und sie zu etwas Schlimmem, einer ernsten Verletzung, werden lässt. Wenn wir etwas nicht länger bewerten, ist da vielleicht tiefes Berührt- oder Bewegt-Sein in Form von Schmerz, Traurigkeit oder Angst. Aber dann ist da auch Lebendigkeit, Fließen, Verwandlung. Und tieferes Bewusstsein.

Was für ein Segen, dass wir die Wahl haben: Wir können inmitten aller Verletzlichkeit oder unserer Angst davor anhalten, da bleiben, offen und bewusst werden.

Wenn das deine Wahl ist, dann wirst du vielleicht manche Situation, die du sonst vermeidest, weil du dich vor Verletzung fürchtest, in anderem Licht betrachten – vielleicht ist es ja eine Chance?

Saleem Matthias Riek

aus dem neuen Newsletter, der von seiner Tantraschule verschickt wird. Wir empfehlen den Besuch der Webseite www.art-of-being.de

6. Liebe zeigt sich in Verletzlichkeit

»Geh dorthin, wo du verletzt bist,
wo deine Sehnsucht sitzt. Mach keine Bewegung davon weg.
Geh dorthin, wo du schutzlos und verletzlich bist, hab Vertrauen.
Wenn alles ausgeweitet ist, wenn alles Platz hat, ist die Liebe da.« (nach S. Widmer)

Die Liebe macht verletzbar – sagt ein altes Sprichwort. Wenn dem so ist, wäre verständlich, warum in unserem Leben so wenig Liebe ist, warum so wenig Menschen die Liebe erfahren.

Denn wer möchte schon verletzbar sein? Wer möchte sich verwunden lassen?

Mit dem Verneinen und Vermeiden der Verletzlichkeit verhindern wir nicht nur die Liebe, wir verraten damit eine essentielle Qualität und ein Charakteristikum unseres Menschseins. Es gibt keine uns bekannten anderen Lebewesen, die so verletzbar sind wie wir Menschen.

Baby Kleinkind

Verletzlichkeit ist eine zutiefst menschliche Qualität

Von Geburt an haben wir die Qualität der Verletzlichkeit mitbekommen. Jedes Baby, das geboren wird, ist extrem verletzlich und abhängig: körperlich, emotional und mental. Betrachten wir ein Baby, können wir erkennen, dass diese Verletzlichkeit Offenheit und Vertrauen beinhaltet. Neugeboren, wie es auf die Welt kommt, ist es noch ein unstrukturierter, unbegrenzter Energiefluss, reine Wahrnehmung, eine Einheit mit allem. Ein offener, durchlässiger, fühlender, verletzlicher Wesenskern, der total geöffnet ist für die sinnliche Wahrnehmung und alle Impulse und Sinneseindrücke in sich aufnimmt, sich beeindrucken und beeinflussen lässt. Alles, was es sieht, hört, zu fühlen bekommt, hinterlässt seine Spuren im Bewusstsein des geöffneten Wesens: Positive Spuren, im Sinne von unterstützend für die Entwicklung des eigenen Selbst oder negative Spuren, in dem das Selbst begrenzt oder zerstört wird.

Am Beispiel des Neugeborenen können wir sehen, dass Verletzlichkeit Offenheit und Durchlässigkeit bedeutet – und Berührbarkeit. Alles wird aufgenommen, eingelassen – das Wesen Mensch lässt sich beeindrucken und formen. Aber auch emotional ist es verletzbar durch die Fähigkeit zu fühlen und ein breites Spektrum an Empfindungen in sich wahrzunehmen und diese auch zu reflektieren. Es kann jegliche Arten von Lust und Schmerz empfinden, Liebe und Hass, Ekstase und Einsamkeit, um nur die extremsten Gefühle zu nennen. Dazwischen gibt es noch eine ganze Palette an verschiedenen Gefühlen, Empfindungen, Stimmungen in unterschiedlicher Intensität. Die Fähigkeit zu fühlen und mehr noch das Bewusstsein darüber, dass wir fühlen und was wir weshalb fühlen, hat uns vorsichtig werden lassen im Umgang mit dem Fühlen.

