Verlagsrundbrief Februar 09
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Liebe Freunde von connection,
die aktuelle Ausgabe des TIME magazine (vom 23. Feb. 09) hat den Titel »How faith can heal« – wie Glauben heilen kann. Der Leitartikel im Innenteil trägt die Überschrift »The Biology of Belief«, dann gibt es eine Diskussion zum Thema Glaube versus Wissenschaft (oder passt beides zusammen?), und schließlich »Wie die Welt heilt«, eine Bilderstrecke, die zeigt, wie verschieden und wie einander ähnlich in allen Kulturen der Welt Glaube und Geistheilung stattfinden. Das Ganze ist offenbar vom naturwissenschaftlichen Ressort gestaltet worden, nicht von Theologen und auch nicht von Geisteswissenschaftlern. TIME ist die wahrscheinlich einflussreichste Zeitschrift der Welt – viele Titelthemen von dort sieht man ein paar Wochen später auf der Titelseite des SPIEGEL, der in Deutschland eine Art Leitmedium ist, und (dann) auch in anderen deutschen Medien. Zudem ist die Wissenschaftsredaktion von TIME, im krassen Gegensatz zur politischen Redaktion des Magazins, ziemlich gut – ein weiterer Grund, dieses Thema zu beachten. Es zeigt einen neuen Wind, der in den nächsten Wochen und Monaten auch über Europa wehen wird, bis in die spirituellen und heilerischen Randgruppen hinein.
Der Trend scheint zu sein, dass die spirituellen, esoterischen und alternativheilerischen Themen allmählich vom Mainstream übernommen werden, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten mit den grünen Themen geschehen ist. Die grünen Parteien selbst gelangen nicht an die Macht, bestenfalls spielen sie in einer Koalition die zweite Geige, ihre Positionen aber werden von den Parteien der Mitte übernommen, sobald Meinungsumfragen ergeben, dass diese Positionen mehrheitsfähig sind. Da nun aber Geistheilung oder etwa die Person (und der Humor) des Dalai Lama seit einiger Zeit mehrheitsfähig sind, übernehmen (Medien und andere) Institutionen des Mainstreams diese Position. Meditation ist nun kein Thema für Spinner mehr sondern etwas, das Meinungsführern Respekt abnötigt. Das gilt seit einiger Zeit auch für die Heilkräfte des Glaubens, was nebenbei zu einer Rehabilitation der Placebo-Wirkung führt, einem Lieblingsthema von mir – siehe hierzu auch das Interview mit Dan Ariely in der Märzausgabe von Psychologie heute und die Diskussion zwischen mir und den Reiki-Anhängern auf reiki-land.de.
Der Trend
Die Aufnahme dieser Themen im Mainstream wird mehrere Wirkungen haben:
- Sie werden vereinfacht (das finde ich gut!), und sie verflachen (das finde ich weniger gut) zu einer Art Popspiritualität, einer neuen Art von Volksfrömmigkeit, die auch mehr als zwei Jahrhunderte nach dem europäischen »Jahrhundert des Lichts« von aufklärerischen Impulsen noch fast unbeleckt ist.
- Die spirituellen Medien und die in ihnen vertretenen Anbieter von Heilung oder Weisheit (Therapeuten und spirituelle Lehrer) spalten sich in (wilberisch gesprochen) prärational und transrational Orientierte. Fast parallel dazu in Kulturfixierte und Transkulturelle. Die einen regredieren, weil sie mit den Anforderungen von Vernunft, Ego und Wettbewerb nicht zurande kommen, die anderen gehen darüber hinaus und erreichen ein gewisses Maß an Weisheit. Die Popspiritualität ist die regredierte Variante, die Weisheit ist, wie schon immer, leider nur selten anzutreffen.
