Tantra-Rundbrief 07/08-2010 Sind Zwei nicht genug?
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Brauchen wir drei? Sind zwei nicht genug?
Esther Perel ist Klinische Psychologin mit Schwerpunkt Paartherapie, arbeitet in New York und hat ein Buch geschrieben, „Mating in Captivity“, auf deutsch könnte es etwa heißen: „Begattung in Gefangenschaft“. Wir haben dazu ein Video auf Youtube gefunden, das wir gern als Anlass nehmen, uns im diesmaligen TantraNewsletter über erotische Langeweile in Partnerschaften Gedanken zu machen:
http://www.youtube.com/watch?v=wDw0STkffls
Sicherlich, Esther Perel ist keine Tantrikerin, und Bücher von
Fachleuten, die uns Sextipps gegeben haben, gibt es auch zur
Genüge. Wir nehmen trotzdem
ihre Anregungen dankbar zur Kenntnis. Da das Video auf Englisch
gesprochen ist, übersetzen
wir im Folgenden manches
davon. Vielleicht entspinnt sich unter uns Machern und Lesern des
Newsletters ein Dialog über das Thema: Brauchen wir
„ein
Drittes“, um eine Zweierbeziehung lebendig zu erhalten?
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ist die Kontaktadresse, die LeelaLuna und
Franz Lang
regelmäßig bedienen.
Franz, www.atmelis.com
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claus steves, pixelio.de
Esther Perel über die Motive des Sex
"Ein gutes intimes Verhältnis garantiert nicht automatisch guten Sex“, mit dieser Aussage beginnt Esther Perel ihr Video. „Es gab keinen Grund für mich, ein Buch zu schreiben über Menschen, die zusammenleben und nicht mehr klar kommen miteinander, die sich nicht mehr berühhren wollen. Aber was mich verblüffte, war das: Dass Paare, die eine gute und solide Partnerschaft führen, sich beklagen, dass ihr Sexleben abstumpft und das erotische Verlangen verschwindet.“„Die postsexuelle Revolution, Empfängnisverhütung und demokratische Ideen im Kopf, ergänzt mit der inneren Erlaubnis, so viel Sex zu haben wie man will, haben nicht dazu geführt, ein erfülltes Sexleben zu genießen. Was ist passiert mit dieser Generation? Sie kamen mit der Erwartung in eine Beziehung, dass sexuelle Befriedigung ein Teil der erfüllten Liebesbeziehung sein würde. Während wir früher uns dafür schämten, Sex zu haben, schämen wir uns heute dafür, keinen Sex zu haben“ (oder keinen, der gut genug ist). Paare lieben sich, sorgen füreinander, aber wie die Tiere im Zoo (deshalb der Titel des Buches „Mating in Captivity“) verlieren sie rasch die sexuelle Anziehung: Der domestizierte Mann, die domestizierte Frau! Was sind nun Esther Perels Schlussfolgerungen daraus?
Wir leben zu eng aufeinander, zu eng miteinander! „Wir wollen Sicherheit, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Vorhersehbarkeit, aber Erotik braucht Erneuerung, ein Mysterium, Risiko, das Unbekannte, das Unberechenbare.“ „Mein bester Freund zu sein, ist nicht Aufgabe meines Mannes. Dafür habe ich meine Freundinnen.“ Und sie erwähnt, dass sie 22 Jahre mit ihrem Mann zusammen lebt, zwei Kinder hat und dass sie sich stets viel Raum gelassen haben. Sie legt Wert auf eine gewisse Distanz, und sagt sogar, dass sie keine absolute Transparenz in ihrer Beziehung verlangt. Sie müsse nicht immer wissen, was im Kopf ihres Partners vorgeht.
Hier trete ich in leisen Widerstand zu dieser Praxis. Denn ich träume von der absoluten Ehrlichkeit und Transparenz in Beziehungen, wie man weiter unten im Chat zwischen LeelaLuna und mir lesen kann. Das bedeutet nicht, Kontrolle über den Anderen zu haben oder zu wollen, sondern es ist die gegenseitige Bereitschaft, sich grundsätzlich alles zuzumuten. Nicht brutal, sondern taktvoll.