Der Schutzpanzer aus Abwehr und Bewertungen

Manchmal frage ich die Menschen in unseren Seminaren, was sie suchen, was sie erleben wollen. Dann hören wir sehr oft den Wunsch nach mehr Lebensfreude, Lust, nach einem Gefühl von mehr Lebendigkeit oder auch Entspannung. Viele Menschen leiden unter einer gewissen Gefühlsarmut und funktionieren vor allem in ihrem Leben. Sie fürchten die Verletzbarkeit und Abhängigkeit und bewerten diese als Schwäche. Sie haben Angst, ihren Gefühlen hilflos ausgeliefert zu sein, wenn sie diese zulassen und rettungslos von ihnen überflutet zu werden und in ihnen unterzugehen.

Und tatsächlich, wenn wir traurig sind, können wir das Gefühl haben, die Tränen hören niemals mehr auf; wenn wir wütend sind oder eifersüchtig, kann sich das wie ein inneres Feuer anfühlen, das uns verzehrt. Und wenn wir von einem geliebten Menschen verlassen werden, können wir uns total zerstört fühlen und wollen am liebsten sterben. Unsere Kapazität zu fühlen und damit verletzbar zu sein, ist gewaltig und daher vermeiden wir sie lieber. Wir haben ein Schutzschild um uns aufgebaut. Und machen uns dickhäutig wie Alligatoren oder Schildkröten, die durch ihren dicken Panzer unempfindlich und unverletzbar werden.

Schildkrötenpanzer

Diesen Schutzpanzer haben wir uns bereits in frühester Kindheit erworben. Wenn wir uns dieses offene, durchlässige, verletzliche neugeborene Wesen, das wir alle einmal gewesen sind, vorstellen, dann verstehen wir auch, dass so ein Wesen auf Härte, Stress und Ungeduld der Erwachsenen mit Verwirrung, Hilflosigkeit und Ohnmacht reagiert. Das sind meist die ersten Spuren einer Schutzschicht. Diese Schutzschicht wird weiter stabilisiert, wenn auf den Ausdruck seiner Enttäuschung und Verletzung wiederum mit Unverständnis, Ungeduld und Ablehnung seitens der Erwachsenen reagiert wird. Dann kommt es zur zweiten Schutzschicht: Wenn das Baby die Ablehnung und Abwehr der Erwachsenen spürt, wehrt es selbst ebenfalls seine Gefühle des Unverstandenseins und Ausgeschlossenseins ab. Gleichzeitig baut es eine weitere Schutz- oder Abwehrschicht auf, indem es die eigenen Gefühle als negativ bewertet und bei sich selbst ablehnt. So wird die Schutzschicht allmählich zum Abwehrpanzer, der Schicht um Schicht dicker wird. So verlieren wir mehr und mehr die Erinnerung daran, wer wir einmal waren und verlieren den Kontakt zu unserem ursprünglichen Wesenskern. Wir verlieren den Kontakt zu unserem ureigensten Selbst.

Wir kennen nur noch unseren Panzer aus Rückzug und Einsamkeit, aus Abwehr und Aggression und identifizieren uns ganz selbstverständlich damit. Das sind wir. Der Glaube, sich ein dickes Fell zulegen zu müssen, um überleben zu können, ist gesellschaftlich weit verbreitet, eine kollektive Überzeugung. So verstecken wir uns und vergessen unsere essentielle Gabe der Verletzlichkeit und Offenheit.

Wie Unempfindsamkeit verletzt

Diese Verpanzerung nach außen hat jedoch vielerlei Verletzungen im Innern zur Folge:

Tatsächlich werden Menschen unempfindlicher und unempfänglicher. Jetzt müssen sie nicht länger die schmerzhaften Gefühle erleben, aber auch all die schönen und glücklich machenden Gefühle ersterben: Freude, Lust, Liebe und Lebendigkeit, und eine einsame, unsichere Leere macht sich im Innern breit. Da Menschen mit einem dicken Panzer auch andere nicht mehr nah sein lassen können, erfahren sie selten noch wirkliche Liebe und Verbundenheit. Sie fühlen sich getrennt von den anderen und in ihrem Herzen einsam und abgeschnitten.