- Wie connection sich in dieser historischen Situation positionieren wird, ist für unsere Fans nicht schwer zu erraten. Bevor ich meine kleine Zeitschrift hier jedoch als avantgardistisch oder sonstwie edel und weise feiern lasse, möchte ich hinzufügen, dass der Verzicht auf die Belieferung der Masse mit dem, was sie sich wünscht und akzeptieren kann, auch etwas Schmerzliches hat, und das nicht nur aus ökonomischen Gründen. Mein Traum war immer, Inhalte zu bieten, die so poetisch, spirituell und tief schürfend sind wie die Songs der Beatles und dabei so massentauglich wie diese. Das hat sich nicht erfüllt und wird sich wohl auch nicht mehr erfüllen. Ein befreundeter Marketing-Fachmann sagte mir einmal, ich hätte nur die Wahl zwischen Premium-Produkt oder dem Verkauf über den Preis. Und da ich nicht die Einkaufsmacht von Aldi habe, wird es wohl nichts mit dem Verkauf über den Preis. Also: premium – die Zeitschrift connection ist ein Premium-Produkt.
Dass diese kritische und anspruchsvolle Positionierung nicht überall auf Jubel stößt, ist klar. Die Diskussion mit den Reiki-Leuten zeigt das. Wie so viele esoterische Richtungen sind auch beim Reiki die meisten Anhänger Gläubige, die sich beschimpft fühlen, wenn man ihnen sagt, die Wirkung ihrer Methode sei mit der Placebo-(d.h. »ich werde gefallen«) Methode vergleichbar. Aber auch manch andere Beobachtung zeigt das. Neulich telefonierte ich mit der Esoterik-Buchhandlung, die mal europaweit unsere beste Einzelverkaufsstelle war, mit damals 80 Exemplaren pro Monat. Die dortige Buchhändlerin hatte sich kürzlich mein »Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer« zur Ansicht bestellt, es dann aber zurückgehen lassen an den Verlag. Warum? »Wenn meine Kunden das lesen, dann kaufen sie ja all die anderen Produkte nicht mehr, die ich hier im Laden habe«, war ihre Antwort. Das ist sicherlich eine Übertreibung: Auch esoterische Buchhandlungen enthalten Produkte, die als transrational – kurz: als weise – durchgehen können, aber es sind wohl nicht mehr als 10% der dort angebotenen Sachen.
Sei dir selbst ein Licht!
Bin ich zu hart mit meiner Kritik? Ist mein Editorial unserer Februarausgabe über »Esoterisches Geschwätz« zu weit gegangen und verprellt mir meine Zielgruppe? Das fragte ich eine der beiden Buchhändlerinnen jener Buchhandlung, die mein Esoterik-Lexikon gerade zurückgewiesen hatte. »Nein«, war ihre Antwort, »das ist es doch, was wir hier den ganzen Tag zu hören bekommen. Deine esoterikkritischen Artikel sind ein Lichtblick unter all dem Zeugs, was man sonst hierüber zu lesen bekommt.«
Es gibt sie also, die Zielgruppe »aufgeklärte Mystik«. Für die mache ich meine Zeitschrift. Auch wenn ich damit höchstens 10% der Bevölkerung erreichen werde (das wäre schon eine Menge) und gewiss nicht die Hörerschaft der Beatles. Das Gespräch mit der Buchhändlerin aber bestätigt mir wieder einmal, dass das Gros unserer Leser Anbieter sind, nicht Konsumenten dieser Themen. Es sind überwiegend Menschen, die schon einiges erlebt haben, gereifte geistig und oft auch ökonomisch Selbstständige, Therapeuten, Psychologen, Heilpraktiker, Ärzte, spirituelle Lehrer und andere Pädagogen, Autoren, Künstler und Lebenskünstler. Mitläufer der diversen spirituellen, religiösen oder esoterischen Richtungen findet man hier nur selten, dazu ist das anarchistische Konzept der Selbstermächtigung bei uns immer zu sehr betont worden – und vor der Ermächtigung das der Erkenntnis: Selbsterkenntnis. Sei dir selbst ein Licht, und wenn du dich erkannt hast, dann sei dir selbst die größte Autorität über dein Leben.