Und meine Partnerin ist nicht nur meine beste Freundin und meine spirituelle Wegbegleiterin, sondern auch meine geilste Hure, die mir je begegnet ist. Gegen Ende des Videos weiß Esther auch zu diesem Thema eine tolle Geschichte: Ein Paar bekommt Kinder. Die Brüste der Frau sind nun in den Augen des Mannes für das Stillen der Babys vorgesehen, die sexuelle Lust im Allgemeinen schwindet. Eines Tages kommt die Ehefrau auf ihren Gatten zu: „Liebling, möchtest du einen Blowjob?“ „Oh ja“, sagt der Mann. „Einen gewöhnlichen oder einen ganz besonderen?“ fragt sie weiter. „Den besonderen natürlich!“ Dann macht sie es. Als sie fertig ist, erleuchtet sie ihn mit den Worten: „Schatz, das kostet nun 100 Dollar. Damit du mich nie wieder mit der Mutter deiner Kinder verwechselst.“
Im Weiteren geht es nun um Kommunikation. „Wenn ich Leute frage, ob sie Sex haben, sagt mir das sehr wenig. Aber wenn ich nachfrage - Was bedeutet Sex für dich? – kommen sehr unterschiedliche Antworten: Sex dient zur Verbindung; es ist Flucht; es ist Rebellion; es gibt mir Zeit, Verantwortung abzugeben: ich muss nicht reif und erwachsen sein; Sex schenkt mir eine Sicherheitszone zum Regredieren, um mich hinzugeben; Es ist eine Zeit, mich machtvoll zu fühlen, was sonst in meinem Leben nicht der Fall ist ...“ u.s.w.
Erotische Leidenschaft wird nicht verschwinden, wenn wir offen darüber kommunizieren. Hier legt Esther Perel Wert darauf, dass jeder Beteiligte auf seine eigene Lust schaut. Ansonsten schaut der Partner ständig auf sie: Was will denn sie, und sie starrt auf ihn: Was will denn er? Und so motiviert sie zu sexuellen Phantasien, zu Sexspielzeugen, zur Freiheit des Experimentierens: „Jeder ist einzigartig. Jeder soll sich auf seine eigene Lust fokussieren. Dann weiß der Partner auch, dass es seinen eigenen Bedürfnissen folgen darf.“ Sie sagt, dass das Phantasieren eine notwendige Distanz schafft zwischen den Liebenden. Somit kann auch das Verlangen zueinander wieder angeregt werden.

ibero, pixelio.de
Nun ja, wieder ein leiser Einspruch, Frau Perel. Sexphantasien haben mich noch nie so richtig angemacht. Dieses freie Fließenlassen der Imagination kommt bei mir eher, wenn ich bereits im Liebesspiel bin und es hat meistens etwas Entgrenzendes, Erweiterndes. So als ob der Geist eine natürliche Erweiterung des Sex wä̈re. Ich weiß natürlich, dass manche Menschen Phantasien sehr erregend finden. Für mich aber ist der weibliche Körper, seine samtige Haut, sein Geruch, die Bewegungen, kurzum die gesamte Schönheit, anregend genug.
„Manche Menschen fühlen sich tatsächlich durch den Sex, der in der Imaginationswerkstätte des Kopfes stattfindet, bedroht, abgestoßen oder sogar angeekelt.“ Es geht auch um den Begriff Treue. Esther schlägt vor, dass wir zwei Begriffe für Treue einführen: Sexuelle Treue und Treue als emotionale Verbindlichkeit und Loyalität. Und nicht alle Untreue hat mit dem Partner zu tun, der sich betrogen fü̈hlt. Als Therapeutin bringt sie das Beispiel eines Mannes, der seine sexuellen Eskapaden als unverarbeitete Erlebnisse mit seinem verstorbenen Vater begreifen lernte.
Dann kommt Esther auf eine interessante Feststellung: Jede Beziehung hat ein Drittes. Dies wird von Paaren meist nicht ausgesprochen und nicht anerkannt, ist aber immer da. Wenn jemand alles für den Anderen bedeuten möchte, gibt es natürlich keinen Freiraum für eine dritte Person, denn das würde ja bedeuten: „Ich bin dir also nicht genug. Du solltest an niemanden anderen denken oder ihn wollen, nur mich!“ Und so schließt man selbstverständlich den Dritten/die Dritte aus. Manche Paare erlauben es sich immerhin in der Phantasie. Andere wiederum machen positive Erfahrungen damit im wirklichen Leben.