Auf der körperlichen Ebene sorgt der Schutzpanzer für eine enorme Anspannung, die nur selten aufgegeben werden kann. Die permanente Anspannung wird chronisch und sorgt für die weit verbreiteten Rücken-, Kreuzbein- und Nackenschmerzen. Der Schaden, den wir an dieser Panzerung der Unempfindsamkeit nehmen, ist enorm.

Auf der körperlichen Ebene sorgt der Schutzpanzer für eine enorme Anspannung, die nur selten aufgegeben werden kann. Die permanente Anspannung wird chronisch und sorgt für die weit verbreiteten Rücken-, Kreuzbein- und Nackenschmerzen. Der Schaden, den wir an dieser Panzerung der Unempfindsamkeit nehmen, ist enorm.

Tantra führt zurück zur Verletzlichkeit

So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen den tantrischen Weg beschreiten. Die unbewusste Erinnerung und daraus wachsende Sehnsucht nach dem eigenen ursprünglichen heilen Wesenskern, der alles enthält, was wir für ein glückliches Leben benötigen, lässt uns auf die Suche gehen. Der tantrische Raum bietet einen Schutzraum des Vertrauens und Loslassens, indem Menschen entspannen und die von ihnen gewünschten Schritte der Selbstentfaltung gehen können. Er ist ein energetischer Raum, indem das eigene Energieniveau erweitert und ausgedehnt werden kann, mit der Intention, den engen Panzer von Ängsten, Abwehr und Bewertungen aufzuweichen, um zurück zum eigenen Selbst zu finden. Dies kann geschehen, weil Menschen in diesem besonderen Raum Vertrauen finden, sich wieder berühren zu lassen – äußerlich und innerlich. Sie werden eingeladen, die anderen Menschen und die unmittelbare Erfahrung mit ihnen wirklich in sich eindringen zu lassen und sich davon durchdringen zu lassen. Die oft verschütteten Fähigkeiten des Nach-Innen-Lauschens und -Spürens werden neu geweckt. Dadurch entsteht ein ganz neuer Zugang zu sich selbst. Die Schutzschichten können nach und nach immer mehr aufgegeben werden, je mehr sie dem Prozess vertrauen. Dann machen sie die Erfahrung, dass sie zurückgewinnen, was sie solange so schmerzlich vermisst haben: Empfindsamkeit, Empfänglichkeit, Zartheit, Freude, Liebe und Lebendigkeit.

Wir dürfen nicht verschweigen, dass das Auflösen des Schutzpanzers durchaus auch schmerzhaft sein kann. Wenn all die ungeliebten und abgewehrten Gefühle wieder auftauchen, tauchen Menschen unter Umständen noch einmal ein in Erlebnisse ihrer Kindheit, die aber nach unserem Verständnis nur auf diese Art wirklich geheilt und gelöst werden. Die Früchte sind reichhaltig und süß: die Rückgewinnung der Empfindsamkeit und Empfänglichkeit für alle Gefühle und Gaben, die Menschen und das Leben für uns bereit halten.

Photo

Leila Bust, hier mit Bjørn Leimbach, von der Love-Creation Tantraschule, www.tantra.de

Bildnachweis pixelio.de: atze baumann (Kind links), wilfried brink (Kind rechts), Kurt Bouda (Schilkrötenpanzer), Matthias Balzer (Massage)

7. Trennung

Das Ausmaß des Schmerzes, den du bei einer Trennung von einem geliebten Menschen erlebst, entspricht exakt der Chance deiner Befreiung – dem Gefühl der Befreiung, das du durch genau die selbe Trennung erleben kannst. Schmerz ist zurück gehaltene Befreiung.