Der Wurm muss dem Fisch schmecken
Wenn nun eine Buchhändlerin die Worte ihrer Kunden für Geschwätz hält, dann heißt das, sie gehört ihrer Zielgruppe nicht selbst an. In unseren Kreisen wird man solche eine Haltung eher für »unauthentisch« halten, aber in der Wirtschaft ist es üblich, ja: typisch, dass der Anbieter eines Produktes nicht auch sein Nutzer ist. Marketingleute sagen dazu: »Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler«. Die Tarotkarten müssen den Kunden nützen; der Buchhändlerin nützt vor allem der Umsatz, den sie damit macht. Auch unter Journalisten wird einem dieser Satz vorgehalten, wenn man zu so sehr danach trachtet, um bei den Kollegen gut anzukommen anstatt bei der eigenen Zielgruppe. connection wendet sich also überwiegend an die Leser, die über die naive Esoterik hinausgehen wollen und an die Anbieter spiritueller, esoterischer und geistiger Produkte, die für ihre Arbeit ein Meta-Verständnis dieser Produkte brauchen. Es genügt für sie nicht, einfach nur zu glauben, sie müssen auch verstehen, wie Glaube funktioniert.
Die Heldenreise
Nun noch zwei Hinweise. Als erstes auf einen Workshop, den ich in den vergangenen zwei Jahren entwickelt habe, und der heißt: Erzählen, Integrieren, Heilen. Hier geht es darum, sich selbst zu erschaffen als Held auf der Reise durch das eigene Leben – die Heldenreise – indem man seine eigene Geschichte zu erzählen lernt. Der Kurs ist also ein Schreibkurs mit Betonung auf Erzählkunst, aber er bleibt dort nicht stehen, sondern integriert das Körpersprachliche und die Schauspielkunst (auf der Bühne des Lebens) und befähigt dich als Held/in auf der Reise deines eigenen Lebens, dich besser zu inszenieren. Also: ein Heldenworkshop (grins)! Wer sich den Termin für diesen Kurs schon im Kalender eingetragen hat, verschiebe ihn bitte um einen Tag in Richtung Zukunft: Er findet von Freitagabend, 20. März bis Montagnachmittag, 23. März statt: Erzählen, Integrieren, Heilen – ich erzähle, also bin ich!
Connection Frühjahrsfestival
Und der zweite: Wir laden auch heuer wieder zum Frühjahrsfest ein, aber diesmal geht es über drei Tage. Wie schon die vorigen Jahre, ist es ein Treffen von Künstlern und Lebenskünstlern. Eintritt ist frei, nur Übernachtung, Essen und Trinken müssen bezahlt werden, aber das Programm ist noch viel reichhaltiger als sonst. Soeben hat Christine Höfig den Liedermacher
Konstantin Wecker interviewt, einen alten Connection-Fan, der uns schon immer mal hat besuchen wollen, und er hat nun für den zweiten Mai zugesagt. Mal sehen, ob wir es bis dahin schaffen, ein Klavier ins Haus zu bekommen ... Da unser Haus in den Tagen vermutlich sehr voll sein wird, bitte unbedingt anmelden!
Mit herzlichem Gruß
Webtagebuch: www.schreibkunst.com
Persönliche Rückmeldungen an:
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Veranstaltungs-Hinweise
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Achtung: Termin verschoben! Das Seminar findet von Fr. 20. bis Mo. 23. März 2009 statt.
Erzählen, Integrieren, Heilen – ich erzähle also bin ich
- Termin:
- Fr. 20. bis Mo. 23. März 2009
- Seminargebühr:
- 240 € zzgl. Unterkunft und Verpflegung
- Ort:
- Connectionhaus, Hauptstr. 5, 84494 Niedertaufkirchen
- Anmeldung:
- Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel.: 08639-9834-12
Erst, wenn du deine Geschichte erzählen kannst, bist du eine Persönlichkeit geworden.