In unserem unten folgenden Chat „Heut Abend kommt mein Lover“ werden LeelaLuna und ich ein wenig mehr darauf eingehen.
„Poesie ist die Erotik der Sprache. Erotik ist die Poesie des Körpers.“ Mit solchen Worten endet dieses erfreuliche Video. Anregend, zum Weiterdenken und zum Experimentieren herausfordernd ...
Also bitte schreibt uns einige Zeilen. Es muss ja nicht lange dauern und kann für alle unsere Leser/innen vielleicht von gutem Nutzen sein.
Franz Lang
Heute abend kommt mein Lover...
Leela und ich haben uns inspirieren lassen von Esther Perels
Video und
haben kürzlich auf Skype gechattet. Wir möchten euch
dieses Protokoll gern lesen lassen.

[19:03:00] LeelaLuna:
also, ich hab mich grad geduscht, weil heut abend so gegen neun hab ich
ein rendesvouz mit meinem lover...
[19:03:32] franz: wow, da müssen wir uns aber beeilen ...
[19:04:04] LeelaLuna: zwei stunden, glaubst du, das gibt uns
die nötige effizienz?
[19:04:35] franz: ich drück dich noch einmal, bevor der deine
kommt. wie fangen wir jetzt an?
[19:04:52] LeelaLuna: nun ja – gute frage. hmmm...
[19:06:47] franz: du solltest vielleicht das video noch einmal ansehen
oder zumindest dich daran erinnern, was das thema war. ich meine, wir
könnten uns
auf diese fragen konzentrieren.
[19:08:20] LeelaLuna: das video hab ich mir gemeinsam mit
martin angesehen. hab es nach anfänglichen zweifeln dann doch
sehr gut gefunden!
[19:11:51] franz: was fandest du an dem video am besten?
[19:12:02] LeelaLuna: hmmm...
abgesehen davon, dass zwei sehr schöne frauen sprechen, fand
ich die dame sehr eloquent und souverä̈n. was sie
erzählt, hat hand und fuß. außerdem bringt
sie immer wieder beispiele aus ihren therapie-sitzungen, das macht das
ganze sehr authentisch und nicht theoretisch abgehoben.

[19:15:52] franz: ja, sehr praktisch, die aussagen. und
schö̈ne frauen sind es, sicher. nun komm ich gleich zum
hauptanliegen: was tust du, um eine länger
andauernde liebesbeziehung erotisch spannend zu halten? sind da
sextipps ausreichend, wie z.B.
spiele mit der peitsche oder fesselspiele? oder ist es doch die dritte
person, die eine
eingefahrene liebesbeziehung wieder lebendig machen kann?
[19:16:51] LeelaLuna: ich persönlich glaube, dass wir das
nicht generalisieren kö̈nnen. jede beziehung ist einzigartig,
ja, jeder mensch. bei manchen reicht wohl das
mit hereinholen der spielerischen sexualität - rollenspiele,
ein besuch im swingerclub, oder was die menschen auch immer tun wollen.
für andere ist es wiederum so, glaub ich, dass sie sich immer
wieder inputs von außen holen müssen - in diesem
fall kann ein geliebter, eine geliebte wirklich viel frischen wind
(oder aber auch stürmische zeiten) bringen.
[19:19:37] franz: kann aber auch eine beziehung zum scheitern bringen,
so eine dritte person. ich finde, dass es eine große reife
braucht, einen dritten zu integrieren,
und eine treue zwischen den ersten beiden, die mehr ist als nur
sexuelle treue.
[19:20:35] LeelaLuna: naja, sagen wir mal, es erfordert allgemein eine
sehr hohe reife, um eine beziehung nicht scheitern zu lassen. dann
erfordert es enorme
reife, um - wenn ein oder eine dritte in die beziehung kommt, ehrlich
damit zu sein -
beiderseits. reife, es wissen zu wollen, und reife, es ehrlich sagen zu
können.