Einsamer Mensch auf Parkbank

Trennung ist immer Chance zum Wachstum, du musst sie nur ergreifen. Das ist zwar eine Binsenweisheit, oft und oft gehört, aber sie kommt eines Tages konkret und dringend auf dich zu, um dich zu fordern zu einem neuen, vielleicht beängstigenden, dir »zu groß« erscheinenden Wachstumsschritt. Vielleicht gerade dieser Tage.

Du musst dich trennen von einem Partner, der nicht aufrichtig und wahrhaftig sein will, damit du dir selbst gegenüber wahrhaftig bleiben kannst. Du tust es natürlich nicht unvermittelt und ohne Warnung, aber du tust es, wenn es notwendig wird. Da du dich nicht fesseln lässt an eine unehrliche und Lebenskräfte raubende Daseinsweise, musst du diesen Schritt gehen. Du gehst ihn sogar, wenn du noch gar nicht weißt, ob und wann du einen neuen Partner findest. Du gehst ihn, obwohl dein Herz noch in anhänglichem Schmerz schreit nach »Lass-es-uns-noch-einmal-versuchen!«, nach Versöhnung und Wiedervereinigung. Wenn du weißt, was zu tun ist, bist du ohne Rücksicht auf Gefühle.

Sich aufopfern hat nichts mit Liebe zu tun.

Love me or leave me!

Wenn dein Partner sich von dir trennt und du bist das »Opfer«, dann nimm es als seine Tat an, die er aus seinem Freiheitsverständnis heraus wohl für richtig hält. Vielleicht will er sich schützen, vielleicht hat er Angst, vielleicht bist du ihm zu anstrengend geworden. Vielleicht hat er ganz »recht«, es zu tun, weil es ihn zu neuen Ufern führt, weil du ihm nicht folgen konntest, oder weil dies oder das nicht mehr zu kitten war in eurer Beziehung. Einerlei! Lass ihn gehen, wenn er dich nicht mehr liebt. »Love me, or leave me!« Zu diesem Motto darfst du aus freiem Herzen stehen.

Wenn du merkst, dass du deinen Partner nicht mehr ausreichend lieben kannst und dass du ihm womöglich schon zu lange etwas vorgemacht hast, dann entschuldige dich tief und aufrichtig für deine Feigheit, deine Unwissenheit oder deinen Betrug. Und beuge dich dem Entschluss, den dein Partner fällen muss. Macht er dir Vorwürfe, droht er dir, will er sich nun trennen? Vielleicht willst du ihm damit sogar zuvorkommen?

Übrigens: An diesem Punkt angelangt, am Punkt der Hoffnungs- und Machtlosigkeit, ist meist wieder alles offen. Du brauchst nur den Mut der Hingabe an das Nicht-Wissen. Möglicherweise trennt ihr euch. Möglicherweise ist es der Punkt eines radikalen Neuanfangs. Mit leicht verändertem Weitermachen wie bisher ist nur etwas aufgeschoben, nichts gelöst, und eine Unwahrhaftigkeit in der Lebensführung setzt sich fort.

Opfer oder Täter? Einerlei!

Du kannst dich als »Opfer« einer Trennung erleben; oder du hast sie aktiv vorangetrieben und fühlst dich als »Täter«. Es macht wirklich keinen Unterschied. Vorwurf, Schmerz, Trennung, Befreiung: Es sind die gleichen Bestandteile, im einen wie im anderen Fall. »Berechtigt« oder »unberechtigt«, »schuldig« oder »unschuldig«: So lauten die gängigen Urteile. Aber stimmt das alles? Haben wir das wirklich noch nötig?

Keine Vorhaltungen mehr, bitte! Dieses Nachtragen, dieses Grollen, dieses Beschuldigen! Oh Gott, lass es uns beenden! Es ist so unwürdig!