Wer etwas analysieren kann, hat es mit dem Kopf verstanden. Wer es erzählen kann, hat es mit dem Herzen verstanden.
So entsteht unsere Biografie als Erzählung, und erst so werden wir zu Persönlichkeiten.
Das Erzählen ist eine Kunst, aber auch narrative Therapie. Sie ist ernsthaft und spielerisch, sie bildet und befreit. Wir üben an diesem Wochenende, schreibend Geschichten zu erzählen aus dem eigenen Leben und integrieren auf diese Weise abgetrennte Teile unserer Persönlichkeit.
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Aquafloating
Ein Workshop mit Dhyani Maria und Wolf Schneider- Termin:
- Wochenendseminar vom Do., 2.April – So., 5. April 2009
- Kosten:
- 395,– € inkl. Seminargebühr, Ü + VP + Schwimmbad
- Ort:
- Seminarhaus Boden in Tirol, auf 1400m. (Fahrgemeinschaft/en ab München)
- Anmeldung:
- Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel.: 08639-9834-12
Tägliche Meditationen, einzigartige Berglandschaft, exzellente Küche. Das Seminar ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Aquafloating: Entspannung im körperwarmen Wasser ist die leichteste Art der Meditation, und es ist heilsam, denn aus dem warmen Wasser, da kommen wir her. Neun Monate lang schwammen wir im Bauch unserer Mutter im warmen Wasser, erst mit der Geburt begann unser Landleben. Deshalb fühlen wir uns auch heute noch im warmen Wasser so wohl.
Eintauchen in die zeitlose, schwerelose Welt des Wassers, dort entspannen und genießen. Dabei sich gegenseitig halten, massieren, dehnen und strecken und so tief loslassen wie ein glücklicher Körper es tut, dem es an nichts mehr fehlt. Als Partnerübung ist Floating eine Vertrauensübung: dem anderen vertrauen, dass ich gehalten werde und dem Element vertrauen, aus dem wir stammen und das uns bedingungslos trägt.
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Kommunikation und Stille
- Termin:
- Wochenendseminar vom Fr., 17. bis So., 19. April 2009
- Seminargebühr
- 180 € zzgl. Unterkunft und Verpflegung
- Ort:
- Connectionhaus, Hauptstr. 5, 84494 Niedertaufkirchen
- Anmeldung:
- Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel.: 08639-9834-12
Was hindert mich, ich selbst zu sein?
Was ist meine wahre Natur?
Mit welchen Methoden komme ich mir selbst auf die Schliche?Die eine Methode führt durch Kommunikation, die andere durch Stille zum Ziel.
Schicht um Schicht wie bei einer Zwiebel schälen wir uns durch zu unserem inneren, wissenden Kern. -
Erotisch Schreiben
mit Wolf SchneiderDieser Schreibkurs wagt sich an das Heiligste heran: das Schreiben über die Stunden der Liebe und der sexuellen Begegnung. Vorkenntnisse sind dazu nicht erforderlich, außer: ein/e Liebende/r zu sein und (vorzugsweise) Deutsch als Muttersprache. Du erfährst in diesem Kurs etwas über die Struktur einer guten Erzählung, schreibst zu vorgegebenen oder selbst gefundenen Themen, hörst anderen zu, liest deine eigenen Texte vor, erhältst Feedback und spielst mit Worten und Ideen.
- Termin:
- 3-Tages-Seminar vom 08. bis 10. Mai
- Seminargebühr:
- 180,– € Seminargebühr, zuzüglich 2 Mal Übernachtung à 25,– € im EZ (20,– im DZ) und 2 Tage Vollverpflegung à 28,– €.
- Ort:
- Anmeldung:
- Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel.: 08639-9834-12 oder über die Oase unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel.: 06478 / 277 779
Greifenstein liegt ca. 20km nördlich von Wetzlar am Rande des Westerwaldes.
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Das Frühjahrsfest
Do., 30. April







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