[19:24:04] franz: da habe ich dann gleich meine bedenken esther perel
gegenüber, die sagt, man muss seinem partner ja
nicht alles sagen. sie glaubt nicht an die
transparenz. ich aber glaube schon, dass eine absolute ehrlichkeit
nötig ist, will man all
die enormen freiheiten und die unsäglichen
schönheiten genießen, die eine öffnung der
zweierbeziehung mit sich bringen kann.
[19:25:05] LeelaLuna: ja da schließe ich mich dir an... ich
weiß aus eigener erfahrung wie dumm es laufen kann, selbst
wenn ein partner sagt: „du kannst
ruhig - aber ich will es nicht wissen.“ allerdings alles
sagen ist eben auch nicht ohne.
erstens anstrengend, zweitens - vielleicht auch nicht für jede
situation das richtige. vielleicht
braucht es da ein wenig feingefühl, was ich wie und vor allem
wie detailreich schildere.
[19:27:27] franz: genau, das ist es: nichts verheimlichen wollen, aber
mit taktgefühl das sagen, was meine geliebte hören
kann und will.
[19:28:24] LeelaLuna: mir persönlich wäre
die totale offenheit am
liebsten. meine erfahrung ist aber, dass die wenigsten sich damit
auseinandersetzen wollen bzw.
sich dem aussetzen wollen.
[19:36:35] franz: eine wirkliche liebesbeziehung birgt ja
immer ein mysterium. und sie ist nicht nur ein risiko, sondern auch
eine spirituelle reise auf hoher
see, ohne karte, ohne sicherheit. man fährt auf dieser reise
gemeinsam, aber es kann
passieren, dass einer sich plötzlich ganz allein gelassen
fü̈hlt, wie aus dem boot gefallen. ich
glaube, dass es zu einer treuen beziehung gehört, dem, der aus
dem boot gefallen ist, immer
wieder die hand hinzuhalten oder selbst ins wasser zu springen, um ihn
zu retten. oder
ist dir dieses bild zu dramatisch?
[19:37:30] LeelaLuna: nein gar nicht. ich mag dramatische bilder
(manchmal) : klar - versteht sich, dass wir immer wieder einander
helfende hände ausstrecken. um bei diesem bild zu bleiben -
was aber, wenn der andere immer wieder einfach aus dem boot springt -
nicht weil es stürmisch ist und er das gleichgewicht verliert,
sondern weil er von selbst springt?
[19:49:52] franz: oh, schwierig! „warum springst du aus dem
boot?“ könnte ich ihn/sie fragen. was fehlt dir?
wovor fürchtest du dich? weißt du, ich
möchte mit dir reisen, aber wenn du die reise mit mir nicht
machen willst, was tun wir da? fahr ich dir zu schnell?
überseh ich deine bedürfnisse? oder: wo haben wir uns
denn bereits getrennt? seit wann sind wir nicht mehr so richtig
zusammen? können wir an diesen punkt zurück gehen und
uns fragen, ob wir es von da an neu gestalten wollen ? ein beispiel,
damit es nicht abstrakt bleibt: vor zwei monaten, als du so lange mit
xxxx telefoniert hast und gar nicht gemerkt hast, wie sehr ich dich
begehrt habe und mit dir eine wunderbare sexnacht verbringen wollte, da
ist bei mir was zerbrochen, da habe ich mich zurück gezogen,
war beleidigt und im verborgenen hat das bis heute angehalten. meinst
du, ich kann über mein beleidigtsein hinwegkommen, hier und
jetzt, mit deiner hilfe? so vielleicht kö̈nnte ein dialog
aussehen.
[19:51:12] LeelaLuna: ja - das klingt schö̈n.
sprich: es steht und fällt alles mit einer gelungen
kommunikation.
[19:53:33] franz: ja, kommunikation. aber auch das mysterium lieben.
wie geht denn das? ich liebe das mysterium in dir, das
rätselhafte weib in dir.
[19:54:11] LeelaLuna: was tust du, wenn xxx mal so richtig
explodiert vor eifersucht - wie gehst du damit um? in diesem fall
springt sie halt nicht vom boot aber versucht, dich hineinzuwerfen ins
meer....
[19:55:50] franz: huch, du stellst fragen! ich fürchte, da
muss ich kämpfen und mich nicht ins wasser werfen lassen. ich
muss klar sein und nicht ihre forderungen erfüllen.