Wenn es uns möglich ist, gestalten wir ein würdiges Trennungsritual. Geben wir uns frei und wünschen dem einstmals geliebten Partner eine gute Entwicklung! Das ist in der Tat eine reife Form der Liebe.

Muss Trennung schmerzhaft sein?

Manchmal scheinen Trennungen auch gar keine Spuren zu hinterlassen, so wie wenn man jemandem auf der Straße zu einem anregenden Plausch begegnet und dann wieder ohne Schmerz auseinander gehen kann. Es gibt Menschen, vielleicht gehörst du auch dazu, die sich sehr leicht wieder trennen können, ja sogar trennen müssen, weil sie sich schnell bedrängt fühlen, weil sie vielleicht eine intensive Liebe nicht aushalten, oder weil sie vor dem nächsten Schritt der Veränderung, der ansteht, fliehen müssen. Dann kannst du auch nicht die Befreiung erleben, welche die Frucht einer durchlittenen Trennung ist. Hast du schon eine tiefe Liebe erlebt?

Je länger und erfahrungsreicher eine Beziehung währt, je ernsthafter sie geführt wurde, je tiefer sie gereicht hatte, umso wahrscheinlicher bewirkt die Trennung Schmerz.

Trennung muss aber nicht schmerzhaft sein, wenn wir gelernt haben, das Abschiednehmen zu einem festen Bestandteil und Ritual unserer Liebe zu machen. Abschiednehmen ist Vorbereitung auf das Sterben. Ein Leben ohne den erneuernden Keim des Todes wird ein schales Leben, ein Leben in Absicherung und Angst eben vor diesem Sterben. Jede Beziehung wird physisch enden.

Erotische Anziehung braucht gesunde Distanz

Eine gesunde Distanz zwischen den Liebenden ist zeitlebens Grundbedingung, dass die erotische Anziehung bestehen bleibt. Wir müssen uns immer wieder trennen, um uns neu zu begehren. Diese alltägliche Trennung geschieht schon, wenn einer der beiden das Haus verlässt für Stunden, Tage oder Wochen. Ständiges Zusammen-Kleben ist für die Entwicklung des Liebesbewusstseins nicht förderlich. Wird ein gesundes Maß an Trennung allerdings auf der anderen Seite überschritten, nämlich dass man zuwenig beieinander ist, wird eine vollständige Trennung wahrscheinlich bald folgen. Wir brauchen in der Regel den physischen Kontakt, um eine Liebe aufrecht zu erhalten. Nur wenigen reifen Liebenden gelingt es, das unsichtbare Band der Liebe über große Distanzen und lange Zeiten lebendig zu halten.

Das Resonanzphänomen hat uns eines Tages zusammen geführt. Darin liegt kein Irrtum. Das Leben macht keine Fehler. Unsere Liebe, wie sie am Anfang war und möglicherweise zwischendrin sogar immer wieder neu begründet wurde, bleibt unantastbar und hat eine zeitlose Qualität. Sie hat aber nicht die Reichweite gehabt, die uns ein ganzes Leben zusammen halten kann. Was immer der Grund ist, ihre Kraft wurde verbraucht. Unser gemeinsames Schicksal mag ausgelebt sein. Einer von uns muss neue Wege gehen. Wir können in Dankbarkeit voneinander Abschied nehmen und wenn unsere Liebe ehrlich und vollständig war, gibt es keinen Abschiedsschmerz.

Wir liebten uns auf unsere bestmögliche Weise

Dass uns etwas gefehlt hat, dass wir unsere Liebe nicht vollständig leben konnten, dass wir etwas nicht begriffen haben, dass wir versagt haben: Diese Gefühle sind verantwortlich für den Schmerz, der uns bei der Trennung überfällt. Wir liebten uns auf unsere bestmögliche Weise, das ist uns ohne Zweifel klar. Liebe geht weiter. Liebe geht in die Tiefe. Und wir konnten ihr nicht in die Tiefe folgen. Ihr wahres Wesen war uns zu anspruchsvoll. Wir wollten es etwas leichter haben (oder einer von uns).

