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Erwin Zbrial: Der große Irrtum

Rezensionen - Buch

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Orange mit Akupunkturnadeln
Bild: pixelio

Die neue Bibel natürlich

Connection-Kultautor Erwin Zbiral erfreut uns immer wieder mit seinen Kurzgeschichten. Einige davon, und auch welche, die noch nicht in der connection Spirit erschienen sind, gibt es in dem Buch »Der große Irrtum« zu lesen. Periplaneta-Chefredakteur Thomas Manegold zeigt sich begeistert.

»Der große Irrtum« ist ein Werk zwischen allen Stühlen und würde bei uns auch in die Rubrik der »Weltsichten« passen, ist es doch ein Buch über esoterische Themen, über spirituelle Sichtweisen und zudem auch noch bei einem entsprechenden Verlag erschienen, wobei es im Anbetracht der Zeitschrift »connection Spirit« schon fast blasphemisch ist, diesen Verlag mit den Eso-Verlagen in einen Topf zu werfen und umzurühren …

Aber auch das Cover des Buches ist, gewollt oder ungewollt, in seiner unergründlich unästhetischen Überladenheit und Farbgebung typisch für Bücher, die im Fahrwasser von »The Secret« und »Wünsche an das Universum« den Wünschelrutenbesprechern, Sternenguckern, Unter-Bäumen-auf-ergonomischen-Ökokissen-Rumsitzern und Aloe-Vera-Junkies tonnenweise verkauft werden.

Erwin Zbirals Geschichten drehen sich also ums Erwecken und Erwachen, um Erleuchtung und den Weg dorthin. Und sie zeigen gnadenlos komisch, dass genau diese Dinge in der Wohlstandsgesellschaft aus uns zuweilen erst verirrte Schafe machen. Und so hat der akut Suizidgefährdete, der aus Resignation vor einer Mauer sitzen bleibt und damit eine neue Guru-Legende erschafft, die ihm ein paar Geschichten später dann erzählt wird, schon mal meine volle Sympathie.

Der Autor kennt sich aus in den Szenen und Chakren. Er hat sie alle gemacht, die körperlichen und geistigen Verrenkungen, die uns zu uns selbst führen könnten. Und er hat sich die vielen Theorien der anderen angehört, ohne dabei seine eigene zu vergessen. Und so hören wir einen Eingeweihten eben nicht die Wahrheit der anderen verkünden, sondern sind Zeugen ketzerischer Seitenhiebe auf selbstherrliche, abgehobene, pseudoelitäre Menschengruppen, die glauben, dass man Weisheit essen und Erleuchtung trinken kann.

Doch Erwin Zbiral bringt auch Verständnis auf. Zwar nimmt er die spirituellen Szenen auf die Schippe, hegt aber offensichtlich keinen Zweifel an der Sache selbst. Und weil ich genau hier einen Konsens entdecke, der andere natürlich gleich über Seelenverwandtschaften sinnieren lassen würde, habe ich das Wichtigste bislang glatt vergessen: »Der große Irrtum« funktioniert auch jenseits der Szenerien und Sichtweisen, die das Buch thematisiert. Die Kunst, dass Themen auch jenseits der darin eingeweihten Kreise funktionieren, beherrscht der Autor meisterlich.

Seine Geschichten sind prägnant und präzise erzählt. In ihnen nehmen charakterliche Schemen sehr schnell menschliche Züge an, egal ob die Episoden von Trigamie, anderen Männerproblemen oder vom Scheitern eines Engels in Wien handeln oder von rituellen Körperbemalungen im Café Karma … Absolutes Highlight ist natürlich, neben der abgedruckten Speisekarte des Eso-Cafés, die titelgebende Geschichte …

Denn die Wahrheit ist, dass auch Du vielleicht nur auf Urlaub hier bist und Dich gar nicht anstrengen sollst. Wer an der falschen Stelle Ehrgeiz entwickelt, verpasst vielleicht die Chance seines Lebens. Deshalb ist »Der große Irrtum« wohl genau jenes Buch, dass uns allen gefehlt hat. Es kann den Suchenden zeigen, wo der Lichtschalter ist, kann den sich erwacht Wähnenden zeigen, wie tief sie schlafen. Es ist der wohl bestmögliche Einstieg in die spirituell/esoterische Szene. Und auch der Weg hinaus, wenn es mal wieder mit der Visualisierung des neuen 6er BMW nicht geklappt hat.

Ergo … die neue Bibel … natürlich …

Bewertung: fünf Sterne 5 von 5 Sternen

— Thomas Manegold

Titel »Der große Irrtum«
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Erschienen unter www.periplaneta.comwww.periplaneta.com, Verlag, Onlinemagazin und in unserem OnlineshopOnlineshop.
 

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