[19:56:31] LeelaLuna: ja - ich anerkenne das mysterium des lebens- und
dass es nicht immer lösungen gibt. momentan verzweifle ich ein
wenig, weil alles so schwer scheint. und weil eine ganze gesellschaft
ganz andere werte vertritt, ermutigt und schürt.
[19:58:44] franz: dafür haben wir ja shiva und shakti als das
göttliche urbild. ich könnte niemals ohne diesen
höheren bezug mit einer frau eine dauerhafte liebesbeziehung
führen, ja nicht einmal eine einzige sexuelle begegnung haben.
[19:59:55] LeelaLuna: ja - das ist wohl so...
[20:01:27] franz: lass uns noch mal auf die dreiecksbeziehung
zurückkommen. esther perel sagt ja, dass es in jeder beziehung
immer ein drittes gibt, ob man es nun weiß oder nicht. ich
finde die dritte person im liebesspiel die spannendste herausforderung.
ich liebe diese herausforderung.
[20:03:10] LeelaLuna: ich kenne dieses spiel nur aus tantrischen
übungen mit mehreren leuten, nicht aus meinem
alltäglichen
liebesleben quasi. aber ich stelle es mir ungemein schön vor -
natürlich auch herausfordernd - immer die balance halten,
schauen, dass niemand außen bleibt - dass die energie immer
zwischen allen beteiligten fließt.

[20:06:44] franz: erstens müssen sich ja
zwei einig sein, dass sie das wollen. das ist schwer genug zu finden,
dass zwei wirklich aufrichtig entschlossen sind, die
liebe einem dritten gegenüber zu öffnen. und dann ist
die nächste frage, tauscht man
auch sexualität zu dritt im raum aus, oder doch nur 1:1?
[20:09:10] LeelaLuna: tja - wieder einmal die kommunikation -
vorausgesetzt man kann das vorwegnehmen. denn oft ist es ja so: man
glaubt so und so möchte man
das, und während man dann in der situation ist,
ändert sich das - weil sich immer
irgendwann irgendwas ändert - und dann kommt es darauf an, wie
wir damit umgehen.
[20:12:19] franz: diese anpassungsfähigkeit, die dabei
erforderlich
ist, ist eine große aufgabe. meine persönlichkeit
erweitert sich dadurch ungemein. Es kann ja auch
sein, dass ich eher den beiden anderen alles schöne
gönne und mich altruistisch zurückziehe.
oder es ist so, dass ich mich zu wichtig nehme. eine frage des
charaktertyps, der wir sind. es ändert sich ständig
die situation. kommunizieren ohne worte, lieben durch nonverbales
agieren
ergänzt das mitteilen durch sprache. wir sind ja ungemein
magische wesen, wir liebenden.
durch blicke, durch bewegungen, durch stille - teilen wir so viel mit.
wir haben so viele
ausdrucksmittel!
[20:16:22] LeelaLuna: ja, das hast du schön beschrieben....
vielleicht
wäre manches viel leichter, wenn wir mit weniger worten
auskommen könnten.
[20:19:12] franz: oh ja. da seufze ich wohlig auf, wenn du das
schreibst. warum lieben wir uns nicht einfach so? warum brauchen wir so
viele regeln und worte?
warum haben wir verlernt, unsere körper, die miteinander in
resonanz geraten, alles
regeln zu lassen? warum sind wir so wenig großherzig und
freimütig?
[20:20:48] LeelaLuna: wie und wann hat sich dieses gefühl des
mangels
in uns festgesetzt? oder ist es angeboren? um die art zu erhalten? das
dauernde kämpfen um
alles...
[20:24:45] franz: oh göttin, stellst du wichtige fragen! wie
wäre es,
den mangelzustand erst einmal anzuerkennen und dann mit der geliebten
person sich einig
werden, dass da gar kein mangel mehr ist, wenn wir in diesem einfachen
liebeszustand sind.
wollen wir das nicht immer, oder immer mehr, immer häufiger,
immer länger? natürlich
wollen wir das. mein liebes, bald ist es neun uhr und du willst dich
vielleicht ein
wenig vorbereiten auf deinen shiva, auf dieses abbild der
göttlichkeit, das vielleicht auch noch
nicht ganz sicher ist, ein solches zu sein. und du zeigst es ihm. weil
du ihm auch in deiner
göttlichkeit begegnen willst. dann sollen die worte, die
dennoch nötig sind, nicht zu viel raum
einnehmen, sondern der klarheit dienen, ehrlich und effektiv.