Was hat dich der Trennungsschmerz schließlich gelehrt? In ihm zu verweilen, dich in melancholischem Selbstmitleid und Selbstgenuss zu ergehen, kann dir nicht mehr sinnvoll erscheinen. Nein danke! Es mag ein Thema für traurige Liebeslieder sein, dir aber raubt es alle Kraft. Und Kraft willst du gewinnen aus der Trennung, Kraft für ein Leben ohne diesen Partner, Kraft für einen neuen Versuch, für das immer wiederkehrende Abenteuer der Liebe. Um Himmels willen, bitte kapsle dich nicht ab, verschließ dich nicht! Verletzungen zu bewahren, zu speichern, sie immer wieder zu aktivieren, ist solch eine sinnlose Energieverschwendung!

Liebe braucht eine klare Absicht

Du hattest möglicherweise nicht verstanden, dass eine Liebesbeziehung eine klare Absicht braucht, ein bewusstes Arbeiten an der Vervollkommnung des Charakters und Rituale zur Bekräftigung der gemeinsamen Absichten.

Denn damit es nicht zur Trennung kommen muss, braucht es ein klares Bewusstsein für jeden Schritt, den wir in unserer Liebe tun. Eine klare Absicht: Was verbindet uns? Was wollen wir tun? Wofür tun wir es? Sind wir bereit, für unser gemeinsames, hehres Ziel Opfer zu bringen? Sehen wir einen Sinn in solchen Opfern, weil sie uns menschlicher, tiefer und göttlicher machen? Sind wir frei von Zwang und fühlen Freude, Frohsinn und Leichtigkeit für unser Vorhaben?

Solcherart Fragen führen zu Verbindlichkeit und Verlässlichkeit und geben eine gute Chance, dass wir zusammen bleiben.

Franz Lang, www.atmelis.com

Bildnachweis pixelio.de: V.Petrow (Einsamer Mensch), Havlena (Schilf), Albrecht A.Arnold (Hände)
 

8. Weibliche Ejakulation und G-Punkt

Dieser Veranstaltungshinweis auf die Vorträge von Deborah Sundahl schließt an das Thema unseres letzten Newsletters an, in dem es um die Leiden und Freuden des Orgasmus ging.

Deborah Sundahl, www.isismedia.org Ihr Buch: Weibliche Ejakulation und G-Punkt

Seit über 20 Jahren forscht Deborah Sundahl (Santa Fe, USA) zum Thema weibliche Ejakulation und berichtet in ihren Vorträgen über ihr Wissen und das Ergebnis ihrer Forschungen und Erfahrungen. Sie führt uns in die Geheimnisse und das verborgene Potenzial des G-Punktes ein: Wissenschaftliche Fakten, Illustrationen, historische Daten sowie die lebendige Erfahrung von Frauen und Männern belegen, dass die weibliche Ejakulation keineswegs ein Kuriosum der Natur ist. Offen, positiv und vor allem praxisnah zeigt sie, wie Frauen ihre natürliche Empfindsamkeit ihres G-Punkts entdecken können und wie sie die verschiedenen Arten des Orgasmus unterscheiden können.

Geschickt hat uns diese Vortragshinweise: Silke Maschinger, Berlin, info@mehr-lust-im-leben.de
www.mehr-lust-im-leben.de
kleinessexblog.blogspot.com
www.erotischer-salon.de

9. Tantraschulen

Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht findest du auf unserer Seite Tantraschulen und Tantramassage-Institute

10. Tantra-Regionalgruppen

Tantragruppen in Deutschland

11. Impressum

Copyright Webmagazin und Newsletter: 2009 by Connection AG, D-84494 Niedertaufkirchen. Alle Rechte vorbehalten. V.i.S.d.P.: Wolf Schneider. Redaktion dieser Ausgabe: Wolf Schneider, Pamela Behnke und Franz Lang. Wir freuen uns über die Einsendung von Texten und Bildern, können diese aber leider nicht honorieren.



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