[20:29:58] LeelaLuna: naja - ein wenig zeit haben wir noch.
[20:31:35] franz: du arbeitest ja konkret am dreieck der liebe, mit
deinem ersten partner, der den zweiten, der heute zu dir
kommt, lernt anzuerkennen. was
für eine schöne aufgabe. ich wünsche euch
einen starken abend.
[20:32:30] LeelaLuna: ich bin bereits vorbereitet... und - ja, der
erste lernt den dritten anzuerkennen.....aber der dritte
will vielleicht nicht der
dritte sein, sondern der erste, im leben seiner traumprinzessin, die
nur er liebt, die nur ihn liebt, und sie lebten glücklich bis
an ihr lebensende, zumindest im
traum....
[20:35:10] franz: gut. du bist so flexibel, auf dieses
bedürfnis deine
antwort zu finden. möchtest du denn auch die eine sein, die
einzige? dann trifft er auf
eine resonanz in dir. was wird der erste sagen? und - willst du das
wirklich, mit ihm, der heute
kommt?
[20:37:03] LeelaLuna: ich weiß es nicht - was ich
weiß: diese begegnung hat in uns allen etwas
ausgelöst - eine bewegung - und das ist gut so. in mir hat es
ausgelöst zu hinterfragen - eben, was will ich wirklich? hab
ich den traum vom märchenprinzen
wirklich ausgeträumt und überlebt, oder
flüchte ich mich in die polyamorie..... um
sicher(er) zu sein, immer noch einen im ärmel haben- falls
mich der andere verletzt, verlässt....
hab ich immer noch nicht gelernt, allein zu sein? bin ich
beziehungssüchtig? all das
weiß ich im moment nicht mehr. ich liebe männer. ich
liebe ihre schönheit, ihre potenz, ihre
schwäche, ihre erscheinungsformen.. aber macht es mich
wirklich glücklich, ein derart
aufregendes leben zu haben? immer im schwankenden boot - und irgendwer
geht immer über
bord.
[20:40:45] franz: du liebst männer. die vielfalt. und trotzdem
hältst
du nach dem einen ausschau, der dich als prinzessin freit und auf ewig
liebt. das tut
shiva. wenn du den mann liebst, shiva, und dich ihm
überlässt, vielleicht fällt dann die
unbeantwortbare frage weg, ob du mehr als einen mann brauchst.
vielleicht beantwortet das leben deine
frage.
[20:45:31] LeelaLuna: das leben will einfach gelebt und nicht
durchdacht werden. ich heldin vergess das immer.
[20:48:40] franz: hab mut, du liebe! langeweile wollen wir
nicht, ein ersterbendes sexualleben auch nicht. und wo sex im spiel
ist, ist immer spannung, da
bewegt sich was. Das boot schwankt, aber der ozean der liebe
lebt. lass es uns für heute genug sein.
aber sag mir noch, wie ́s dir jetzt geht ...
[20:49:29] LeelaLuna: ich fühle mich offen und verletzlich.
ich weiß nichts.
ich lasse mich überraschen, von dem augenblick- weiß
nicht wie es sein wird, wenn er durch
die türe geht.
sicher werde ich weiche knie bekommen.
ich begehre ihn sehr.
ich will zu viel.
ich will nicht zu viel wollen.
aber ich muss es wohl so sein lassen wie es ist.
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Art-of-being-connections
Unsere langjährige Verbundenheit mit der Tantraschule »Art of being« und ihrem Lehrer Saleem Matthias Rieck macht uns immer wieder neugierig, was es dort an Entwicklung gibt und an neuen Angeboten. Aus diesem Grund empfehlen wir euch, einen Blick auf die Webseite www.art-of-being.de zu werfen oder auch in den Newsletter, den Saleem verschickt. Wer ihn einmal probelesen oder kostenlos abonnieren will, schreibt eine E-Mail an Art of Being.
Infos: www.art-of-being.de
,
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Wolf Schneider. Redaktion dieser Ausgabe: Wolf Schneider,
Leela Luna
und Franz Lang. Wir freuen uns über die Einsendung von Texten
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